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Full text of "Album hervorragender Gegenstande aus der Waffensammlung des Allerhochsten Kaiserhauses : herausgegeben mit Genehmigung des hohen Oberstkammerer-Amtes seiner k.u.k. apostolischen Majestat; Band. I"

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KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN 

DES 

ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 

WAFFEN-SAMMLUNG. 

















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ALBUM 


HERVORRAGENDER GEGENSTÄNDE 

AUS DER 

WAFFENSAMMLUNG 

DES 

ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 

HERAUSGEGEBEN MIT GENEHMIGUNG DES HOHEN OBERSTKÄMMERER-AMTES 
SEINER K. U. K. APOSTOLISCHEN MAJESTÄT. 


ERLÄUTERNDER TEXT VON 

WENDELIN BOEHEIM 

CUSTOS DER WAFFENSAMMLUNG DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 


_ 

FÜNFZIG TAFELN IN LICHTDRUCK VON J. LÜWY, K. u. K. HOFPHOTOGRAPHEN, 
UND ZAHLREICHEN TEXT-ILLUSTRATIONEN. 

-%r : 



WIEN 1894. 

J. LÖWY, K. U. K. HOFPHOTOGRAPH 


KUNST- UND VERLAGS-ANSTALT. 












Photographische Aufnahmen und Lichtdruck von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 


Textdruck von Friedrich Jasper, Wien. 


568 










VORWORT. 


it der im Jahre 1889 vollzogenen Uebersiedlung der Waffensammlung des Allerhöchsten Kaiserhauses 
in die Räume des kunsthistorischen Hofmuseums stand auch eine so bedeutende Bereicherung der¬ 
selben in Verbindung, dass dieselbe nun mehr als das Doppelte ihres einstigen Umfanges einnimmt. 

Diese namhafte Vermehrung und Erweiterung wurde hauptsächlich durch die Einbeziehung der 
weltberühmten Sammlung des Erzherzogs Ferdinand von Tirol erzielt, welche ursprünglich im Schlosse 
Ambras bei Innsbruck befindlich, 1806 aber nach Wien gelangte und seit 1814 im unteren Belvedere daselbst 
aufgestellt war. Weiters wurden über Allerhöchstem Befehl alle einschlägigen und zur Vervollständigung 
dienenden Gegenstände aus der k. k. Schatzkammer, der k. k. Hof-, Jagd- und Sattelkammer und anderen 
Sammlungen des kaiserlichen Besitzes der Waffensammlung übergeben. 

Ein so überreicher Zuwachs, welcher die Sammlung in historischer ’ und künstlerischer Beziehung zu 
noch höherer Bedeutung erhob, erforderte eine völlige Umgestaltung in der Organisation nach dem Stand¬ 
punkte der heutigen Wissenschaft, um die Tausende von Gegenständen übersichtlich zu gruppiren und zu 
einem wohlgegliederten Ganzen zu gestalten. 

Noch in ihrem alten Bestände hatte die Waffensammlung eine Vertretung in der Literatur durch ein 
auserlesenes Bildwerk gefunden, welches seinem speciell waffenwissenschaftlichen Gehalte nach, selbst heute 
noch nicht als veraltet angesehen werden kann. Es ist dies das von dem damaligen Custos Quirin Leitner 
mit Unterstützung des hohen Oberstkämmerer-Amtes verfasste Werk: »Die Waffensammlung des Oester- 
reichischen Kaiserhauses im k. k. Artillerie-Arsenal-Museum« (Wien, Martin 1866—1870). Durch seine un¬ 
vergleichlich schönen radirten Blätter zählt es zu den Prachtwerken ersten Ranges. Die neu zur Waffen¬ 
sammlung einbezogenen Collectionen waren entweder in der Literatur vollkommen unbekannt gewesen, oder 
die über selbe erschienenen Publicationen, wie jene über die bestandene Ambraser Sammlung von J. Primisser 
(1819) und E. Freiherr von Sacken (1859) waren durch die neuen wissenschaftlichen Ergebnisse als über¬ 
holt anzusehen. 

Aus dieser Ursache musste es nach Vollendung der Neuaufstellung eine erste Sorge der Leitung sein, 
den reichen Inhalt der Waffensammlung in ihrem jetzigen Stande durch Abbildung und Beschreibung dem 
grösseren Publicum zur Kenntniss zu bringen und damit auch den Bedürfnissen der Fachwelt entgegen¬ 
zukommen. Mit der Genehmigung und mit Unterstützung der hohen Oberleitung der kunsthistorischen 
Sammlungen unter Seiner Excellenz dem Herrn Oberstkämmerer Ferdinand Grafen von Trauttmansdorff 
wurde es ermöglicht, vorläufig eine Auswahl von circa 100 der schönsten und historisch werthvollsten Gegen¬ 
stände der Sammlung in 50 Lichtdrucktafeln zu vereinen und in einem Album der Oeffentlichkeit zu übergeben. 

Bei der Menge des gebotenen Materiales musste der Verfasser sich in dem beschreibenden Texte bei 
Vermeidung jeder Weitschweifigkeit auf die Darlegung der wissenswerthesten Daten beschränken, doch sah 
sich derselbe auch veranlasst, in dem gemessenen Raume ein Hauptgewicht auf die Beziehungen der 
vorgeführten Objecte zum Allerhöchsten Kaiserhause, zur Geschichte und zur Kunst zu legen, Beziehungen, 
in welchen vor allen anderen der Werth der kaiserlichen Waffensammlung zu erblicken ist. Das am Schlüsse 
angeführte Register gibt davon zur Genüge Zeugniss, durch seine Reichhaltigkeit an Namen vom hellsten 
Klange in der Geschichte, wie nicht minder durch die grosse Zahl von Namen der hervorragendsten Künstler, 
welche theils durch ihren Einfluss, theils unmittelbar an dem Entstehen der Werke betheiligt erscheinen. 

Die k. u. k. Hof-Kunstanstalt J. Löwy, welche die Ausführung der Lichtdrucktafeln, sowie den Verlag 
des Werkes übernommen hat, ebenso der Verfasser geben sich der Hoffnung hin, mit dieser Ausgabe den 
Wünschen des Publicums wie den Anforderungen der modernen Wissenschaft entsprochen zu haben. 

Wien, im August 1893. 

WENDELIN BOEHEIM. 












Relief im Hofe des Hauses des Missaglia in der Via degli 
Spadari in Mailand mit den Zeichen des Petrolo da 
Missaglia. 



















Tafel I. 


Die vorliegende Tafel gibt ein Bild der allge¬ 
meinen Anordnung der Gegenstände wie der Ausstattung 
der Säle in der Waffensammlung des kaiserlichen Hauses. 
Wir sehen hier das Innere des grossen Saales Carls V. 
(XXVII) mit dem Ausblick auf die anstossenden Säle 
(XXVIII und XXIX). In der Mitte desselben sind die 
Prunkwaffen dieses Kaisers aufgestellt. Rings herum 
an den vier Pfeilern erblickt man die Harnische und 
Waffen seiner Feldherrn, und an den Wänden entlang 
die Harnische seiner Gegner und Zeitgenossen. Dieser 
Anordnung entsprechend ist auch der Plafond des 
Saales ausgestattet. In dem mittleren Travde zeigt sich 
der römische Kaiseradler gemalt, umgeben von den 
Insignien des Vliessordens und den älteren Devisen 
desselben: »Je l’ay emprins« und »Avltre n’avray«. In 
den anderen acht Travdes die correct gemalten heral¬ 
dischen Zeichen jener Königreiche und Länder, welche 
unter dem Scepter Carls V. gestanden sind. Die Pilaster 
sind mit natürlichem und künstlichem Marmor, die Gurten 
und Hauptgesimse wie die Thürbekleidungen mit Marmor 
und reichen Vergoldungen ausgestattet. 






Tafel II. 

• 

i. Ganzer Reiterharnisch des Erzherzogs Sigis¬ 
mund von Tirol. Derselbe ist blank, seicht gekehlt, 
mit messingenen Rändern besetzt, welche einen hübschen 
Fries aus Lilien darstellen und an den Folgenrändern, 
den sogenannten »Fürfeilen« in gothisirendem Ornament 
mit zarter Zeichnung ausgeschnitten sind. Das Haupt 
schützt eine deutsche Schallern, wie solche um die Mitte 
des XV. Jahrhunderts durch Zurechtbiegung aus dem 
Eisenhut entstand, das Gesicht der »fürfallende« Bart, der 
an der Brust befestigt ist. Die letztere, von elegantem 
Schnitte, ist geschiftet, der Rücken setzt sich wie an 
Florentiner Wämsern in einem Schösschen fort. Bauch¬ 
reifen und Beintaschen waren bei derlei Harnischformen 
nicht üblich. Die Oberschenkelschienen (Diechlinge) 
reichen hoch in die Leisten hinauf und sind mehrfach 
zierlich geschoben. Die Eisenschuhe laufen in lange , 
Schnäbel aus. Der Harnisch in seiner ganzen Erschei¬ 
nung ist als das vollendetste, eleganteste und eben- 
mässigste Kriegskleid zu bezeichnen. Seine Fertigung 
fällt in die Blüthezeit der Waffenschmiedekunst. Ein¬ 
zelne Theile, wie die Eisenhandschuhe, sehen sich wie 
aus Spitzen gefertigt an. 


Der Harnisch, etwa um 1470 gefertigt, ist von 
deutscher, vermuthlich Nürnberger Arbeit; wiewohl der¬ 
selbe kein Zeichen eines Meisters an sich trägt, dürfte 
er doch aus der Werkstätte des Hans Grünewalt 
(circa 1440 bis 1503) hervorgegangen sein. 

Unwillkürlich erinnert man sich beim Anblicke 
dieses Harnisches an einige der werthvollsten Stich¬ 
blätter Albrecht Dürer’s, so an den St. Georg mit dem 
Drachen (B. 53) und an das famose Blatt: Ritter, Tod 
und Teufel (B. 98). Auf der colorirten Zeichnung des 
Ritters zu Pferde von 1498 in der Albertina, in der die 
Rüstung den gleichen Typus zeigt, steht von Dürer’s 
Hand: »Das ist die rüstung zu der zeit in deutschland 
gewest. « 

Im Inventar des Nachlasses des Erzherzogs Fer¬ 
dinand von Tirol, von 1596, aus welchem der Harnisch 
stammt, ist derselbe bezeichnet: »Ain ganze weisse 
rüstung mit ausgehauen durchsichtigen (sic!) messing.« 

Erzherzog Sigismund der Münzreiche von Tirol, 
der einstige Eigenthümer dieses herrlichen Harnisches, 
ist wohl zu bekannt, um seine Lebensverhältnisse hier 
näher schildern zu müssen. Er ist der Sohn des Herzogs 
Friedrich mit der leeren Tasche und wurde 1427 ge¬ 
boren. Als Herrscher Tirols adoptirte er seinen Vetter 
Maximilian I. und starb als der letzte Sprosse der 
leopoldinisch-tirorschen Linie am 4. März 1496. 

2. Feldharnisch Friedrich des Siegreichen, Pfalz¬ 
grafen am Rhein. Derselbe ist blank, sonst ohne 
jede Verzierung, und zählt doch zu den werthvollsten 
und seltensten Schutzwaffen, welche noch erhalten ge¬ 
blieben sind. Wir sehen in ihm den Typus eines Mai¬ 
länder Harnisches von ungefähr 1450. Der kugelförmige 
Helm, von der Form, welche die Franzosen Bicoquet 
nennen, der mit seinen eingezogenen Wänden auf der 
gleichfalls kugelförmigen Brust aufsitzt, ist darauf be¬ 
rechnet, den Kopf des Trägers vorzugsweise gegen 
Speerstösse und gegen Hiebe der Kürissbengel zu 
schützen. Charakteristisch ist die Versicherung des Unter¬ 
leibes durch die Bauchreifen und mit vorne wie rück¬ 
wärts an selbe gehängten ziegelförmigen Beintaschen. 
Arm- und Beinzeug ist noch wenig ausgebildet und 
bedarf noch vielen Riemenwerks zur Befestigung. Die 
Eisenschuhe mit den bizarren 34 Centimeter langen 
Schnäbeln folgen nicht lediglich der Mode der Zeit, 
sie hatten auch den praktischen Zweck, bei der Un- 
gelenkheit der Beine diese sicher in den Steigbügeln 
zu erhalten. 

Ganz gegen die gleichzeitige Handwerksgewohnheit 
ist dieser uns vollständig erhaltene Harnisch an zahl¬ 
reichen Stellen mit eingeschlagenen Marken bezeichnet, 





aus welchen wir mit der vollsten Sicherheit entnehmen, 
dass derselbe aus der einst weltberühmten Werkstätte 
der Missaglia in Mailand hervorgegangen ist 

Wiewohl der Gründer dieser grossartigen Plattnerei, 
PetrolOj damals längst verstorben war, so sind doch 
noch seine Marken, wie wir in der beifolgenden Figur 
in a 3 b, d und h ersehen, von seinem Sohne und Nach¬ 
folger, Torna so, bei behalten worden. Den Chiffren 
nach zu urtheilen ist auch dessen Enkel Antonio in 
jüngeren Jahren an der Fertigung mitbetheiligt gewesen 
(c und f). 



Die Missaglia führten diesen Namen von dem 
Orte der Herkunft des Petrolo, einem Städtchen in der 
Brianza; ihr eigentlicher Familienname ist aberNigrolL 
Petrolo starb um 1400, Tomaso um 1468, Antonio 
lebte noch 1492, Damit sind die Meister des Werkes 
sichergestellt, *) 

Friedrich der Siegreiche, der Eigenthümer des 
Harnisches, ist der Sohn Ludwig des Bärtigen und 
wurde 1425 geboren. Seit 1449 Kurfürst, war er eine 
hervorragende Heldengestalt in der unseligen bayeriscb- 
brandenborgischen Fehde 1450—1462 und wurde, seiner 
trotzigen Gemüthsart wegen, »der böse Fritz* genannt 
Er starb 1476, 

Der Harnisch, aus Schloss Ambras herrührend, 
findet sich in den ältesten Inventaren der Waffen* 
Sammlung von 1583 und 1596 noch nicht, doch ist er 
in Jakob von Schrenck’s grossem Kupferstich werke 
*Armamentarium heroicum* etc, (begonnen 1582, heraus¬ 
gegeben 1601) Fol. XX genau abgebildet. 


Tafel III. 

j. Reiterharnisch des Königs 2 ) Maximilian I, 
Dieser Harnisch ist in seiner Zier ganz ähnlich wie 
der des Erzherzogs Sigismund auf Tafel II, 1, gehalten. 
Auch sonst sollte er einen gothisehen Reiterharnisch 


darstellen, aber mit Neuerungen, welche es klar be¬ 
weisen, welchen wesentlichen Einfluss Maximilian L 
auf die Umwandlung der Harnischtracht in der Re¬ 
naissanceperiode genommen hat. Der Helm stellt 
äusserlich noch eine deutsche Schallern dar und ist 
doch in seiner Construction bereits ein burgundischer 
Helm, der »im kragen umbgeet*. Statt des Bartes 
bildet sich ein Kinnreff. Die Achselstücke sind vielfach 
trichterförmig geschoben, eine Form, die der König 
bald wieder aufgab. Das Armzeug ist in den Beugen 
durch Folgen geschlossen. Sehr elegant ist die dreimal 
geschiftete Brust geschnitten. Wir sehen an ihr bereits 
Bauchreifen und an diesen ziegelförmige Beintaschen. 
Die Form des Beinzeuges ist noch die ältere. Die 
Ansteckschuhe laufen in Schnäbel aus und besitzen 
Vorrichtungen zum Anheften noch längerer Schnäbel. 

Auf den Muscheln des Beinzeuges finden sich 
die hier wiedergegebenen Marken: 



Das rechtsstehende ist das Zeichen der behörd¬ 
lichen Beschau von Augsburg, der sogenannte »Stadt- 
pyr* (Pinienapfel), das linksstehende ist die Marke des 
Meisters Lorenz Colman, genannt Helmschmied. 

Dieser berühmte Waffenschmied ist um 1445 
als der Sohn des Plattners Georg geboren; er wird 
1491 kaiserlicher Hofplatt ner und arbeitet viel für 
Kaiser Friedrich III. und Maximilian I. Von ihm ist 
zweifellos der prächtige Harnisch gefertigt, in welchen 
gekleidet Maximilian I. zu Pferde sitzend auf dem 
berühmten Holzschnittblatte von Hans Burgkmair (1508) 
dargestellt ist, 9 Lorenz starb 1515, 

Seiner Form nach dürfte der Harnisch 1493 ge¬ 
fertigt sein, seine Höhe beträgt 1*602 Meter. Der 
Harnisch stammt aus dem Besitze des Erzherzogs 
Ferdinand von Tirol und wird bereits in dem Inventar 
von 1596 erwähnt 2 ) 

Der ursprüngliche Eigenthümer steht so hoch¬ 
bedeutsam in der Geschichte da, dass wir einer Angabe 
von biographischen Daten über selben wohl über¬ 
hoben sind, 

2. Prunkharnisch angeblich des Königs Philipp I. 
von Castilien, Dieser prachtvolle Harnisch ahmt sehr 
glücklich das Costüm der Zeit um etwa 1506 nach. 
Der burgundische Helm ist mit Blumen und Granat¬ 
äpfeln geziert. Die Achseln und Armzeuge haben die 
Form von gepufften Aermeln und sind theils in ge¬ 
stempelter Arbeit geziert, theils geätzt und vergoldet. 
Brust und Rücken sind mit Streifen ausgestattet, welche 
mit violettem Sammt überzogen und mit durchbrochenen 


*) Boeheim Wendelin, Werke Mailänder Waffenschmiede 
in den kaiserlichen Sammlungen, Jahrbuch der kunsthistorischen 
Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses. Bd. IX. 

2 ) Maximilian I. führte erst von 150S an den Titel römischer 

Kaiser, 


] ) Bartsch, 32, nach dem zweiten Abdrucke von 1518, der 
erste von 1508 war Bartsch nicht bekannt. 

“) Boeheim Wendelin. Augsburger Waffenschmiede etc. 
Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen. Bd. XII und XIII, 
I Nachträge Bd. XIV. 















3 


4 


vergoldeten Silberplatten belegt sind, in welchen die 
Embleme des Vliessordens dargestellt erscheinen. Um 
den Hals herum läuft die Colane dieses Ordens. Um 
den burgundischen Leibrock vollends darzustellen, ist 
an der Brust ein bis an die Kniee reichender Schooss, 
der * Schurz«, befestigt. Derselbe ist in regelmässige 
Falten getrieben, jede zweite derselben besitzt w r ieder 
ähnliche durchbrochene Auflagen auf Sammt, wie auf 
der Brust und dem Rücken. Die dazwischen liegenden 
waren einst mit Stoff belegt und der ganze Schurz mit 
Bändern geziert, wie die rings herum angeordneten 
Spalten noch erkennen lassen. Der Schurz ist vorne 
und rückwärts ausgeschnitten, um den Harnisch zu 
Pferde benützen zu können. Das Beinzeug ist geätzt 
und vergoldet. Die 0 berschenkelschienen (Diechlinge) 
zeigen die verhaute Tracht der Landsknechtszeit im 
mi-parti, Die Schuhe sind breit und stumpf abschliessend. 
Der Harnisch besitzt eine Hohe von 150 Meter, ist also 
in seinen Dimensionen nur für einen etwa sechsjährigen 
Knaben berechnet 

Der Meister dieses herrlichen Harnisches ist un¬ 
bekannt Die Arbeit deutet auf niederländische Pro¬ 
venienz, etwa des Francis Scroo zu Brüssel, des Hof- 
plattners Maximilian L 

Dass dieser Harnisch König Philipp I. zugehört 
hatte, beruht nur auf Tradition. 1 ) In den älteren Inven- 
taren ist seiner nirgends erwähnt. Seine Formen stimmen 
nicht zu den Lebensdaten dieses Königs, der 1478 ge¬ 
boren und 1506 gestorben ist Viel eher, ja genau 
würde dessen P'orm und Alter zu dem späteren Kaiser 
Carl V. stimmen, der 1500 geboren, zur Zeit der Ferti¬ 
gung wirklich sechs Jahre zählte und auch seit 
ig, Jänner 1501 den Orden des goldenen Vliesses be- 
sass, nicht aber zu Philipp I., der 1506 im Alter von 
28 Jahren aus der Welt schied. 


Tafel IV. 

1. Prunkharnisch des Königs Ludwig II, von Un¬ 
garn, Derselbe ist blank gehalten, reich mit geätzten 
Verzierungen ausgestattet, in welchen kleine Schlitze 
in Quadraten angeordnet dargestellt sind, deren Mitte 
Rosetten im Vierpass enthalten. Dieses Motiv ist an 
allen Theilen des Harnisches gleichartig durchgeführt. 
Der burgundische Helm besitzt unterhalb des einen 
noch ein zweites gitterförmiges Visir. Die Brust trägt 
am Oberrande eine Bordüre und darin eine gekrönte 
und geflügelte Jungfrau, 2 3 ) in der Mitte der Brust und an 
mehreren anderen Stellen des Harnisches erblickt man 
das ineinander verschlungene Monogramm S E. Das 
Beinzeug besitzt Stumpffüsse, 


] ) Sacken, Dr, E. Freiherr von. Die k. k, Ambraser Sammlung. 
Wien 185g. 

-) Leitner Quirin, Die Waffensammhing des Oesterreichi- 
sehen Kaiserhauses, 


Der Harnisch, seinen Formen nach etwa 1515 ge¬ 
schlagen, ist nur einem Knabenharnische vergleichbar, 
seine Höhe beträgt nur 1^57 Meter und sein Gewicht 
nur 12*88 Kilogramm; er entspricht jedoch der be¬ 
kannten überaus schwächlichen Constitution dieses 
Königs. Ludwig II. hatte stets deutsche Kleider ge¬ 
tragen; es stimmt das auch mit der allgemeinen Form, 
endlich wird ihm der Harnisch schon in den ältesten 
Inventaren des Wiener Zeughauses, aus welchem er 
stammt, zugeschrieben. ] ) Das Monogramm deutet ver¬ 
tu uth lieh auf die heilige Elisabeth, die Tochter des 
Königs Andreas von Ungarn, Landgräfin von Thüringen, 
welche zu den Schutzheiligen Ungarns zählt. Bei 
Gelegenheit der Festlichkeiten anlässlich der Heirat 
Ludwig II. zu Wien 1515 beschenkte Kaiser Maximilian I. 
den jungen Bräutigam »mit einem geligerten ross und 
über das mit einem goldgeätzten köstlichen kür iss, nach 
der ebenmass seines leibs« (sic!). Diesen »küriss* 
dürften wir wohl hier vor uns haben, 2 ) 

Der Harnisch besitzt keine Marke eines Meisters; 
ist aber bestimmt von deutscher, wahrscheinlich Nürn¬ 
berger Arbeit. 

Ludwig II., der Sohn Königs Wladislav IV,, ist 
1478 geboren und fiel in der Schlacht bei Mohacs am 
29- August 1526. 

2. Ganzer Harnisch für den Erzherzog Carl, 
später Kaiser Carl V., begonnen und unausgefertigt ge¬ 
blieben. Dieser Harnisch mit getriebenen Pfeifen, 
Schlitzen und Puffen, die sogenannte »verhaute Tracht 
der Landsknechte* wiedergebend, ist, vom kunsttechni¬ 
schen Gesichtspunkte aus betrachtet, insoferne von 
hohem Interesse, als er unvollendet, nur hammerfertig 
gediehen, gewissermassen einen Prunkharnisch im 
Werden darstellt. Wir sehen, da er noch unpolirt 
und blos vorläufig zusammengestellt ist, jeden Hammer¬ 
schlag und jede Spur des Treibmeisseis und vermögen 
der mühevollen Arbeit des Plattners genau zu folgen, 
Der Harnisch, für einen elfjährigen Knaben berechn et, 
datirtund stimmt auch in der Form mit der Harnischt rächt 
von 1512, er ist mit Ausnahme des Visirs, das vielleicht 
nie begonnen wurde, vollständig. 

Ueber sein Entstehen sind wir ziemlich genau 
unterrichtet. s ) Schon im Juli 1511 befahl Kaiser Maxi¬ 
milian der Innsbrucker Regierung, sie möge ^seinem 
lieben sohn (sic!) Erzherzog Carl* durch den Plattner 
Hans Payr in der Silbergasse »einen ganzen küriss* 
schlagen lassen. Dieser Auftrag blieb, vermuthlich weil 
Payr dazu nicht Zeit fand, unausgeführt Im Jänner 1512 
erhielt die Kammer in Innsbruck den kaiserlichen Befehl, 


1 ) Wenzel G. Monumenta Hungariae historica. Script. I. 
De morte Ludovici regis, 

-) Fugger Job. Jac, Spiegel der Ehren etc, Nürnberg 1668, 
Cap. XVII, pag. 1335. 

3 ) Nach handschriftlichen Aufzeichnungen des kaiserlichen 
Rathes Dr. David von Schönherr aus Quellen im Statthalte reä- 
Archive zu Innsbruck, 


1 









4 


dem Hofplattner Konrad Seusenhofer »Herzog Carls 
hosen und Joppen« zu geben, damit er darnach einen 
»küriss* machen könne. 

Ungeachtet Seusenhofer überaus in Anspruch ge¬ 
nommen war, begann er die Arbeit, ja er erhielt 
auch einige Vorbezahlung; aber die Ausfertigung 
verzögerte sich dennoch und umsomehr, als die Aus¬ 
zierung derselben in Gold und Silber in Augsburg hätte 
erfolgen sollen. In dieser Zeit von 1511 bis 1513 aber 
war der Prinz über seinen in Arbeit befindlichen Harnisch 
völlig hinausgewachsen, so dass die Vollendung unter¬ 
bleiben musste. In dem ältesten Inventare vom Schloss 
Ambras in Tirol, woher der Harnisch stammt, heisst 
es über selben: »Kaiser Carolus etc* weil ihre majestät 
noch ein junger herr gewesen ist. Ein unausgemachts 
harnasch etc.« 

Wie wir vorhin bemerkten, ist Carl V, 1500 ge¬ 
boren, 

Tafel V. 

Schwerer Rossharnisch des Kaisers Maximilian L 

Dieses vollständige »Rossgelieger« ist von ausgezeich¬ 
neter Ausführung, Der Rosskopf ist geätzt und ver¬ 
goldet und ist auf selbem der römische Kaiseradler 
dargestellt. Das Stirnschildchen ist mit dem Wappen 
von Neu-Oesterreich und Burgund bemalt. Der Hals¬ 
panzer »Kanz* genannt, besteht aus untereinander 
durch Panzer zeug verbundenen Schienen, auf welchen 
das Andreaskreuz geätzt erscheint. Die Zügelbleche 
sind gebläut und sind auf ihnen in Weissätzung die 
Wappen von Istrien, der windischen Mark, Steiermark, 
Ffirdt, Oesterreich ober und unter der Enns, Kärnten, 
Tirol, Portenau, Eiass, Burgau und Kyburg dargestellt. 
In dem Brustzeuge, »Fürbug« genannt, ist ein Engel in 
getriebener Arbeit ersichtlich, der den Bindenschild in den 
Händen hält* Die Bedeckung der Croupe, das »Gelleger« 
im engeren Sinne, besteht aus Schienen, an welchen die 
Taschen bildend beiderseits gekrönte Doppeladler mit 
dem Bindenschild im Herz herabhängen. Rückwärts endet 
derselbe in einen Drachenkopf zur Aufnahme des Ross¬ 
schweifes. Der Sattel, ein sogenannter »Krippensattel*, 
ist am Vorderstege mit Kupfer belegt, auf welchem ein 
Löwenkopf ersichtlich ist. Die Polsterung ist mit ge¬ 
presstem Leder überzogen. Der Rossharnisch tragt 
nirgends die Marke eines Meisters, doch deuten manche 
Einzelheiten darauf, dass derselbe Nürnberger Arbeit 
um etwa 1508 ist. 


Tafel VI. 

r, Sogenannter Normanischer Helm aus dem An¬ 
fänge des XII. Jahrhunderts mit in die Spitze getriebenem 
Scheitelstücke, an welchem noch die Löcher für das 
zugehörige Panzerzeug erkennbar sind, und festem Na¬ 
se neisen. Die Form findet sich im Oriente wie in unseren 
Landern bereits im X. Jahrhundert* Deutlich erblicken 


wir derlei Helme in der berühmten Tapete von Bayeux 
dargestellt. Das Exemplar wurde in Mähren in einem 
Grabe aufgefunden. 

2. Hundsgugel. Die Hauptform derselben stellt sich 
als eine Weiterbildung der Beckenhaube dar. Am Unter¬ 
rande erblickt man noch die Löcher für das den Hals 
schützende Panzer zeug. Den Unterrand entlang finden 
sich noch weiters Spuren eines gehauenen Ornamentes 
im gothischen Stile. Das Charakteristische an der Helm- 
form ist das spitz vorgetriebene absteck bare Visir, das 
einer Hundsschnauze ähnlich sieht* Die Augenspalten 
sind kantig aufgetrieben, der Untertheil, um das Athmen 
zu erleichtern, vielfach durch locht 

Die Hundsgugel ist die allgemeine Kopfbedeckung 
der gemeinen Spiesskn echte im XIV. Jahrhundert im 
westlichen Deutschland gewesen, woher selbe auch den 
Namen »Gugler« erhielten* Bekannt ist der Guglerkrieg 
1375, in welchem Ingram von Conzi mit 18,000 mit 
derlei Beckenhauben ausgerüsteten Knechten (Guglern) 
die althabsburgischen Erbgüter zu Aargau an griff. Das 
Exemplar führt den nebenstehenden Helm Schmied- 
Stempel: 

m 

3. Hundsgugelj ähnlich der vorbescliriebenen, nur 
ist das vorgetriebene Visir unterhalb der Au gen spalten 
dicht durchlocht Dieselbe ist unverziert und trägt keine 
Meistermarke, 

4. Helm des Georg Castriota, Fürsten von Al¬ 
banien, genannt Skanderbeg. Die Form dieses Helmes 
ist jene der älteren Beckenhauben, welche auf der Stirne 
aufsitzen, nur ist der Obertheil mehr abgerundet. Der 
am Unterrande angenietete Lederstreif ist spätere Zugabe* 
Auf dem Scheitel ist ein Ziegenkopf mit Hörnern aus 
Kupfer getrieben aufgesetzt, welcher vergoldet ist. Das 
Scheitelstück umgibt ein breites Band aus Kupferblech 
mit vergoldeten Rosetten, in deren Zwischenräumen 
eingravirt, paarweise geordnet die folgenden Buchstaben 
in spätgothischer Minuskelschrift zu lesen sind: 

in * jpc * ra • tö * ic * fit 

Der Text dieser Chiffren scheint lateinisch, die 
Paarung derselben führt bei näherer Untersuchung zu 
der Annahme, dass damit eine Art Waffensegen aus- 
gedrückt ist. Einzelne Paare weisen fast unmittelbar 
auf die Titel dieses Fürsten hin* Wir dürften nicht weit 
irren, wenn wir den Schriftzeichen folgenden Text unter¬ 
legen: 

- nasarenuiä * jJhicijai * ematljiae * xtij\ * 
altiauiae * tttrori • opmanonun * mit * epiri* 
ücncbicat 

i) Castriota pflegte jede seiner Schriften mit dem Namen 
Christi zu beginnen. Vergleiche Barletius, Geschichte Skanderbegs. 
ferner Paganel, Geschichte Skanderbegs. 













Die Arbeit ist nicht orientalisch, doch orientalisirend 
und dürfte venetianischer Herkunft sein, 

Georg Ca striata ist 1406 geboren und war in seiner 
Jugend in türkischen Diensten, befreite sich jedoch 
durch einen Handstreich und trat sein väterliches Erbe 
im Epirus an, welches er in vielen Kämpfen glücklich 
gegen die Türken vertheidigte, Er starb unbezwungen 
1466* 

5, Deutsche Schallern, Diese Kopfbedeckung ent¬ 
stand aus dem Eisenhute des XIII. Jahrhunderts. Sie 
kennzeichnet sich durch die tief in den Nacken 
reichende Krampe, Das vorliegende Exemplar stammt 
aus der Mitte des XV. Jahrhunderts, 

6 . Geschlossener Helm. Derselbe erweist durch 
seine Riffelungen seine Zugehörigkeit zu einem Maxi¬ 
miliansharnische, Aber auch durch seine Zusammen¬ 
stellung erkennt man in ihm eines der mannigfachen 
Versuche des Kaisers Maximilian I. zur Verbesserung 
der Harnischtracht. Das Object stammt auch aus dem 
Schlosse Ambras, wohin alle in Innsbruck von dem 
Kaiser hinterlassenen Waffenstücke gebracht wurden. 
In den Details ersieht man, wie das Kinnreif noch nicht 
mit dem Scheitelstücke in Verbindung gebracht werden 
konnte. Das Visir ist mit dem Stirnstulp aus einem 
Stücke und in dem abschlächtigen Visir erblickt man 
noch Reminiscenzen an die alte Form der »fürfallen¬ 
den« Bärte. Das Exemplar ist von hohem Werthe für 
die Geschichte der Entwicklung der Helmform. Um 
1500. 


Tafel VII. 

1, Schwert zu anderthalb Hand aus dem Besitze 
des Königs Maximilian I, Der Knauf von vergoldetem 
Messing ist vierkantig, beiderseits mit medaillonartigen 
Vertiefungen, Auf der einen Seite erblickt man ein 
emaillirtes Silberplättchen mit einem quadrirten Wappen, 
welches die Blasons folgender Nürnberger Geschlechter 
als: der Spaltten, der Welser, der Stromer und der 
Amon enthält, auf der andern Seite ein gepresstes 
Silberplättchen mit dem Gotteslamme wie im Wappen 
von Brixen. Beide sind viel spätere Zuthaten. Die Ver- 
mutluing, dass in einer dieser Vertiefungen ehemals 
das berühmte Goldplättchen mit der Darstellung 
Christi am Kreuze, bekannt unter dem Namen »der 
Degenknopf Albrecht Dürers« eingefügt gewesen war, 
beruht auf einer Irrung. *) Griff und ParirStangen sind 
mit Hornplatten belegt. Interessant ist das beigegebene 
originale Schutzleder, die »Tasche*. Die flache breite 


1 ) Boeheim Wendelin. Das Schwert Maximilians I. und der 
Degenknopf Albrecht Dürers, Repertorium L Kunstwissenschaft. 
Bd. III, 1880, pag. 27Ö. 


Klinge aus dem Anfänge des XIV. Jahrhunderts mit der 
italienischen Marke ^ wurde später mit Goldschmelz 
in Roth sch immer geziert, und mit selbe man einer 

Seite der Tiroler Adler auf der anderen den Bindenschild 
dargestellt Später, etwa 1496, wurde aus ersterem mit 
Gel färbe durch Ueber malen ein römischer Königsadler 
gebildet. Die Scheide (1 a) aus gepresstem Leder besitzt 
Spangenbeschläge von vergoldetem Messing. An selber 
findet sich noch ein Theil des Schwertgürtels. Um 1450, 

Der Umstand, dass sich auf der Klinge der Tiroler 
Adler zeigt, lässt das Schwert als ursprünglich Erzherzog 
Sigismund gehörig vermuthen, König Maximilian scheint 
erst nach dessen Ableben, 1496, in den Besitz dieser 
Waffe gekommen zu sein, darauf deutet die Ueber- 
malung. 

2, Kurzes Schwert Bemerkenswerth ist der Griff, 
dessen eiserner und vergoldeter Knauf orientalisirt und 
aus zwei getheilten Lappen besteht. Die Handhabe ist 
ein Stück eines »Ainghürns* des fabelhaften Einhorns, 
eigentlich ein Stück des Schnabels eines Bohrfisches 
(Xiphias). Die Parirstangen stellen einen Drachen dar. 
Noch mehr Aufmerksamkeit verdient die breite spitz 
zulaufende Klinge durch ihre Auszierung, Man erblickt 
nämlich auf jeder Seite ein Wappen mit einem Kreuz 
im Felde, dann beiderseits vertheilt in lateinischen 

Majuskeln die Inschrift: »COLOMANVS ■ EPS« und 
»REX • HVNGARIE«. Die Darstellung besteht in ver¬ 
goldeter Aetzung, kann also kaum vor 1500 gefertigt 
sein; sie beweist aber, dass man die Klinge selbst schon 
damals für so alt gehalten hat, um sie dem genannten 
Könige, der 1095 bis 1114 regierte, zuzuschreiben. 
Alter des Griffes etwa 1505; er ist vermuthlich Vene- 
tianer Arbeit. 

3. Schwert, dessen Klinge dem König Mathias 
Corvinus von Ungarn angehörte. Der schwere ver¬ 
goldete Griff ist hiervon keiner Bedeutung; er datirt aus 
dem XVII, Jahrhundert und ist erst in weit späterer 
Zeit mit der Klinge in Verbindung gekommen. 

Historisch werthvoll ist nur die breite zweischneidige 
Klinge. Auf den beiden Seiten liest man in lateinischen 
Majuskeln diegravirte und vergoldete Inschrift, und zwar 
vorne: »M ATI AS ■ CORVINVS ■ REX - VNGARIAE«, 
rückwärts : »PRO * REGE ■ DIVINA * LEGE ■ ET * 
GREGE*. 1 ) Die Klinge ist italienisch. 

Die Echtheit dieser Klinge wurde, vermuthlich 
durch den jüngeren Griff irregeleitet, zuweilen bezweifelt. 
Sie erweist sich aber durch ein Schreiben Königs Maxi¬ 
milian L an Erzherzog Sigismund von Tirol, Linz, 
16. Jänner 1491, worin jener bemerkt, er schicke ihm 
hier ein Schwert des Königs Mathias Corvinus und 


1 ) Zeiller in seinem Itin. Germ, pag, 351 bemerkt, dass der 
König dieses Schwert geführt habe, »als die Böhmen vor Wien 
lagen« (?). 









6 


werde ihm auch eine Kanone von selbem senden .9 
Das Schwert stammt in der That aus Innsbruck. 

4. Schwert mit vergoldetem Griffe. Der letztere 
mit noch gothisirenden Details ist eine Arbeit des 
XVI. Jahrhunderts. Die schöne, alte und fast unver¬ 
sehrte Klinge gehört dem XIV. Jahrhundert an. Sie 
führt einige in Messing eingelegte Marken, so ein Klee¬ 
blatt, den »Passauer Wolf«, endlich die Buchstaben INRI. 
Der Meister zeichnet sich: »I«. 


Tafel VIII. 

1. Ungarische Tartsche von blankem Eisen mit 
ornamentalen Verzierungen und figuralen Darstellungen 
in Schwarzätzung. Der Schildbuckel von Messing stellt 
die Sonne vor, von welcher in Aetzung dargestellte 
Strahlen und Flammen radial auslaufen. Der gekehlte 
Rand ist mit Arabesken geziert. Im Felde läuft dem 
Rand entlang ein stilisirter Wolkendessin; in den vier 
Ecken sind die Winde als blasende Kinderköpfe dar¬ 
gestellt. Am Unterrande erblickt man den einen Pfeil 
abschiessenden Tod als nackte Figur auf einem dürren 
Klepper reitend; eine Composition von meisterhafter 
Darstellung, die sehr an das berühmte Blatt 4 der 
Apokalypse Albrecht Dürer’s von 1498, »die apokalypti¬ 
schen Reiter« erinnert. Auch unsere Darstellung von 
etwa 1490 datirend, kann die fränkische Schule nicht 
verleugnen. 

2. Ungarische Tartsche. Dieselbe ist ein Erzeugniss 

mittelalterlichen Schilterhandwerks, von Holz mit Per¬ 
gament überzogen, versilbert und bemalt. Die Haupt¬ 
form entspricht jener der im späteren Mittelalter in 
Aufnahme gekommenen türkischen Schilde, welche im 
XVI. Jahrhundert wieder verschwanden. Die Bemalung 
ist sehr einfach und in Art eines Holzschnittes in 
Strichmanier durchgeführt. Ringsherum läuft ein 
gothisirendes Wolkenornament. In der Mitte ist eine 
Jungfrau, zwischen Blumen sitzend, dargestellt. Sie hält 
ein Schriftband in der Rechten mit der Inschrift in 
Fracturminuskeln: »i ♦ fat ♦ i ♦ Ut ♦ ♦ d. h.: 

Ich wart im garten. Der Stil steht der österreichischen 
Schule nicht ferne. Wir dürften mit diesem Schilde ein 
Ausrüstungsstück der ungarischen Garde Maximilian I. 
als König von Ungarn vor uns haben, die in einzelnen 
Repräsentanten wir wiederholt im »Theuerdank« er¬ 
blicken. Deutsche Arbeit um 1490. 

3. Sattel aus dem Besitze des römischen Königs 
Wenzel I. Derselbe besteht aus Holz, der Vordersteg 
läuft oberhalb in zwei Schnecken aus, von welchen eine 
leider weggebrochen ist. Auf der erhaltenen liest man die 
Inschrift in Elfenbein: »Uril ♦ £$ ♦ 00t ♦ jid| ♦ Ijelf ♦ ifXV 


♦ a ♦ ♦ ♦« (aus der Noth). Der Sitz ist mit Elfen¬ 
bein belegt und damit in sehr flachem Relief eine 
fliegende Draperie dargestellt. Alle übrigen Theile sind 
mit Figuren in Elfenbein belegt. Die Motive sind theils 
Allegorien, theils sind sie Gestalten aus der roman¬ 
tischen Poesie des späten Mittelalters, andere, wie 
der sein Junges anhauchende Löwe, sind wieder 
dem Physiologus entnommen. Vorne an der Gabelung 
findet sich, auf einem Herz aufsitzend, der Buchstabe ? 
in Elfenbein eingelegt, genau so, wie er zu mehreren 
Malen in der Bibel dieses Königs erscheint. ! ) Dieser 
Buchstabe E, sowohl, auf des Königs zweite Gemahlin 
Sophia (Euphemia) deutend, als auch das Auftreten der 
sogenannten »Bademagd« unterden Darstellungen,lassen 
keinen Zweifel über den ursprünglichen Eigenthümer 
übrig. Ueberdies finden sich auch zwischen den Ge¬ 
stalten der römische Königsadler. Der Grund ist kobalt¬ 
blau bemalt, eine spätere rohe Zuthat. 

Wenzel ist 1361 geboren. Als römischer König 
Nachfolger Kaiser Carls IV., er starb 1419. Wenzel war 
bekanntlich zu Wien in der Gefangenschaft gehalten, 
aus welcher er 1403 entfloh. Es liegt die Vermuthung 
nahe, diesen Sattel als zu den Gegenständen zählend 
anzunehmen, welche derselbe bei seiner Flucht aus 
dem Praghause am Kienmarkt zurückgelassen hatte. 


Tafel IX. 

1. Prunkharnisch des Grafen Eitel Friedrich von 
Zollern. Derselbe ist blank, mit schmalen gekehlten 
Strichen, welche mit reichen Verzierungen von zarter 
Zeichnung in Goldschmelz geziert sind. Der Harnisch 
zeigt noch ältere Formen. Burgundischer Helm, Kugel¬ 
brust, halbe Ellenbogenmuscheln und schwere Eisen¬ 
schuhe (Ochsenmäuler). Die vielen Ornamente mit ein¬ 
gestreuten Figuren weisen sehr nahe auf Israhel van 
Meckenem. Um den Oberrand des Bruststückes ist in 
Goldschmelz die Colane des Vliessordens dargestellt. 

Wenn Israhel van Meckenem wirklich die Auszierung 
dieses schönen Harnisches fertigte, was sehr wahr¬ 
scheinlich ist, dann ist dieser nicht später als 1503 
vollendet worden, in welchem Jahre am 15. März Israhel 
gestorben ist, er ist aber auch nicht älter als von 1501 
anzunehmen, weil Eitel Friedrich den Vliessorden erst 
am 19. Jänner dieses Jahres erhielt. 

Der Harnisch trägt keine Marke an sich, ist aber 
zweifelsohne Nürnberger Arbeit. 

Eitel Friedrich war Maximilians I. Obersthofmeister 
und 1495 der erste Präsident des neugeschaffenen 
Reichskammergerichtes; er starb 1512. 

2. Turnierharnisch des Grafen Andreas von 
Sonnenberg. Derselbe ist blank mit schmalen gekehlten 
und in Gold geschmelzten Rändern, von meisterhafter 


9 Chmel. Oest. Geschichtsforscher. I. 336. 


9 Schlosser Dr. Julius. Die Bilderhandschriften des Königs 
Wenzel I. Jahrb. d. kunsthistorischen Sammlungen, XIV. Band. 












7 


Ausführung. Burgundischer Helm, Kugelbrust, Achseln 
mit Brechrändern. Geschlossene Armbeugen* Ange¬ 
schobene Bemtaschen, breite Eisenschuhe mit Kehlungen, 
Auf der Brust finden sich noch Spuren von Heiligen¬ 
darstellungen in Goldschmelz (eine St. Barbara); auf 
dem Rücken ist in gleicher Technik die heilige Maria 
dargestellt. 

Auf einem Wechselstücke dieses schönen Har¬ 
nisches finden sich zwei Marken. 



Die erstere ist die Beschaumarke von Augsburg, 
letztere gehört dem berühmten Waffenschmied Koloman 
Colman, genannt Helmschmied, an, 

Koloman ist 1471 als der Sohn des kaiserlichen 
Harnischmeisters Lorenz zu Augsburg geboren. Er 
arbeitete viel für den kaiserlichen wie für den Mantua¬ 
nischen Hof und starb 1532,') 

Andreas Graf von Sonnenberg und Friedberg, Erb¬ 
truchsess von Waldburg war Rath des Erzherzogs Sigis¬ 
mund von Tirol und zeichnete sich in vielen Gefechten 
in den Niederlanden und in Ungarn aus. Er wurde 15x1 
von Felix von Werdenberg ermordet 


Tafel X. 

1, Geschlossener Hehn und Rundschild des 
Connetable Charles von Bourbon. Der Helm ist blank 
mit gravirten und vergoldeten ornamentirten Strichen 
und figuralen Darstellungen: wie Nessus und Dejanira, 
Samson, die Planeten und Jagdscenen, Die Ausführung 
der Gravirungen ist handwerksmäßig, An mehreren 
Stellen liest man die Inschrift: ABIA * RESPET * AL ■ 
TVCDHONORE. Der Rundschild (1. a) von ähnlicher 
Ausstattung zeigt in der Mitte einen Stern, von welchem 
acht Strahlen auslaufen. In den breiten Randstreifen 
folgen sich abwechselnd ein bekröntes Jerusalemkreuz 
und ein R. 

Beide Stücke stammen aus dem Besitze des Erz¬ 
herzogs Ferdinand von Tirol und wurden wahrschein¬ 
lich durch den Diplomaten Busbecq in Frankreich er¬ 
worben, Im Jahre 1806 entgingen sie nur in Folge 
einer Verwechslung ihrer Ueberführung nach Paris, 

Beide Stücke, vielleicht französisch, datiren von 
ungefähr 1520. 

Charles von Bourbon, Herzog von Bourbonnais, 
ist 1489 geboren. Er focht ruhmvoll für Franz L von 
Frankreich, von Intriguen des Hofes verfolgt, bot er 
1523 seine Hilfe Kaiser Carl V. an, stritt siegreich bei 
Pa via 1525 und fiel beim Angriffe auf Rom 1527.-) 


q Boeheim Wendelin. Augsburger Plattner etc. Jahrbuch der 
kunsthistorischen Sammlungen. Bd, XII, XIV. 

s ) Sacken, Dr. Eduard Freiherr von. Die k. k. Ambraser 
Sammlung, Wien 1855. 


2# Schild aus der Schale einer Riesenschildkröte 
(Chelonia Midas). An der Aussenseite erblickt man, in 
lasirten Temperafarben gemalt, die Darstellung: Man* 
lius Torquatus dem am Ufer des Anio überwundenen 
Gallier die Torques abnehmend. Toskanische Schule 
des Quattrocento, Goldgrund. 

3. Ungarische Tartsche der ungarischen Garde 
des Königs Maximilian I. von Holz mit Pergament 
überzogen mit in freier Hand gepressten Ornamenten 
geziert und vergoldet. Die Verzierungen zeigen gothi- 
sirendes Blattwerk der Eiche mit dem des Granatapfel¬ 
baumes verschlungen. Deutsche Arbeit, um 1490, 


Tafel XL 

1. Geweihtes Schwert mit den Insignien des 
Papstes Julius II, (della Rovere), Dasselbe, von der 
ansehnlichen Länge von 150-5 Centimeter, besitzt einen 
Griff aus vergoldetem Silber mit blauem franslucidem 
Email, in dessen Verzierungen vielmals die Wappenfigur 
der Familie della Rovere als Motiv erscheint. Auf der 
flachen Klinge erblickt man in vergoldeter Aetzung die 
heiligen Petrus und Paulus, das Wappen des Papstes und 
die Inschrift: IVLIVS - II. - PONT - MAX ■ ANNO ■ VII. 

Dabei befindet sich noch die Scheide (i,a), mit 
rothem Sam int überzogen und mit durchbrochenen 
Auflagen in vergoldetem Silber und prachtvollen Emails 
in champlevä ausgestattet. Bemerkenswerth erscheint 
der in Roth und Gold gewebte Gürtel, an welchem 
die Schnalle ihrer Emails wegen besondere Beobach¬ 
tung verdient 

Seit dem XII. Jahrhundert war es Sitte, dass der 
Papst alljährlich in der Christnacht ein Schwert und 
einen Hut weihte, um diese an Fürsten zu übersenden, 
welche sich um die Christenheit oder den päpstlichen 
Stuhl besonders verdient gemacht hatten. Dieses von 
1510 datirende Schwert dürfte allen Daten nach an 
Kaiser Maximilian I. verehrt worden sein, und ist damit 
ein bedeutsames Gedenkstück an die Ligue von Cambray. 

2. Reiterschwert. Der Griff von blankem Eisen ist 
theils mit Messing belegt. Der Knauf ist schnecken¬ 
förmig gebildet. Die 100 Centimeter lange Klinge ist 
oben einschneidig und läuft erst unterhalb zweischneidig 
aus. Unter den Klingenschmiedezeichen erblickt man 
die alte Solinger Marke: die gekreuzten Flegel. 

* $ 

Der Wappenschild mit Rauten im Blason deutet auf 
Baiern, Um 1500, 1 ) 


3 ) Leitner Quirin, Die Waffen Sammlung des österr. Kaiser¬ 
hauses. 









Tafel XII. 


3. Schwert mit alter spitz zulaufender italienischer 
Klinge, Der kurze Griff ist beledert, der pyramiden¬ 
förmige Knauf, die lappig gebildeten Parirstangen, sowie 
der breite Pärirring sind von grauem Eisen und mit 
seichter Gold- und Silbertausia geziert, die schon stark 
abgerieben, doch noch sehr zierlich gezeichnete Jagd- 
und Kampfscenen erkennen lässt. Italienisch, Mitte des 
XVI. Jahrhunderts. 

4. Schwert des kaiserlichen Feldobersten Ulrich 
von Schellenberg. Ein echtes Landsknechtschwert mit 
vergoldetem Griffe, Die S-förmig gebildete Parirstange 
endet beiderseits in Schellen; eine Anspielung an den 
Namen. An der ledernen Scheide (4-a) ist ein soge¬ 
nanntes Besteck, befindlich, für 8 Messer (4. b) dienend, 
von denen noch deren 6 vorhanden sind. Die Griffe 
dieser Messer enthalten Inschriften, die in ihrem Zu¬ 
sammenhänge Verse aus einem älteren Minnelied er¬ 
kennen lassen. Wir lesen hier Folgendes: »Kain , fred , 
on . sie — ich * hof. und . zihfel . d. — als mit gluck. 
— ich . wart . der, zit , — ich . lid , und , sehwig — 
ich klag , das . nit . s . m , — als , ir ♦ zu . lieb. —* 

Die Messerklingen tragen ein älteres Klingen- 

schmiedezeichen. Das Kreuz X - 

Ulrich von Schellenberg, geboren um 1487, Doctor 
der Rechte, war Ritter und Feldoberst, der rühmlich in 
Italien, besonders bei Pavia focht. Er ward 1530 
kaiserlicher Hofrath und starb 1558. 

5. Venetianisch es Schwert. Der Griff mit Bügel 
ist .von Eisen. Die Klinge mit 63 Centimeter Länge 
ist an der Schneide sägeartig gebildet und endet in 
scharfer Spitze . x ) Derlei Schwerter führten die Marine¬ 
soldaten der Republik Venedig als Enterwaffe um 1520. 


6. Kleines Streitbeil von Eisen. Sowohl die BeÜ- 
klinge als der Stiel und der Griff sind mit schönen 
und zierlichen Verzierungen in Schwarzätzung aus¬ 
gestattet Der Griff ist mit Draht umwunden. Die Waffe 
ist der italienischen leichten Reiterei des XVI, Jahr¬ 
hunderts eigenthümlich. Um 1550. 

7. Streitkolben des Matthäus Lang, Erzbischofs 
von Salzburg, Derselbe besteht aus vergoldetem Silber, 
der Kolben ist mit Eicheln besetzt Alle Füllungen des 
Kolbens und des Stieles sind mit translucidem Email 
ausgestattet, welches jedoch schon sehr schadhaft ist 
Die Technik ist venetianisch. Der Griff ist mit geätzten 
Verzierungen geschmückt. 

Die Zuschreibung ist schon in den Inventuren 
von 1596 an gemerkt Italienisch, vielleicht venetianisch, 
um 1500. 


j ) Leitner, 1. c. 


r. Feldhamisch des Kurfürsten Johann Fried¬ 
rich von Sachsen, Derselbe ist geschwärzt mit breiten, 
blank gehaltenen und mit meisterhaft gezeichneten 
Verzierungen, in Aetzarbeit ausgestatteten Streifen und 
Randborten. Bemerkenswerth sind die Dimensionen 
dieses Harnisches, welche auch der bekannten Leibes¬ 
fülle dieses Fürsten entsprechen. In den erwähnten 
Aetzstreifen, deren Laubzüge eine Meisterhand verrathen, 
finden sich zahlreiche figurale Gestalten eingestreut. 
Der Stil weist auf jenen des Lucas Cranach, der ja 
am Hofe des Kurfürsten lebte, das Monogramm 
aber auf Mathias Gerung. Die Formen des Harnisches 
mit burgundisehem Helm, Kugelbrust, angeschobenen 
Beintaschen und hoch in die Lenden reichenden Ober¬ 
schenkelschienen, endlich die breiten Eisenschuhe, 
weisen auf eine Fertigungszeit um 1530. 

Kurfürst Johann Friedrich ist 1503 geboren, %vard 
1532 Kurfürst 1546 Haupt des schmalkalden’schen 
Bundes, 1547 wurde er in der Schlacht bei Mühlberg 
gefangen und erst 1552 wieder in Freiheit gesetzt Er 
starb 1554, 




2. Ganzer Feldhamisch des Grafen Friedrich III, 
von Fürstenberg, Derselbe ist blank und mit schwarz¬ 
geätzten Strichen, Emblemen und Inschriften aus¬ 
gestattet. Das Bruststück mit scharfem Grat führt 
oberhalb einen breiten geätzten Streifen mit einem 
Medaillon, in welchem ein behelmter Kopf, möglicher¬ 
weise das Bildniss des Besitzers erscheint, ferner die 
Jahreszahl 1531. Auf dem Rückenstücke liest man die 
Inschrift: 

ZVM - KLICK - MIT ’ FRET - WIE ■ GOT * WIL * 


Das Plattnerzeichen auf dem Bruststück 
ist nicht eruirt, es bat die beifolgende Form 



Vielleicht ist es die lang gesuchte Marke des bedeutenden 
Waffenschmiedes Wolf von Landshut. Für diese An¬ 
nahme würde auch das baierische Wappen sprechen, 
das sich m dem Mittelstreifen der zugehörigen Doppel¬ 
brust findet. 

Friedrich Graf von Fürstenberg, Heiligenberg und 
Werdenberg, geboren 1496, kämpfte in 18 Feldzügen 
für Carl V„ wurde später Obersthofmeister Ferdinands I. 
und Reichsbannerträger. Er starb 1559 . ] ) 


Tafel XIII. 

1. Ganzer Feldhamisch des Landgrafen Philipp 
des Grossmüthigen von Hessen. Bei seiner reichen 
Ausstattung ist dieser Harnisch kaum für den Feld¬ 
gebrauch bestimmt gewesen. Derselbe ist blank, an 


9 Schrenek von Notzing Jacob. Armamentarlum heroicum. 


1601. 











9 


vielen Stellen im Pfeifenmuster getrieben und mit 
schwarz geätzten ornamentirten Streifen geziert* Die 
allgemeine Form, vorzüglich des burgundischen Helmes, 
wie nicht minder jene der grossen, schön getriebenen 
Armkacheln, der noch ziegelförmigen Beintaschen, 
endlich der breiten Eisenschuhe, gemahnen noch an 
ältere Zeit, doch ist die Brust bereits tapulförmig vor¬ 
getrieben. Ebenso erinnern die Motive der Verzierungen 
in den Aetzstreifen an ältere Muster in Miniaturen* 
Wiederholt tritt der heraldische Adler auf* Am oberen 
Brustrande findet sich die geätzte Jahreszahl 1534. 
Der Meister dieses aus der allgemeinen Mode heraus¬ 
tretenden Harnisches ist unbekannt, er reiht sich nicht 
in die Augsburger- oder Nürnberger-, noch in eine 
andere bekannte Schule, ohne in den Details die Zunft- 
massigkeit zu verläugnen* 

Philipp der Grossmüthige wurde 1504 geboren, 
regierte seit 1518* Als eines der Häupter des Schmal- 
kaldischen Bundes schlug er 1545 den Herzog Heinrich 
von Braunschweig und nahm ihn gefangen, gerieth 
aber in der Schlacht bei Mühlberg 1547 selbst in die 
Gefangenschaft des Kaisers Carl V. Er starb 1567* 

2* Prunkharnisch des Freiherrn Wilhelm von 
Rogendorf, Dieser in seiner Form ganz aus der Scha¬ 
blone tretende Harnisch folgt der deutschen Lands- 
knechttracht mit Puffen und Schlitzen* Er ist blank 
und in den dargestellten Schlitzen schwarz geätzt* Un¬ 
verkennbar bildete er einen Theil einer grösseren 
Harnischgarnitur, deren übrige Stücke bis auf wenige 
verloren gegangen sind. Der geschlossene Helm schon 
gehörte zu einem anderen Harnische der Garnitur, die 
zugehörige Landsknechthaube fehlt. Die Brust ist noch 
kugelförmig. Interessant sind die weiten bauschigen 
Armzeuge und nicht minder die Bedeckung der Gesäss- 
theile im Rücken. 

Der Harnisch ist um das Jahr 1522 zu einer Zeit 
gefertigt, als Rogendorf als Befehlshaber der deutschen 
Landsknechte in Spanien focht. Es ist bemerkenswert!!, 
dass sich in der Armeria Real zu Madrid und im 
Musee d'Artillerie zu Paris allein Harnische von gleicher 
oder ähnlicher Construction wie an dem unseren be* 
finden, die alle auf die Werkstätte des Kolo man Helm¬ 
schmied in Augsburg (gest* 1532) zurückzuführen sind* 

Wilhelm Freiherr von Rogendorf und Mollenburg 
ist 1481 geboren. Er focht 1508 gegen die Venetianer, 
1522 gegen die Mauren in Spanien und gegen die 
Franzosen* Mitvertheidiger Wiens gegen die Türken 
1529* Als Oberbefehlshaber in Ungarn wurde er vor 
Ofen tödtlich verwundet und starb zu Sortierern r 541 ** x ) 


Tafel XIV. 

1* Sturmhaube und Brigantine des Francesco 
Maria von Rovere-MontefeLtre, Herzogs von Urbino* 

l ) Bergmann Josef* Medaillen auf berühmte Männer, I, 216 , 

— Ueber die Freiherren und Grafen zu Rogendorf. Sitzungs¬ 
berichte d. kais. Akademie d. W., VIL Bd., Heft VII. 


Beide sind gebräunt und von getriebener Arbeit* An 
der Sturmhaube ist ein gelocktes Haupt im antiki- 
sirenden Stile nachgeahmt; in der Brigantine (Schuppen¬ 
panzer) das Kleid eines antiken Römers* Die Sturm¬ 
haube trägt im Nacken folgende eingestempelte Marken, 





lüpf i siksäi 

OLAMEVlSI^OMOl 

* x xxü- * 


Die Meister dieses berühmten Prunkharnisches, 
die Gebrüder Philipp und Jacob Nigroii von Mailand, 
sind nur mehr in der Armeria Real zu Madrid, aber 
in bcwundernswerthen Arbeiten, und zwar für Carl V* 
vertreten* Philipp starb um 1592* Ein dritter Bruder, 
Francesco, wurde 1532 Hof-Wehrvergolder (Deau- 
rator) Carls V* 1 ) 

Francesco Maria von Rovere wurde 1491 geboren, 
diente anfänglich unter Papst Julius II. gegen Venedig 
1509, fiel aber später in Ungnade und wurde von Leo X* 
seiner Länder beraubt, die er aber 1521 wieder in 
Besitz nahm* Grossen Ruhm erwarb er sich als Feld¬ 
herr der Venetianer* Er starb durch Gift 1538. 


2* Halber Landsknecht harnisch des Conrad von 
Bemelberg, Derselbe äst blank und in allen Theilen 
mit schwarzgeätzten Darstellungen im Stile der deut¬ 
schen Illuminatoren geziert* Der Harnisch selbst bietet 
ganz den Typus der älteren Landsknechtharnische* 
Schirmhaube, Brust mit bereits vortretender Auftreibung 
in der Mitte (Tapul). Auf der Brust ist in Goldätzung 
der gekreuzigte Heiland und vor diesem knieend der 
Besitzer dargestellt, dabei die Inschrift: HILF* HER' 
AM * KRBICZ. Auf der Doppelbrust findet sich ober¬ 
halb ein breiter Aetzstreifen mit der Darstellung des 
Raubes der Helena in der Art des Bartel Beham* Die 
übrigen Darstellungen mit aoslaufenden Schreiberzügen 

führen dasÄetzmaler-Monogramm "T\ 0 ? zweifelsohne 
des Albert Glockenton (gest. nach ' 1556)* Die 

Meister dieses ausgezeichnet schönen Harnisches sind 
durch ihre Zeichen sichergestellt. Auf der Haube findet 
sich ne- _ ben der Beschaumarke von Nürnberg das 
Zeichen ^ des Valentin Siebenbürger (gest* 1564); 
auf der Brust aber die Marke seines Sch wie- _ 
gervaters, des Wilhelm von Worms des Aelteren 
(gest* 153g). 

Neudörfer bemerkt in seinen Nachrichten über 
Nürnberger Künstler und Werkleute bei Erwähnung 
Siebenbürgers: 2 ) ?>Den hat sein schwäher fast lieb, 
wohnet bei ihm und seiner tochter im haus und ver¬ 
gönnt ihm all sein kunst und kundschafte — Der 
Harnisch datirt von c* 1532. 

f ) Böeheim Wendelin* Mailänder Waffenschmiede, Jahrbuch 
d, kunsthist. Sammlungen, IX, Band. 

-) Neudörfer Joh, Nachrichten von Künstlern und Werk¬ 
leuten in Nürnberg, 1547. Quellenschriften für Kunstgeschichte 
X* Band. 


2 






















IO 


Conrad von Bemelberg oder Boineburg, genannt 
der kleine Hess, ist 1494 geboren. Er diente in den 
französischen Kriegen, war bei Pavia, focht als Befehls¬ 
haber in Italien und den Niederlanden und zeichnete 
sich besonders 1532 in Ungarn aus. Er starb 1567. 
Von ihm bewahren die kunsthistorischen Sammlungen 
des Allerhöchsten Kaiserhauses in diesen Harnisch 
gekleidet ein in Augsburg 1582 gemaltes Porträt von 
. Petrus Dorisy (Dorici ?) aus Mecheln. 


Tafel XV. 

1. Feldharnisch des Königs Philipp II. von 
Spanien. Dieser eigenartig geformte Harnisch ist blank, 
mit breiten schwarz geätzten Zügen, welche von 
schmalen Leisten in vergoldetem Aetzwerk eingefasst 
sind. Der Helm ohne Kamm besitzt einen breiten 
Sonnenschirm, die Achseln tragen schmale Brechränder, 
die Ellenbogenkacheln sind mit den Emblemen des 
Vliessordens in Goldätzung geziert. Die Brust hat die 
Form von etwa 1543. Die schmalen Eisenschuhe sind 
vorne abgehackt gebildet. Eine Marke ist nicht vor¬ 
handen. 

Der Harnisch bildet einen Theil einer grösseren 
Garnitur des Königs, von welcher die übrigen Theile, 
darunter auch ein interessanter Harnisch für den deut¬ 
schen Fusskampf (genannt mit den Greifen), noch zur 
Stunde in der Armeria Real zu Madrid bewahrt werden. 
Er ist ein Geschenk des Königs an den Erzherzog Fer¬ 
dinand von Tirol und wird bereits in dem ältesten In- 
ventare der Waffensammlung dieses Prinzen von 1583 
beschrieben. Die ganze Garnitur ist deutsche, ohne 
Zweifel Augsburger Arbeit und allen Anzeichen nach 
ein Werk des berühmten Waffenschmiedes Desiderius 
Helmschmied. 

König Philipp II., Sohn Kaiser Carls V., ist 1527 
geboren und starb 1598. 

2. Ganzer Feldharnisch des Königs, später Kaisers 
Maximilian II. Derselbe ist blank und aus ornamen- 
tirten Strichen und Randbordüren in vergoldeter Aetzung 
geziert. Seine Formen mit burgundischem Helm, 
Achseln mit noch hohen Brechrändern, Brust mit tiefem 
Gansbauch, geschnürtem Unterbeinzeug und schmalen 
Eisenschuhen weisen auf die Zeit zwischen 1562 und 
1564. Bemerkenswerth ist der Latz oder Gliedschirm 
(latus), eine Mode, die am Schlüsse des XV. Jahr- 
hunders unter den Landsknechten entstand, sich rasch 
selbst bis in die höchsten Kreise verbreitete und um 
1570 ziemlich rasch wieder verschwand. 

Der Harnisch weist durch seine Marken deutlich 
auf den Meister. Wir ersehen an mehreren Stellen das 
Zeichen der Nürnberger Beschau und die Marke mit 
dem »zum Grimme geschickten« Löwen. 



Letzteres ist die Marke des Conrad Lochner, eines 
der bedeutendsten Nürnberger Plattner (gest. 1567), 


der auch von 1542 an am Hofe zu Prag thätig ge¬ 
wesen war. 

Kaiser Maximilian II. ist 1527 geboren. Römischer 
König und von Böhmen 1562, von Ungarn und 
Kaiser seit 1564. Er starb 1576. 

Aus den Emblemen am Kamme des Helmes, 
unter welchen der römische einköpfige Adler erscheint, 
ist zu entnehmen, dass der Harnisch zwischen 1562 
und 1564 gefertigt sein musste. 


Tafel XVI. 

Rossharnisch des Ruprecht Pfalzgrafen bei Rhein. 
Dieses Rosszeug zählt durch seine Ausstattung mit 
schmalen Riffelungen in die Kategorie der sogenannten 
Maximilians-Harnische; er ist blank und an den Rän¬ 
dern und sculpirten Stellen in Goldschmelz geziert. 
Die Rossstirne hat einen Salamander ausgetrieben. Die 
Streifbuckel des Fürbugs stellen Löwenköpfe dar. Der 
Sattel besitzt bereits Schenkelwülste. Das Hinterzeug 
(Gelieger) ist aus gekreuzten Schienen gebildet, die 
unterhalb in Buckeln enden, mit welchen Schellen 
dargestellt sind. Das Rosszeug von vermuthlich Augs¬ 
burger Arbeit, datirt von c. 1502. Es besitzt keine 
Meistermarke. 

In den ältesten Inventaren ist der Gegenstand irrig 
dem deutschen Könige Ruprecht von der Pfalz(i352 1410) 
zugeschrieben; es ist das eine Verwechslung, die auch 
in Schrenck’s von Notzing Kupferstich werk: »Arma- 
mentarium heroicum« (begonnen 1582, herausgegeben 
I 1601) übergegangen ist. Es ist aber klar, dass derselbe 
seinem weit jüngeren Namensvetter, der durch seine 
Fehde um das Erbe Baierns gegen Kaiser Maximilian 
bekannt ist, angehört. Sie fand durch die Eroberung Kuf¬ 
steins und das Ableben Ruprechts 1504 ihren Abschluss. 
Ruprecht ist 1481 geboren; seit 1499 mit Elisabeth 
von Baiern vermält, starb er im Alter von 23 Jahren. 


Tafel XVII. 

Leichter Rossharnisch (Gelieger) des Königs, 
späteren Kaisers Ferdinand I. Derselbe ist blank mit 
theils getriebenen, theils geätzten und vergoldeten 
Emblemen und Ornamenten. Auf dem Vordertheile 
(Fürbug) wie an den Taschen des Croupegeliegers sind 
Meergottheiten und Sirenen dargestellt. Der Bezug des 
Sattels besteht aus verblichenem rothem Sammt. Auf 
einer der Halsschienen liest man die Jahreszahl 1547. 

Schon im Jahre 1539 ^ ess sich Ferdinand durch 
seinen Hofplattner Jörg Seusenhofer zu Innsbruck einen 
Harnisch und ein »Gelieger« fertigen. 1547 beauftragte 
er Seusenhofer, seinem Sohne Erzherzog Ferdinand 
einen Harnisch mit allen Doppelstücken J ) und ihm 
selbst ein »gelieger, inmassen er ihm zuvor (1539) 
gemacht«, zu fertigen. Dieses Gelieger erblicken wir auf 
unserer Tafel. Beide erwähnten Rossharnische, ganz 
von gleicher Form, kamen durch Erbschaft in den 

*) Diesen Harnisch ersehen wir auf Tafel XXI. 2. 














Besitz des Erzherzogs Ferdinand von Tirol und wurden 
im Schlosse Ambras bewahrt* Jener von 153g wurde 
1806 auf Befehl Napoleon’s L mit anderen werthvollen 
Harnischen nach Paris geführt und wird heute im Musee 
d ? Artillerie bewahrt 

Jörg Seusenhofer, ein Sohn des kaiserlichen 
Wappenmeisters Hans, ist um 1516 geboren, er erlangte 
grossen Ruf als Waffenschmied, als welcher er für den 
Hof wie für zahlreiche ausländische Könige und Adelige 
beschäftigt war; er starb 155g. 1 ) 


Tafel XVIII. 

r. Sturmhaube, dem Kaiser Carl V. zugeschrieben* 
Dieselbe ist von Eisen, blank gehalten und in getrie¬ 
bener Arbeit ausgestattet, durch welche sie zu den 
kunstvollst gestalteten Waffenstücken zählt. Das Scheitel- 
stück ist durch verzierte Bänder in Lünetten getheilt, 
welche in zahllosen kleinen Figuren Scenen enthalten, 
welche der Aenetde Virgil 1 s entnommen sind, wie auch 
lateinische Inschriften an beiden Seiten besagen. Diese 
Scenenreihe setzt sich auch auf dem Gesichtsschirm, 
den Ohrlappen und dem Genickschirm fort. Auf dem 
hohen Kamme erblickt man die Götter gestalten des 
Olymps. Der Meister dieses durch seine trefflichen 
Compositionen, wie durch seine vollendete Ausführung 
hervorragenden Kunstwerkes ist bei dem Mangel einer 
dahinzielenden Bezeichnung nicht festgestellt; doch 
finden sich in manchen Details Aehnlichkeiten mit 
Werken des Augsburger Meisters Desiderius Helm¬ 
schmied. Die Sturmhaube stammt aus dem kaiserlichen 
Lustschlosse Laxenburg. 

2« Ungarische Sturmhaube Sisak, in deutschen 
Inventaren auch Zischägge genannt, des Grafen 
Niclas Zrinyi, Banus von Croatien. Diese Sturmhaube 
des in Ungarns Geschichte so ruhmvoll hervortreten¬ 
den Befehlshabers ist von der gewöhnlichen Form 
dieser ursprünglich orientalischen Kopfbedeckung; sie 
ist blau angelaufen und mit breiten primitiv gearbeite¬ 
ten Ornamenten In Goldschmelz geziert. Nebst einem 
Säbel mit dem Wappen des Grafen und einem Hermelin¬ 
pelz (schuppinzerle) wird sie bereits im Waffen-Inven- 
tare des Schlosses Ambras von 1583 beschrieben. 

Graf Zrinyi ist 15x8 geboren, soll bereits bei 
der Belagerung von Wien 152g mitgefochten haben. 
Er zeichnete sich besonders 1532 gegen die Türken in 
Ungarn aus, wofür ihn der König zum Tavernicus er¬ 
nannte. Er fiel nach einer beispiellos hartnäckigen 
Verteidigung der Festung Szigeth, bei welcher selbst 
der Sultan dahingerafft wurde, 1566* Sein Haupt ruht 
in Czäkäthurn, der Rumpf wurde in Szigeth beerdigt 


4 ) Schönherr D r Der Harnisch Königs Franz von Frankreich. 
Archiv für Tirol 1 , 

Schönherr 1 ). und Boehcim W. Ein Harnisch Erzherzogs 
Ferdinand von Tirol. Mitth. d. k. k. Centralcommission, n. F, 
VI. undVIL Bd. 


3. Burgundischer Helm des Königs, später 
Kaisers Ferdinand I. Dieser Helm, blank mit geätzten 
und vergoldeten Verzierungen, nimmt durch die son¬ 
derbare Form seines Visirs, welches übermässig spitz 
vorspringt, und der Schnauze eines Fuchses gleicht, 
die Aufmerksamkeit in Anspruch. Diese Form der 
Schembartvisire, wenn auch zur Zeit der Fertigung 
um 30 Jahre veraltet, hatte doch den praktischen 
Zweck, im geschlossenen Zustande dem Träger das 
Athemholen zu erleichtern* Sie erinnert wohl auch 
lebhaft an die sogenannten Hundsgugeln« (S. Tafel VI.) 
Auf dem Kamme erblickt man heraldische Embleme 
des Königs, durch welche sich erweist, dass der Helm 
vor 1527 geschlagen wurde. 

Im Nacken zeigt sich die Marke des Innsbrucker 
Plattners, und seit 1555 königlichen Hofplattners Jörg 
Seusenhofer* Der daneben geschlagene Bindenschild 
bezeichnet die königliche Harnischkammer. 



üe 


Tafel XIX. 

Prunkschild, dem Kaiser Carl V. zugeschrieben. 
Dieser Schild von feinstem Eisen zählt zu den berühm¬ 
testen Meisterwerken der Treibarbeit Derselbe, etwas 
bizarr contourirt, mit phantastischen Köpfen In den 
Ecken, enthält in fünf Lünetten Scenen In nackten 
Figuren, in welchen das Leben eines Helden geschil¬ 
dert wird, ln den einzelnen Bildern ersehen wir: 
1. Den Auszug zum Kampfe und den Schwur der Sol¬ 
daten. 2. Den Kampf des Helden. 3. Der Held über¬ 
reicht dem Könige die Spolia opima. 4. Er feiert den 
Triumph. 5. Das letzte Ringen der Uüberwundenen* 
Oberhalb erblickt man das Haupt der Zwietracht, unter¬ 
halb das Antlitz des Friedens. Zwischen diesen Lü¬ 
netten wird der Raum mit meisterhaft modellirten 
nackten Gefangenen ausgefüllt, welche in ihrer Zeich¬ 
nung und Modellirung an ähnliche Giulio’s Romano 
erinnern, jedenfalls aber der römischen Schule ange¬ 
hören. Der Rand des Schildes, wie die die Lünetten 
umgebenden Bänder sind in feiner Goldtausia geziert; 
ebenso sind die Gewänder und Rüstungstheile der Fi¬ 
guren in Gold geziert* 

Von diesem Prachtstücke italienischer Kunst um 
1550 existirt eine nicht minder werthwolle Wieder¬ 
holung, die, aus der Prager Kunstkammer stammend, 
nun im Schlosse des Grafen Wränge! zu Skokloster 
am Mälarsee bewahrt wird, aber in den Ecken ver¬ 
stümmelt ist. Spätere Nachahmungen dieses Werkes 
sind in Paris und anderen Orten wiederholt aufgetaucht. 









12 


Tafel XX. 

r. Prunkdegen, dem Kaiser Carl V. zugeschrieben. 
Dieser Degen besitzt ein Gefäss aus geschnittenem 
Golde, mit den reichsten und zartesten Verzierungen 
in opakem Email von geschmackvoller Zeichnung. 
Sowohl auf dem eiförmigen Knaufe wie an den Enden 
der Parirstangen erblickt man reizende Engelsköpfchen. 
Der Griff ist mit gesponnenem Golddraht umwunden. 
Die lange und spitz zulaufende Klinge trägt die spätere 
Marke des berühmten Mailänder Klingen¬ 
schmiedes Antonio Ficcinino fgeb. 1509, 
gest. 1589). Dabei auch das zugehörige Ortband¬ 
beschläge (ia). 

In diesem Prunkdegen erblicken wir die herrlichst 
ausgeschmückte Blankwaffe, und eines der schönsten 
Werke der italienischen Goldschmiedekunst überhaupt *) 
Ungeachtet der Herkunft der Klinge aus Mailand, 
dürfte die Goldschmiedearbeit, die wiederholt irrig 
Benvenuto Cellini zugeschrieben wurde, aus Florenz 
stammen. -) 

2. Degen. Der Griff aus grau an gelaufenem Eisen, 
sowie der Ansatz der Klinge sind mit eiogeschlagener 
Goldtausia in ungemein zarter Ausführung geziert. 
Zwischen geschmackvollen Arabesken zeigen sich An¬ 
sichten von Städten, Kampf- und Jagdseenen. Die 
Klinge besitzt zwei Mailänder Stempel, deren Meister 


* 



unbekannt ist. Auf der Schmalseite des Klingenansatzes 
liest man den Namen des Tausiators DAMIAN VS ■ DE * 
NERVE — ME ^ FECIT, was wahrscheinlich; > Da¬ 
mianos de Neron. Venetus me fecit,* zu lesen sein 
dürfte. Das Werk datirt um 1560. 3 ) 

3. Courtelas. Langes Hiebmesser, italienisch Col- 
telaggio. Das Gefäss in Eisen geschnitten und theil¬ 
weise vergoldet, zählt zu den geschmackvollsten Kunst¬ 
erzeugnissen der besten Zeit der Renaissance. Auf dem 
Knaufe zeigen sich phantastische Figuren im Hoch¬ 
relief zwischen fein gearbeiteten Ornamenten. Die Enden 
der Parirstangen bilden gebundene Pferdeschädel. Die 
schwere Klinge ist mit geschnittenem, in Gold und 

■) Beaumont C. La fieur des Epees. Der Verfasser hat die 
schönsten Exemplare von Schwertern und Degen aus Italien und 
Frankreich darin aufgenommen, aber vom Gesichtspunkte der 
Composition wie der Pracht der Ausstattung ist kein Exemplar 
darunter, das dem hier abgebildeten an die Seite gestellt werden 
könnte. 

-) Arneth J. Studien über B. Cellini Denkschriften der 
kais. Akademie der Wissenschaften. Bd. IX, 1S59. Vergl. auch 
Pion £., Benvenuto Cellini. Paris, 1SS3. 

3 ) Boeheim W. Mailänder Waffenschmiede etc. Jahrbuch 
der kunsthistorischen Sammlungen. Bd, IX. Ein Lorenzo de 
Neron war fr Wehrvergolder« am kaiserlichen Hofe von 1568 bis 
an seinen Tod 1599. Ein Kunstarbeiter de Nerve ist unbekannt. 



Silber tauschirtem Bandornament geziert. Die roth- 
sammtene Scheide (3a) besitzt getriebene und vergoldete 
Messingbeschläge. Der Meister dieses um 1565 datirenden 
Werkes ist unbekannt, doch dürfte dasselbe aus einer 
Mailänder Werkstätte herrühren. 1 * ) Ein diesem sehr ähn¬ 
licher Co urtelas. sicher von dem gleichen Meister, be¬ 
findet sich im Musee d T Artillerie in Paris, wohin er 
aus der Waffensammlung Napoleon’s III. zu Pierre¬ 
fonds gelangt ist. 


Tafel XXI. 

1. Ganzer Feldharnisch, blank mit geätzten und 
vergoldeten Strichen. Der Harnisch, von ungemein ge¬ 
nauer Ausführung, datirt nach seinen Formen um 
1547. Er trägt an mehreren Stellen nebst der Augs¬ 
burger- die Marke des berühmten Plattners Matthäus 
Frauenpreis. 

Der ältere Frauenpreis starb 1549, der jüngere und 
Sohn desselben gleichen Namens, nicht minder bedeu¬ 
tend, lebte noch 1563* Es ist somit nicht ganz sicherge¬ 
stellt, von welchem derselben der Harnisch gefertigt ist, 
zumal beide die gleiche Marke führten. Manche Um¬ 
stände deuten auf den älteren Meister. Der Harnisch 
stammt sicher aus der kaiserlichen Harnischkammer 
zu Wien und gehörte nach seiner Grösse dem Erz¬ 
herzoge Maximilian, dem nachherigen Kaiser, an. Die 
sichere Grundlage für eine Zuschreibung desselben ist 
aber verloren gegangen, 

2. Feldharnisch, zu einer vollständigen Garnitur 
des Erzherzogs Ferdinand von Tirol gehörig. Diese 
Garnitur blank mit geätzten und vergoldeten Strichen 
und getriebenen Emblemen wird wegen der in den 
blanken Feldern eingestreuten einköpfigen Adler: 
^mit den Adlern* genannt. Sie wurde im Jahre 1547 
von dem Könige Ferdinand I. für seinen Sohn bei 
dem Plattner Jörg Seusenhofer in Innsbruck bestellt 
und trägt auch dessen Marke. 



Die Aetzarbeit ist von der Hand des Innsbrucker 
Malers Hans Perckhammer, die Fütterungen und Vor- 
stösse fertigte der Säckler I ? ranz Welgerer. Die ganze 
Garnitur kostete 1158 Gulden 8 Kreuzer.-) 

Jörg Seusenhofer ist als der Sohn des kaiserlichen 
Wappenmeisters Hans um 1516 zu Innsbruck geboren 
und starb dortselbst bald nach 1558. 

9 Leitner Quirin. Die Waffensammlung des österreichi¬ 
schen Kaiserhauses. Wien, 1S66—-1870. 

") Schönherr D. und Boeheim W. Ein Harnisch Erzherzogs 
Ferdinand von Tirol. Mitth. d. k. k. Centralcommission, n. F., 
VI. und VII. Bd. 










3 


Erzherzog Ferdinand wurde 1529 geboren, und 
trat nach dem Tode seines Vaters die Regierung 
Tirols an. Er befehligte in zwei Feldzügen gegen die 
Türken und starb 1595, 


Tafel XXII. 

1, Halber Prunkharniseh mit Rundschild des 
Erzherzogs Ferdinand von Tirol. Derselbe ist schwarz 
angelaufen, von getriebener Arbeit, theils mit Gold- 
tausia verziert, theils vergoldet. Von diesem Harnische 
sind vorerst zwei Stücke hervorzuheben, welche einem 
italienischen Meister angehören: die Sturmhaube, wegen 
ihrer Form, »mit dem Löwenangesichte«, und der 
Rundschild »mit dem Haupte der Medusa« benannt. 
Beide Stücke von unübertrefflicher Schönheit in Zeich¬ 
nung und Ausführung sind eine frühe Arbeit des be¬ 
rühmten Tausiators Lucio Piccinino in Mailand, des 
Sohnes des bereits genannten Klingenschmiedes Antonio 
Piccinino. Sein Monogramm erscheint auf dem Schilde 
unter den figuralen Darstellungen, welche den Stil des 
Caradosso an sich tragen. 

Die Brust mit dem Rücken, dem Kragen und den 
Achseln ist eine spätere deutsche Arbeit, von an sich 
immerhin trefflicher, aber doch minder gelungener 
Arbeit Auf der Brust Ist Neptun und Samson, auf dem 
Rücken Jupiter und Vulcan in Relief dargestellt. 

Erzherzog Ferdinand liess die beiden oben¬ 
erwähnten um 1552 gefertigten und von seinem Vater 
ererbten Stücke später zu einem Harnische ergänzen, 
in welchen gekleidet er häufig in Oelgemälden und 
Kupferstichen dargestellt ist. ] ) 

2. Halber Prunkharnisch mit Rundschild des 
Erzherzogs Ferdinand von Tirol. Grau angelaufen, 
getrieben und theils in Goldtausia reich geziert, theils 
vergoldet Dieser unvergleichliche Harnisch bildet den 
Haupttheil jener Ausrüstung für Mann und Ross, die ge- 
meinlich als die »Mailändische Rüstung« bezeichnet 
wird, und die in dem V erlassen schafts-Inventare des 
Erzherzogs von 1596 mit den Worten verzeichnet er¬ 
scheint: »Die Mayländisch eisengetriebne rüstung, 
so vom kaufmann Serebej erkauft worden ist.« Diese 
Angabe bezieht sich, wie sich aus den Acten des 
Statthalterei-Archivs zu Innsbruck ergibt, auf den Mai¬ 
länder Treibarbeiter und Tausiator Giovanni Battista 
Serabaglio, welcher diese Ausrüstung 1560 dem Erz¬ 
herzoge für 2400 Kronen lieferte. Die Zeichnung der 
Ornamente und der zahlreichen figuralen Sujets sind 
zumeist der Mythologie entnommen, aber auch die 
romantische Poesie der italienischen Renaissance spielt 
hier in geistvoller Auffassung mit hinein. So erblicken 
wir u. a. an der Sturmhaube als Motiv die Figur des 
Orca, jenes Ungeheuers aus dem Ardennerwalde, be¬ 
nützt, welches Ariost in seinem Orlando furioso im 


XLIL Gesänge schildert. Die Ausführungen verrathen 
eine vollendete Meisterhand, die Goldtausia ist von 
einer staunenswerthen Reinheit und Feinheit. Das Werk 
zahlt zu den herrlichsten der Mailändischen Waffen- 
schmiedekunst. 1 ) 


Tafel XXIII. 

r. Sturmhaube und Rundschild des Erzherzogs 
Ferdinand von Tirol. Beide im antikisirenden Stile 
der späten italienischen Renaissance sind von grauem 
Eisen, getrieben und theils in Goldtausia verziert, theils 
vergoldet und versilbert. Auf der Haube erblicken wir 
wieder ein Ungeheuer, jene Phantasiegestalt, die in 
Ariosfs Orlando furioso im VIII,, IX., X. und XL Ge¬ 
sänge erscheint. Die Kammfigur bildet der Orca des 
XLIL Gesanges. Auf dem Scheitelstücke erblickt man 
Neptun und Hercules. Auf dem Schilde (1 a) sind in fünf 
Lünetten Thaten des Hercules und David mit Goliath 
dargestellt. Die Rückseite ist mit rother Seide ge¬ 
füttert, welche mit prachtvoller Stickerei ausgeziert ist. 
Beide Stücke sind nach Stil und Ausführung unver¬ 
kennbar von der Hand des Giovanni Battista Serabaglio 
in Mailand und um 1565 gefertigt. 2 ) 

2. Rossstlrne von blankem Eisen, in getriebener 
Arbeit und mit schwarz geätzten Ornamenten auf 
Tupfgrund reich verziert. Wie bei Rossstirnen über¬ 
haupt häufig, so bildet auch hier das Motiv der Aus¬ 
zierung des frontalen Theiles »der Salamander«, in 
phantastischer Auffassung. Die Treibarbeit ist von 
aussergewöhniich virtuoser Behandlung, so dass ein¬ 
zelne Th eile frei aus dem Relief heraustreten. Die 
Rossstirne gehörte zu einem reich ausgestatteten Pferde¬ 
zeuge (Parsche) aus Leder und stammt nach den 
alten Inventaren aus der erzherzoglichen Waffenkammer 
zu Graz, somit aus dem ursprünglichen Besitze des 
Erzherzogs Carl von Steiermark, von wo der Gegen¬ 
stand im vorigen Jahrhunderte nach Wien gelangte. 
Das Rosszeug war vermuthlich Augsburger Arbeit 
um 1560. 

3. Prunkschild von blankem Eisen, mit reich 
ornamentirten figuralen Darstellungen in meisterhafter 
Treibarbeit geziert. In der Mitte ist Jason dargestellt, 
der das goldene Vliess ergreift. Ringsumher erscheinen 
phantasievoll gezeichnete Ornamente mit eingestreuten 
nackten Figuren im niederländischen Stile. Die Zeich¬ 
nung zu diesem prächtigen Kunstwerke dürfte von der 
Hand des Hofmalers des Herzogs Al brecht V. von 
Raiern, Hans Mielich (gest. 1572), herrühren. In dem 
gewählten Motive ist ohne Zweifel eine Anspielung 
auf den unbekannten Eigenthümer zu erblicken, der 
Ritter des Vliessordens gewesen war. Nachdem der 
Gegenstand aus der kaiserlichen Harnischkammer her- 


9 Boeheim W. Mailänder Waffenschmiede. Jahrbuch IX. 


*) Boeheim W. 1 . c. 
3 ) Boeheim W. L c. 














— 14 — 


rührt, so könnte man mit einigem Grunde annehmen, 
dass er als Geschenk Albrecht V. von Baiern, etwa 
um 1565, an König Maximilian II, gekommen ist. 


Tafel XXIV. 

1. und 2. Schwert und Degen zur sogenannten 
Mailändischen Rüstung des Erzherzogs Ferdinand 
von Tirol gehörig. Arbeit des Mailänder Waffen¬ 
schmiedes Giovanni Battista Serabaglio von 1560. Die 
Hefte, beide von ähnlicher Zeichnung, sind von grauem 
Eisen in prächtiger Schnittarbeit und in theils einge¬ 
schlagener Gold-, theils aufgeschlagener Silbertausia 
verziert. Die Klinge des Schwertes ist am Ansätze, 
jene des Degens aber auf diesem und längs eines 
Theiles des flachen Grates mit eingeschlagener Gold- 
und Silbertausia verziert. Letztere trägt auch die be¬ 
kannte Marke + welche sie speciell als Mailänder 
Arbeit erkennen lässt. (Siehe auch Tafel XXII, 2.) Bei 
dem Schwerte (2) ist auch noch die Scheide (2 a) und 
das Gehänge vorhanden. Das Beschläge des letzteren 
ist in geschmackvoller Zeichnung ciselirt und theils 
vergoldet. 

3. Degen. Das Heft ist von graugefärbtem Eisen 
und mit aufgeschlagener Silbertausia in geschmack¬ 
voller Zeichnung verziert. Die feine Klinge trägt nach¬ 
stehende Marken: 


und den Namen des Klingenschmiedes PETER * BRAS • 
VON-MEIGEN. Der Meister ist unbekannt. Meigen, 
eigentlich Meygen, ist eine kleine Ortschaft Ostflanderns 
in der Nähe von Gent. Der Griff ist nach italienischem 
Muster gefertigt, aber von vermuthlich niederländischer 
Arbeit. 

4. 4a. Schwert und Dolch. Die Hefte beider sind 
von Eisen in der bekannten unnachahmlichen grauen 
Färbung, die den Mailänder Eisenkunstwerken eigen 
ist, und mit feinem Randornament in Goldtausia ge¬ 
ziert. Beide Klingen tragen die Mailänder Marke und 
die eines unbekannten Meisters. Die Form des Dolch- 

+ 

$ 

griffes ist venetianisch. Arbeit von c. 1570. 


Tafel XXV. 

1. Turnierharnisch, dem Erzherzoge Ernst zu¬ 
geschrieben. Dieser Harnisch wie auch der nächst¬ 
folgende ist für eine der letzten Gestecharten: für das 


»neue welsche Gestech über die Planke« (pallia) in- 
Gebrauch gewesen. Derselbe ist blank gehalten und 
nur an einigen Bestandtheilen mit breiten Füllorna¬ 
menten in theils schwarzer, theils vergoldeter Aetzung 
ausgestattet, die an sich schon die Augsburger Orna- 
mentistenschule verrathen. Der Kamm des aufge¬ 
schraubten schweren Stechhelmes ist in vergoldeter 
Aetzung geziert und darin beiderseits eine Jungfrau 
dargestellt, die eine Schale in der Hand hält, in der 
ein brennendes Herz liegt. Zwischen dem Blattorna¬ 
ment steht die Jahreszahl 1571. Wird der Helm ab¬ 
gehoben, so zeigt sich an dem Oberrande des Brust¬ 
stückes die Beschaumarke Augsburgs und das Zeichen 
des Waffenschmiedes Anton Peffenhauser: ik das 
sogenannte »Dreibein«. ** 

Peffenhauser ist 1525 geboren und starb zwischen 
Mai und October 1603. Arbeiten dieses letzten der ge¬ 
feierten Meister der Waffenschmiedekunst Augsburgs 
finden sich im königlichen historischen Museum in 
Dresden, sein vorzüglichstes Werk aber in dem Har¬ 
nische des Don Sebastian von Portugal in der Armeria 
Real in Madrid. * *) 

Erzherzog Ernst wurde 1553 geboren, kam 1571, 
also gerade im Jahre der Fertigung dieses Harnisches, 
aus Spanien nach Deutschland. Die Darstellung auf 
dem Helmkamme steht ohne Zweifel mit der Absicht 
der Verheirathung des Prinzen in Beziehung. Er 
starb 1595. 

2. Turnierharnisch, dem Kaiser Maximilian II. 
zugeschrieben. Die Form dieses Harnisches ist ganz 
dieselbe wie jene des vorherbeschriebenen. Der Harnisch, 
zu einer grösseren Garnitur gehörig, von welcher in 
der Sammlung noch sechs Harnische verschiedener 
Form und zwei Turniersättel, in anderen grösseren 
Sammlungen aber, wie in der Eremitage in St. Peters¬ 
burg u. a., weitere einzelne Theile vorhanden sind, ist 
blank und mit breiten Füllornamenten in theils ver¬ 
goldeter, theils Schwarz-Aetzung verziert. Die Garnitur 
datirt von c. 1570, der ganze Typus bis ins Einzelne 
entspricht völlig äen Arbeiten des berühmten Augs¬ 
burger Waffenschmiedes Anton Peffenhauser, obwohl 
nirgends eine Marke desselben zu erblicken ist. Die 
Zuschreibung beruht lediglich auf Tradition, doch ent¬ 
stammt die Garnitur der kaiserlichen Waffensammlung 
und die einzelnen Harnische entsprechen ziemlich der 
Statur dieses Monarchen. 2 ) 


Tafel XXVI. 

1. Sturmhaube und Rundschild des Erzherzogs 
Carl von Steiermark, mit getriebenen, theils in Gold 
tauschirten, theils vergoldeten Arabesken und figuralen 
Emblemen. Auf der Sturmhaube erblickt man Curtius 

*) Boeheim W. Augsburger Waffenschmiede. Jahrbuch der 
kunsthist. Sammlungen. XII., XIII. Bd. 

*) Leitncr Quirin. Die Waffensammlung des österreichischen! 

I Kaiserhauses. Wien, 1866 — 1870. 













*5 


und Horatius Codes, an der Stirne die goldgeschuppten 
Rosse Neptuns. Der Rundschild von Holz ist mit 
braunem Sammt überzogen, auf welchem in der Form 
•von Plaquen die ciselirten Embleme aufgenistet sind. 
In letzteren sind Brustbilder römischer Imperatoren 
dargestellt. Beide Stücke erscheinen in den alten In- 
ventaren der Waffenkammer zu Graz aufgeführt Ita¬ 
lienische Arbeit um 1575. 

Erzherzog Carl, der jüngste Sohn Ferdinand I., 
wurde 1550 geboren und starb nach langer und nicht 
unglücklicher Regierung Steiermarks 1590. 

2. Sturmhaube und Rundschild. Beide In Eisen 
getrieben, sind theils in Goldtausia geziert, theils ver¬ 
goldet. Auf der Sturmhaube erblickt man Gruppen 
musicirender Personen zwischen Trophäen. Auf dem 
Mittelfelde des Rundschildes ist in einer figurenreichen 
Scene das Urtheil des Paris dargestellt. Die Compo- 
sition geht auf eine Handzeichnung Raphael’s zurück, J ) 
die sich aber nur in Stichen von Marcanton (B. 245) 
und Marco da Ravenna (B. 246) erhalten hat. Ein 
Rundschild desselben Meisters im Zeughause zu Berlin 
(Nr. 6477) enthält die gleiche Scene nach Marcanton 
genommen mit einigen Varianten. Der vorliegende 
Schild weicht dadurch, dass die Frauengestalten sämmt- 
lich bekleidet erscheinen, noch weiter vom Originale 
Raphael’s ab, das Costüm verräth die Mantuanische 
Schule. Dem Vermuthen nach gelangten beide Stücke 
als ein Geschenk des Herzogs Wilhelm von Mantua 
1561 an dessen Schwager, den Kaiser Maximilian II. 
Die ornamentalen Beigaben, sowie die ganze technische 
Behandlung weisen auf die Werkstätte des Lucio Pic- 
cinino in Mailand. 2 ) 


Tafel XXVII. 

1. Geweihtes Schwert. Der 0*45 Meter lange 
•Griff von Silber und vergoldet, besitzt einen reich ver¬ 
zierten Knauf, auf welchem das Wappen des Papstes 
Pius V. (Ghislieri) ersichtlich ist. Die Parirstangen 
stellen liegende Hermen dar. Die flache, breite, 1*17 
Meter lange, bis zur Hälfte vergoldete Klinge trägt die 
Inschrift: PI VS • V • PONTIFEX * OPTIMVS • MAXIMVS • 
ANNO II. (1568.) Die Scheide (1 a) ist mit durch¬ 
brochenen Verzierungen in vergoldetem Silber belegt, 
unter welcher man ein Medaillon mit dem Bildnisse 
des Papstes, die Heiligen Petrus und Paulus, ferner 
die Inschrift PIVS * V • P • M * A * II erblickt. Auf dem in 
•Gold gewebten Gürtel wiederholen sich gleichfalls die 
Wappen und Insignien des Kirchenoberhauptes. 

ln den Verlassenschafts-Inventaren nach dem Ab¬ 
leben des Erzherzogs Ferdinand von Tirol, aufgenommen 
1596, wird das Schwert mit dem folgenden Nachsatze 


! ) Vasari Vite. Edit. Milanesi, V., p. 411. 

2 ) Boeheim W. Mailänder Waffenschmiede. Jahrbuch der 
»kunsthist. Sammlungen, Bd. IX. 


erwähnt: »solliches Schwert hat irer fürstlich durch- 
laucht erzherzog Ferdinanden etc. babst Pius der funfft 
presentiren lassen.« 

2. Geweihtes Schwert. Dasselbe besitzt die an¬ 
sehnliche Gesammtlänge von 166 Centimeter. Sein 
Griff ist von Silber und vergoldet. Der Knauf enthält 
das Wappen des Papstes Gregor XIII. (Buoncompagno), 
dessen Figur, ein wachsender Drache, auch dort, wie 
an mehreren anderen Punkten als Decorationsmotiv 
erscheint. Die Scheide (2 a), gleichfalls mit durch¬ 
brochenen Verzierungen in vergoldetem Silber belegt, 
sowie der in Gold gewebte Gürtel trägt wiederholt das 
Wappen des Papstes. Auf dem vergoldeten Gürtel¬ 
beschläge liest man die Inschrift: »GREGORIVS* 
DECIMVS• TFRTIVS• PONTIFEX• MAXIMVS AXI.« 

(15830 

In dem oben angeführten Verlassenschafts-Inven- 
tare von 1596 heisst es bei Erwähnung dieses Schwertes: 
»und hat solliches schwert der pabst Gregorius der 13. 
ir fürstlich durchlaucht (Erzherzog Ferdinand) den 
9. maii anno 1582 (sic!?) durch den bischof Sporeno 
presentiren lassen.« 


Tafel XXVIII. 

1. Ungarisches Schwert mit arabischer Klinge 
des Georg von Thuri. Der Griff ist aus vergoldetem 
Silber. Die breite flache Klinge besitzt Verzierungen 
in Tausia von sehr blassem arabischen Gold, ferner 
in arabischer Schrift und Sprache den Anfangsvers der 
48. Sura des Korans (Sura des Sieges): 

»Fürwahr, wir haben dir einen offenbaren Sieg 
verliehen, damit dir Gott deine früheren und späteren 
Sünden verzeihe.« 

Weiters die Worte: »Hat es gemacht Muhammed 
Al Annsari«, d. i. Muhammed der Medinenser. 

Georg von Thuri, aus einer altadeligen Familie 
Ungarns, war 1566 Befehlshaber der Festung Palota, 
nahm bei Raab den Pascha von Stuhlweissenburg ge¬ 
fangen und fiel 1571 gegen die Türken bei Kanizsa. 

2. Prunkdegen. Der Griff ist äusserst zierlich ge¬ 
schnitten, vergoldet und mit kaltem Email geziert, das 
zum grössten Theile ausgebrochen ist. Der Knauf, so¬ 
wie die Enden der Parirstangen bilden vortrefflich 
modellirte Mohrenköpfe. Die geflammte Klinge ist aus 
einer geraden zugeschliffen worden. Italienisch, um 1590. 

3. Spanischer Degen. Der Griff ist aus grauem 
Eisen, von zierlich geschnittener Arbeit. Auf dem 
cylindrischen Knaufe ist ein Reitergefecht dargestellt. 
Die lange feine Klinge trägt die Marke und den Namen 
des Fertigers der berühmten »Thomasklingen«, Thomas 
Ayala von Toledo, der am Beginne des XVII. Jahr¬ 
hunderts arbeitete. 













16 


4- Deutsches Rappier. Der Griff mit doppeltem 
Faustschutzbügel ist von geschwärztem Eisen und mit 
Rankenornament in aufgeschlagener Silbertausia ver¬ 


ziert. Die lange 
schlagene Marke 
Klingenschmie- 
Jahreszahl 1613 


schmale Klinge trägt die einge- 

a und den Namen des Solinger 
des Meves Berns, ferner die 
in Kupfer tauschirt. 


Tafel XXIX. 


Vorder- und Rückseite eines ganzen Prunk¬ 
harnisches des Alessandro Farnese, Herzog von 
Parma. Derselbe ist blau angelaufen und auf allen 
Flächen mit getriebenen vergoldeten und versilberten, 
mit zahlreichen Figuren, Mascarons und Festons ge¬ 
zierten breiten Streifen ausgestattet, die unter sich 
wieder durch Fruchtguirlanden verbunden sind. Die 
Fütterung von Seide, sowie die Vorstösse aus blauem 
mit Goldbörtchen gerändertem Sammt sind noch 
grösstentheils vorhanden. 

Auf dem geschlossenen Helm zeigt sich Venus, 
Amor und Apoll, Krieger, Putti u. dgl., auf der Mitte 
des Visirs ein Imperator mit Speer und Schild. Statt 
des Kammes sitzt auf gegliedertem Dorn eine frei pla¬ 
stisch gearbeitete Harpye auf dem Scheitelstücke. Auf 
den Achseln erblickt man gehörnte Mascarons, Götter¬ 
gestalten und Allegorien. Auf der Mitte der schneidig 
gebildeten Brust ist ein Medusenhaupt, darunter David 
mit dem Schwerte des Goliath dargestellt; auf dem 
Rücken Jupiter auf dem Adler sitzend u. dgl. Aehnlich 
ist das Beinzeug, welches für Panzerschuhe eingerichtet 
ist, ausgestattet. 

Der Harnisch zählt zu den vollendetsten Werken 
der Kunst im Waffengebiete, er trägt durch seinen 
Stil, wie durch seine Technik den Typus der Mailänder 
Arbeiten an sich. Morigia bemerkt in seinem Werke 
>La Nobiltä di Milano« l ), dass der noch jetzt (1595) 
lebende Lucio Piccinino in der Auszierung des Eisens 
im Relief mit Figuren, wie Thiere und Grotesken etc., 
ebenso wie in der Tausia Werke geschaffen habe, 
welche zu den kostbarsten und auserlesensten (cose 
rare) zählen; so habe er auch einen unvergleichlich 
schönen Harnisch (Armatura) für Seine Gnaden den 
Herzog von Parma Alessandro Farnese und für andere 
Prinzen gefertigt.« Erwägt man weiters, dass dieser 
Harnisch vollkommen das Gepräge der Arbeiten Lucio’s 
an sich trägt und bei dem hohen Preise von derlei 
Schutzwaffen kaum anzunehmen ist, dass der Prinz 
mehrere Prunkrüstungen von so reicher Ausstattung 
gehabt hat, so können wir das vorliegende Werk sicher 
als eine Arbeit Lucio Piccinino’s erklären. Seiner Form 
nach datirt es von c. 1570. 

Dieses Meisterwerk mailändischer Waffenschmiede¬ 
kunst gelangte über Vermittlung des Grafen Hannibal 
von Hohenembs als Geschenk des Herzogs Alessandro : 


1579 an den Erzherzog Ferdinand von Tirol, der es 
seiner Sammlung von Waffen berühmter Männer in 
Ambras einverleibte. 1 ) 

Alessandro Farnese, geboren 1544, zeichnete sich 
schon in der Schlacht bei Lepanto aus und zählt zu 
den berühmtesten Feldherrn aller Zeiten. Von 1578 
bis zu seinem Tode 1592 verwaltete er auf das treff¬ 
lichste die Niederlande. 2 ) 


Tafel XXX. 

1. Prunkdegen des Don Juan d’Austria. Der Griff 
von Eisen ist durchbrochen gearbeitet, vergoldet und 
mit aufgeschlagenen Silberperlen geziert. Die Parir- 
stangen, sowie die Faustschutzbügel stellen Ketten dar. 
Dabei befindet sich noch die Scheide und das Gehänge 
von schwarzem Sammt. Die Taschen des letzteren sind 
mit breiten Ornamenten in Goldstickerei geziert. 

Die Arbeit des Degens ist mailändisch; der Meister, 
wahrscheinlich Lucio Piccinino, fertigte von diesem 
Muster des Griffes viele Wiederholungen. Ein gleiches 
Stück befand sich bis 1848 in der kaiserlichen Waffen¬ 
sammlung im Zeughause zu Wien, 3 ) ein zweites findet 
sich im Zeughause der Eremitage in St. Petersburg, 
ein drittes im Musde d’Artillerie in Paris. 

Don Juan d’Austria, der berühmte Feldherr und 
Sieger in der Schlacht bei Lepanto, ist der natürliche 
Sohn des Kaisers Carl V. Er wurde 1547 geboren und 
starb 1577. 

2. Degen. Der Griff ist mit vollendeter Meister¬ 
schaft in Eisen geschnitten. Der cylindrische Knauf 
ist mit ebenso reizend erfundenen, als mit unge¬ 
meiner Zierlichkeit ausgeführten Arabesken geschmückt, 
zwischen welchen graziös bewegte Frauengestalten er¬ 
scheinen. Die Klinge trägt die oberflächlich nach¬ 
geahmten Marken des Juan Martinez in Toledo, dabei 
aber in den Blutrinnen den Namen: Pietro Formicano 
in Padua. Um 1580. 



3. Rappier. Der Griff ist aus ciselirtem Silber. In 
dem bereits nach vorne abgebogenen Knaufe ist die 
Büste eines Mannes mit antikem Helme auf dem Haupte. 
Die Klinge trägt die aus Tafel XXVIII, 3, bekannten 
Marken und den Namen des Klingenschmiedes Thomas 
Ayala in Toledo. XVII. Jahrhundert, erste Hälfte. 


*) Hirn J. Erzherzog Ferdinand II. von Tirol. Innsbruck 1S88. 

2 ) Boeheim W. Mailänder Waffenschmiede. Jahrb. der 
kunsthist. Sammlungen. Bd. IX. 

3 ) Leber Fr. v. Wiens kaiserliches Zeughaus. Wien 1847. 


! ) Morigia Paolo. La Nobiltä de Milano. Milano 1595. 










*7 


Degen. Der Griff besteht aus grauem Eisen mit 
geschnittenen Verzierungen. Die Klinge trägt die Marke 



und den Namen des Klingenschmiedes Weilm (Wilhelm) 
Klein in Solingen. XVII. Jahrhundert. 


Tafel XXXI. 

1. Halber Prunkharnisch des Agostino Barba- 
rigo. Derselbe ist mit Oelfarbe geschwärzt, theilweise 
mit getriebenen Ornamenten und breiten geätzten und 
vergoldeten Rändern geziert. Das Haupt deckt eine 
deutsche Sturmhaube mit Vorsteckbart, die Brust ist 
geschoben und rings um den Hals mit einem Gewinde 
aus Blumen und Früchten in Treibarbeit ausgestattet. 
Dabei befindet sich noch eine leichte italienische Haube 
von gleicher Ausstattung als Wechselstück. Die Feder¬ 
hülse ist nach italienischer Art seitlich angebracht. 

Der Harnisch, sehr dünn im Eisen, diente für den 
Gebrauch zur See, seinen Formen und seiner Aus¬ 
stattung nach reiht er sich unter die gleichzeitigen 
Mantuaner Arbeiten unter dem Einflüsse der Ghisi. 

Agostino Barbarigo stand in den Diensten der 
Republik Venedig und war einer der Befehlshaber der 
venetianischen Flotte in der Schlacht bei Lepanto. 
Nach bereits errungenem Siege starb er, von einem 
Pfeile getroffen, am Abende des Schlachttages, 7. Oc- 
tober 1571. 

2. Halber Prunkharnisch und Rundschild des 
Don Juan d’Austria. Dieselben sind in röthlichem 
Schimmer (alla sanguigna) gebläut und mit breiten, 
ornamentirten Streifen geziert, welche theils in Gold 
tauschirt, theils gepunzt und vergoldet sind. Deren 
Ränder sind mit kleinen Perlen in aufgeschlagener 
Silbertausia besetzt. Diese Streifen enthalten Medaillons, 
in welchen sich figurale Darstellungen finden, welche 
zumeist Allegorien enthalten, aber auch theils der Mytho¬ 
logie entnommen sind, und auf die Macht der Liebe 
und den Ruhm eines Feldherrn anspielen. Das Auf¬ 
treten von türkischen Gefangenen darunter lässt er¬ 
kennen, dass der Harnisch nach der Schlacht bei Le¬ 
panto, zwischen 1571 und 1577, angefertigt wurde. 

Der Harnisch, italienische, wahrscheinlich Mai¬ 
länder Arbeit, ist von ausgezeichneter Gesammtwirkung, 
nur in den Details, namentlich in den figuralen Partien, 
ist die Ausführung bei erkennbarer tüchtiger Zeichnung 
unbeholfen. 

Don Juan d’Austria, bekanntlich ein natürlicher 
Sohn des Kaisers Carl V. von der Regensburgerin 
Barbara Blumberg, zählt durch seine kriegerischen 
Leistungen und besonders durch den unter seinem 
Oberbefehle errungenen Sieg bei Lepanto zu den be¬ 
rühmtesten Feldherren. Er starb 1577. 


Tafel XXXII. 

1. Spiess mit doppelter Schiessvorrichtung mit 
Springklinge. Auf allen Theilen verbreitet sich zier¬ 
liches Band- und Schlingornament in Schwarzätzung. 
Weder auf den Läufen, welche in den Rinnen der Stich¬ 
blätter ruhen, noch auf den Platten der kleinen Rad¬ 
schlösser findet sich ein Meisterzeichen, doch erblickt 
man auf beiden Seiten der Dille das Zeichen der Augs¬ 
burger Beschau: »den Stadtpyr«. Um 1570. 

2. Faustrohr mit Hinterladevorrichtung und 
Repetirmechanismus. Das System, einrohrig, mit sechs- 
schüssiger Trommel ist ganz jenes, welches nahezu drei 
Jahrhunderte später der amerikanische Oberst Colt für 
seine Revolver zur Grundlage genommen hat, mit 
dem Unterschiede, dass die Drehung der Trommel nicht 
selbstthätig ist und die Abfeuerung, statt wie später 
durch Percussion, mittelst des Radschlosses erfolgt. Die 
Stellung der Trommel zum Laufe wird durch eine 
Stellfeder an der oberen Lauffläche regulirt. Das Faust¬ 
rohr ist einfach ausgestattet und ist nur die Afterkugel 
mit Einlagen von Messingdraht verziert. Vermuthlich 
Niederländisch, um 1590, ohne Zeichen. 

3. Faustrohr mit Hinterladevorrichtung, mit Re¬ 
petirmechanismus, gleich dem vorigen, jedoch reicher 
ausgestattet. Die sechsschüssige Trommel besitzt eine 
Auflage von durchbrochenem Messing, in welchem der 
böhmische Löwe und eine Jagdscene dargestellt ist. 
Das Costüm des Jägers ist jenes vom Ende des 
XVI. Jahrhunderts. Der Schaft ist in Linien verziert, 
Auf der Schlossplatte erscheint das nebenstehende 
Zeichen: 

Deutsch, um 1590. 

4. 4a. Ein Paar Faustrohre mit Radschloss. Die 
Eisentheile sind zierlich geschnitten. Der Lauf besteht 
aus italienischem Banddamask. Der Schaft ist mit un- 
gemein fein durchbrochenen und gravirten Einlagen in 
Eisen ausgestattet, eine Zier, welche nur an Brescianer 
Arbeiten des XVII. Jahrhunderts vor Augen kommt. 
An den inneren Seiten findet sich je ein gedreht 
gebildeter Gürtelhaken. Ohne Zeichen. Um 1660. 

5. 5a. Ein Paar Faustrohre mit Radschloss. Die 
glatten Läufe sind gebläut und mit Verzierungen, theils 
in Schwarzätzung, theils in Goldtausia ausgestattet. Die 
Schäfte sind an den Kanten mit eingelegtem, gedrehtem 
Messingdraht berandet. Das Kolbenende besitzt ein 
Randbeschläge von Messing mit zierlichem, geätztem 
Ornament. Um 1590. 

6. Kleines Arkebusierrohr. Lauf und Radschloss 
sind sehr einfach gehalten. Der Schaft aus Birnholz 
mit italienischem Kolben ist reich in Elfenbein einge- 


3 









legt. Die Ornamente mit figuralem Beiwerk, Allegorien 
und Phantasiefiguren, verrathen den niederländischen 
Stil. An der Anschlagseite zeigt sich in einer Cartouche 
ein Segelschiff. Ohne Zeichen. Um 1590. 

7. Partisane mit doppelter Schiessvorrichtung. 
Alle Theile bis zu den Schaftfedern herab sind mit 
feinen Verzierungen in schwarzer und vergoldeter 
Aetzung ausgestattet. Die Läufe ruhen an beiden Seiten 
des Stichblattes in Rinnen, unter selben befinden sich 
die kleinen Radschlösser. Auf der Platte des einen 
zeigt sich der Büchsenmacherstempel: 



Stil der Augsburger Arbeiten, um 1570. 


Tafel XXXIII. 

Ganzer Prunkharnisch des Kaisers Rudolf II. 
Derselbe zählt zu den hervorragendsten Kunstwerken 
im Waffengebiete und wird in der meisterhaften Com- 
position und in der bewunderungswerthen technischen 
Ausführung seiner decorativen Ausstattung selbst nicht 
von den berühmtesten Prunkharnischen, welche sich 
bis jetzt noch erhalten haben, übertroffen. Der Grund 
ist mattgrau gehalten, von selben erheben sich ge¬ 
schmackvoll gezeichnete Arabesken mit eingestreuten 
allegorischen und mythologischen Darstellungen in voll¬ 
endeter Durchbildung der Details. In den figuralen 
Scenen sind die nackten Theile blank gehalten, die 
Draperien und das Laubwerk, ebenso wie die Rand- 
borduren sind in seicht eingeschlagener Tausia in Gold 
und Silber gehöht. Die bildlichen Darstellungen zeigen 
mehrere Thaten des Hercules, und zwar in der Mitte 
der Brust den ruhenden Heros in goldenem Schuppen¬ 
panzer; zur Rechten Hercules den Löwen bändigend, 
zur Linken den Kampf mit der lernäischen Hydra. Auf 
den Vorderflügeln der Achseln, Hercules mit Antäus 
ringend. Auf dem Rücken in der Mitte, Hercules die 
Säule tragend, zur Rechten die Einfangung des kreten- 
sischen Stieres, zur Linken den Kampf mit dem nemäi- 
schen Löwen. 

Nach Hefner-Alteneck haben sich im königlichen 
Kupferstich-Cabinete zu München Handzeichnungen 
gefunden, welche einzelne Partien der Decoration dieses 
Harnisches darstellen . ] ) Diese Blätter werden von dem 
Autor dem Hofmaler Herzogs Wilhelm V. von Baiern, 
Christof Schwarz aus Ingolstadt (gest. 1594), zuge¬ 
schrieben und auf Grund dieser Annahme wird weiter 
gefolgert, dass der genannte Meister den Entwurf zur 
decorativen Auszierung dieses Harnisches geliefert habe. 
Wiewohl gerade nichts gegen die erstere Annahme 
spricht, so entbehrt dieselbe doch jener Argumente, 
welche nach den heutigen Forschungsmethoden zu 

J ) Hefner-Alteneck, Th. v. Entwürfe deutscher Meister für 
die Könige von Frankreich. München 1891. 2. Auflage. 


einer Beweisführung nöthig sind. Indessen erweist der 
Anblick, dass wir in dem Fertiger des Entwurfes einen 
vollständig von der italienischen Ornamentistenschule 
beeinflussten deutschen Meister zu erblicken haben, der 
sich ganz wohl in den Kreis der Künstler des bayri¬ 
schen Hofes einreihen lässt. In der Ausführung sind 
zum wenigsten zwei verschiedene Hände zu erkennen. 
Am nächsten steht die technische Behandlung den 
Arbeiten des Anton Eisenhoit. 

Kaiser Rudolf II., einer der grössten Freunde und 
Förderer der Kunst, ist 1552 geboren und starb 1612. 


Tafel XXXIV. 

1. Ganzer Prunkharnisch, blank mit breiten Strichen 
in seichter Goldtausia und mit aufgeschlagenen Silber¬ 
perlen geziert. Unter den im selben eingestreuten 
Darstellungen erscheinen Figuren in Fussknechttracht, 
wie selbe in >Fronsperger’s Kriegsbuch« häufig er¬ 
scheinen. In einem Medaillon des rechten Diechlings 
(Oberschenkelschiene) zeigt sich die Jahreszahl 15S2. 

Ebenso wie der ursprüngliche Eigenthümer, so ist 
auch der Meister dieses schönen Harnisches unbekannt. 
Die Arbeit ist sehr ähnlich einer bekannten des Hof- 
plattners des Erzherzogs Ferdinand von Tirol in Inns¬ 
bruck, Caspar Topff. Der Harnisch gelangte aus dem 
Arsenale in die Sammlung, welchem im vorigen Jahr¬ 
hundert die Gegenstände sowohl der kaiserlichen Har¬ 
nischkammer zu Wien, als der erzherzoglichen zu Graz 
übergeben wurden. Topff war nachweislich für den Hof 
zu Graz beschäftigt; es wäre daher die Vermuthung 
gestattet, dass der Harnisch Erzherzog Carl von Steier¬ 
mark angehörte.') 

Ganzer Harnisch zum neuen welschen Gestech 
des Erzherzogs Albrecht VII. Derselbe ist von grauem 
Eisen, durchaus mit gepunzten und vergoldeten Or¬ 
namenten bedeckt, in welchen zahlreich die in einander 
verschlungenen Buchstaben I und S erscheinen. Dieser 
Harnisch bildet nur einen Theil einer grösseren Gar¬ 
nitur auch für den Feldgebrauch, denn der Erzherzog 
ist in einem ganz gleich ausgestatteten Feldharnisch 
gekleidet in einem Gemälde eines unbekannten Meisters 
dargestellt, welches sich im königlichen Museum zu 
Brüssel befindet. Einzelne Theile dieser Garnitur, zu¬ 
meist dem Rosszeuge angehörend, werden noch in 
diesem Museum bewahrt. Albrecht VII. trug diesen 
Harnisch bei seinem Einzuge in Brüssel 1583 und 
in der Schlacht bei Nieuport 1600. Die verschlun¬ 
genen Buchstaben I und S bilden ohne Zweifel das 
Monogramm der Gemahlin des Prinzen, Isabella Clara 
Eugenia (1566—1633). Der Harnisch, von ungefähr 1580 

datirend, ist vermuthlich spanische Arbeit. 2 ) Nach den 

_ 

! ) Leitner Quirin. Die Waffensammlung des Oesterr. Kaiser¬ 
hauses. Wien 1866—1870. 

2 ) Van Vinkeroy E. Catalogue des armes et armures. 
Bruxelles. 1885. 

DestreeJ. L’armure de parade de l’Archiduc Albert. Annales 
de la Societe d’Archeologie de Bruxelles 1888. 













i 9 


Angaben in den alten Inventaren wurde die Garnitur, 
damals noch vollständig, auf 4000 Gulden geschätzt* 
Albrecht VII., auch der Fromme genannt, ist 1559 
geboren* Zum geistlichen Stande bestimmt, erhielt er 
mit 18 Jahren den Cardinaishut und wurde Erzbischof 
von Toledo. Später entsagte er dem geistlichen Stande, 
vermalte sich mit der Infantin Isabella, Tochter Königs 
Philipp IL von Spanien* Ungeachtet beständiger Kämpfe 
hinterliess er in den Niederlanden das Andenken an 
einen trefflichen Regenten* Er starb 1631* % 


Tafel XXXV. 

i. Halber Harnisch des Kaisers Rudolf II, Der¬ 
selbe ist blank, mit theils in schwarzer, theils in ver¬ 
goldeter Aetzung verzierten Strichen und Rändern. 
Unzweifelhaft ursprünglich ein »ganzer* Harnisch, von 
welchem im Laufe der Zeiten das Beinzeug abhanden 
gekommen ist, trägt er in Form und decorativer Aus¬ 
stattung den Typus der Augsburger Harnische um 1570 
an sich. Das Bruststück erscheint bereits ohne Rüst¬ 
haken* 

In diesem Harnisch gekleidet ist der Kaiser als 
Herzog von Burgund in einem Stiche von Martin Rota 
1574 dargestellt. Ein zweiter, in den Gesichtszügen 
etwas veränderter Abdruck derselben Platte trägt die 
Jahrzahl 1577 (Bartsch 97), Ein zweites Mal erscheint 
Rudolf IL als Kaiser in demselben Harnisch in einem 
Stiche von Aegydius Sadeler von 1609, 

2* Halber Prunkharnisch des Nielas Christof 
von Radzivil, Herzog von Olyka* Der Harnisch mit 
deutscher Sturmhaube zählt in Folge seiner ebenso 
geschmackvollen als wirksamen Auszierung zu den 
schönsten der Sammlung. Ueber die ganze Oberfläche 
breiten sich Bandornamente, welche theils vergoldet, 
theils in rot her und schwarzer Farbe in kaltem Email 
gehalten sind* Den Grund bildet ein Muster von feinen 
Schnecken, welche geätzt und dessen Vertiefungen mit 
kaltem Email in opakem Weiss ausgefüllt sind* Diese 
Technik tritt originell und hier ganz vereinzelt auf* Die 
Arbeit datirt um 1575* Der Meister ist unbekannt, eine 
Marke ist nicht vorhanden* 

Niclas von Radzivil, Herzog von Olyka und Nies- 
wiesz, Fürst des heiligen römischen Reiches, ist 1549 
geboren, er focht gegen die Russen und wurde bei der 
Belagerung von Polozk verwundet* Später machte er 
eine Pilgerreise nach Jerusalem, die er in einem Werke ] ) 
in polnischer und lateinischer Sprache beschrieb. Er 
starb 1616* 


Tafel XXXVI. 

t. Italienischer Raufdegen, mit unbiegsamer mai¬ 
ländischer Klinge* Der Griff, mit schön ornamentirtem, 
durchbrochen gearbeitetem Korbe, ist von blankem 
Eisen* Brescianer Arbeit, um 1590, 


ia* Farirdolch, sogenannte »Linke Hand*, zu oben 
beschriebenem Stecher gehörig und mit selbem gleich 
omamentirt Er diente nach spanisch-italienischer Fecht- 
weise zur Ausführung der Paraden mit -der linken Hand. 

2* Italienisches Rappier, Knauf und Stichblatt sind 
zierlich in Eisen geschnitten* Zwischen den Blatt¬ 
ornamenten erblickt man kämpfende Reiter, sowie 
Frauengestalten, Um 1630* 

3* Dolch* Die orientalische Klinge trägt auf dem 
Ansätze eine arabische Inschrift* Der Griff aus ver¬ 
goldetem Silber ist mit gravirten Ornamenten geziert* 
Der Knauf besteht aus einer türkisfarbigen Emailmasse* 
Die Scheide von Leder besitzt Beschläge von ver¬ 
goldetem und mit Gravuren ausgestattetem Silber, welche 
dicht mit schönen Cameen besetzt sind* Um 1610* 

4 und 5* Zwei Schwertgriffe mit den Ortbändern 
ihrer Scheiden, von geschnittenem Eisen, gebläut und 
theils vergoldet* Vermuthlich Prager Arbeit, um 1610. 

6* Kleine Reiterflinte* Der Lauf und das Schloss¬ 
blech, wie sämmtliche übrige Metallbestandtheile sind 
aus Messing, Das Schloss ist ein ausgebildetes Flinten¬ 
schloss mit eisernem Hahn und Batterie* Der Schaft 
ist geschwärzt* Auf der Schlossplatte liest man: »Felix 
Werder, Tiguri (Zürich) 1652,* Bisher datirte man 
die früheste Anwendung des Flintenschlosses in das 
Jahr 1654, aus welchem Jahre eines der von Philippe 
Cordier d’Aubeville in Paris (1635—1665) herausge¬ 
gebenen gestochenen Blätter datirt, in welchem ein 
solches abgebildet ist. Wie wir hier sehen, ist seine 
Anwendung früher zu setzen und die Priorität wendet 
sich nach der Schweiz. 

7. Kleine italienische Reiterflinte. Der Lauf ist 
aussen geriffelt* Das Flintenschloss mit Schnapphahn¬ 
batterie, sowie die Beschläge sind zierlich in Eisen ge¬ 
schnitten, und ist überdies der Schaft mit fein durch¬ 
brochenen Einlagen in Eisen geziert. Auf dem Laufe 
liest man den Namen des berühmten Brescianer Lauf¬ 
schmiedes Lazarino Ccminazzo* Lazarino, der Sohn des 
alten Lazaro, starb 1696 zu Gardone* Brescianer Arbeit, 
um 1660. 


Tafel XXXVII. 

x. Prunkharnisch, dem Kaiser Mathias zuge¬ 
schrieben. Derselbe ist mit getriebenen Ornamenten 
ausgestattet, zwischen welchen figurale Darstellungen, 
Allegorien enthaltend, eingestreut sind. Der ganze Har¬ 
nisch ist vergoldet, nur die nackten Theile der Figuren 
sind versilbert. Das Bruststück zeigt noch Löcher für 
einen schwachen Rüsthaken* Die ornamentale Aus¬ 
stattung ist ungeachtet einer fleissigen Ausführung doch 
etwas breit und lässt bereits den Uebergang in die 
Barocke erkennen* Immerhin ist sie, wenn auch auf 

3* 


*) Peregrinatio Hierosolymitana. Braunsberg iöqi. 










den Effect berechnet, schön und stilvoll. Deutsch, um 
1590. Dass der Harnisch Kaiser Mathias angehörte, 
beruht nur auf Tradition. 


20 


Tafel XXXVI, 2, gefertigt hatte. Die etwas zu schwere 
und gewiss nicht zugehörige Schwertklinge trägt die 
Phönixmarke 


2. Halber Fussknechtharnisch, aus Sturmhaube, 
Kragen mit Achselstücken (Spangeröls), Brust und 
Kücken bestehend, blank, an allen Flächen, mit Ara¬ 
besken, figuralen Darstellungen und mit heraldischen 
Emblemen in Schwarzätzung ausgestattet. Auf der 
Sturmhaube findet sich der Nürnberger Adler (die Harpye), 
ferner zeigen sich die drei Schildlein der Malerzunft 
mit dem Aetzmalermonogramm A. F. Am oberen Brust¬ 
rande die Wappen der Nürnberger Losungsherren; 
Behaim, Haller, Pömer und Führer von Heimendorf. 
An den beiden Seiten der Brust erblickt man in Me¬ 
daillons allegorische Figuren; am Rücken die drei 
Nürnberger Wappen: Doppeladler, Harpye und das ge- 
theilte mit dem halben Adler und den vier Schräg¬ 
balken, ferner die Jahrzahl 1616. Der Harnisch, welcher 
das Plattenzeichen H.F. trägt, gehörte einem Trabanten 
der Reichsstadt Nürnberg. 


Tafel XXXVIII. 

1. Schwert. Griff und Scheide, i,a, sind aus ver¬ 
goldetem Silber. Ersterer ist nur mässig verziert. Die 
Klinge ist um vieles älter und datirt ihren auf der Tafel 
deutlich sichtbaren, in Gold eingelegten Marken nach 
aus dem XIV. Jahrhundert. Die Scheide ist in vergoldetem 
Silber, durchbrochen gearbeitet und an einzelnen 
Stellen zierlich geschnitten. Zunächst dem Mundblech 
erblickt man auf einer Rundplatte eingravirt an der 
Vorderseite das österreichisch-burgundische Wappen mit 
dem schlesischen im Herzschilde, ringsherum den Namen 
und Titel des Erzherzogs Mathias als ungarischer 
König. Auf der Kehrseite in einem gleichgrossen Plätt¬ 
chen das Wappen der Stadt Hradisch mit der Umschrift: 
»Arma regiae civitatis Hradist 1608.« 

Die Stadt Hradisch war nämlich durch ein Privi¬ 
legium Wladislaw II. von 1472 von Steuern befreit 
und nur verpflichtet, ein Schwert im Werthe von 30 Du- 
caten dem Landesfürsten zu überreichen. Hier sehen 
wir eines dieser Tributschwerter. *) 

2. Prunkdegen. Der Griff zählt zu den bedeutendsten 
Kunstwerken der Eisenschneidekunst. Auf dem Knaufe 
wie auf dem Mitteleisen sind Kämpfe des Hercules 
dargestellt. Auf dem Griffbügel und der Parirstange 
ungemein graziös modellirte Frauengestalten und Putti. 
Die erst später eingestossene Klinge trägt den Namen 
des Hortuno de Aguire, vermutlich des jüngeren. 
Um 1650. 

3. Degen des Erzherzogs Leopold V. von Tirol. 
Der Griff ist in ungemein geschmackvoller Zeichnung 
in Eisen geschnitten. Der italienische Meister dürfte 
derselbe sein, welcher auch den Griff des Rappiers, 

! ) Dudik, Dr. Bela. Forschungen in Schweden. 



und den Namen des berühmten Klingenschmiedes 
Hortuno (de Aguire jun.) in Toledo. Um 1630. 

4. Degen. Die Fassung ist aus geschnittenem Eisen, 
der Handgriff mit geflochtenem Silberdraht umwunden. 
Auf dem Knaufe ist der Kopf eines Mannes mit einem 
Lorbeerkranze dargestellt, in welchem man ehemals 
ein Bildniss CromweH’s zu erkennen glaubte. Auf der 
vermuthlich französischen Klinge sind lateinische In¬ 
schriften und Ornamente eingeätzt. Um 1650. 

5. Kleiner Stecher, mit Griff aus blankem Stahl 
und durchbrochen gearbeitet. Auf der scharf gerippten 
Klinge liest man die Inschrift: »Si Deus pro nobis« etc., 
ferner gewahrt man die Gestalt eines Helden, nach 
einer undeutlichen Beischrift jene Hannibals. Um 1650. 

6. Kleiner Hofdegen, mit Griff aus Onyx und Be¬ 
schlägen in Reliefemail. Die feine Klinge trägt ein¬ 
geätzt die Inschrift: >Lustig bin ich, wer es nicht 
glaubt, der probir mich«. Anno 1661. Dabei die Leder¬ 
scheide. 

7. Kleiner Hofdegen, mit Griff aus Bergkrystall. 
Die Goldbeschläge des Griffes und der Scheide sind 
mit Cameen besetzt. Die französische Klinge trägt 
Spuren von gravirten Inschriften und die Jahrzahl 1649. 


Tafel XXXIX. 

1. Jagdflinte, mit geschnitztem Schafte und meister¬ 
haft geschnittenen Eisentheilen. Vorzüglich ist der Lauf 
von ausgezeichneter Arbeit. Man erblickt an dessen 
Oberseite in stilvoller Zeichnung einen Aufsatz mit Ge¬ 
fangenen und Trophäen in Relief, auf welchem die Gestalt 
des Herzogs Carl Leopold V. von Lothringen zu Pferde 
zu erblicken ist.Auch auf dem sogenannten Daumen¬ 
plättchen erscheint das Brustbild dieses Prinzen. Ebenso 
wie der Lauf, sind auch das Flintenschloss, wie die 
Beschläge mit Mascarons und Schlingornamenten reich 
verziert. An mehreren Stellen findet sich der Name 
des Meisters: »Bongarde ä Dusseldorp« eingravirt. 

Die beiden zugehörigen Jagdpistolen 1, a und b 
sind von gleicher musterhafter Ausführung. 

Der Stil der herrlich schönen Ornamente ist jener 
des Jean Berain des Aelteren, der in der zweiten Hälfte 
des XVII. Jahrhunderts das französische Kunsthandwerk 

*) Nach einem Gemälde von Wilhelm Wissing, in Schab* 
manier, gestochen von Jakob Gole. Ein Porträt dieses Prinzen 
in sehr ähnlicher Stellung existirt auch von Johann Jakob 
Thourneyser. 















/ 


* 


— 21 — 


beherrschte und auch über die Grenze Frankreichs 
hinaus, besonders in den Niederlanden, bedeutenden 
Einfluss gewann. (Gest. 1711.) 

Armand Bongarde in Düsseldorf, über dessen 
Lebensumstände wenig bekannt geworden ist, stammte 
vermuthlich aus den Niederlanden. Werke von seiner 
Hand werden schon im vorigen Jahrhundert in Reise¬ 
werken gerühmt. Gegenwärtig werden bedeutendere 
Arbeiten von ihm noch in Paris und Dresden bewahrt. 

Nach den hier zu Tage tretenden Umständen ist 
zu schliessen, dass diese Jagdgarnitur im Jahre 1678 
als ein Hochzeitsgeschenk vom Pfalz-Neuburg’schen 
Hofe an den siegreichen Herzog, Schwager und Lieb¬ 
ling des Kaisers Leopold I., gekommen ist. ! ) 

Carl Leopold V. von Lothringen, der ruhmreiche 
Sieger über die Türken und Befreier Wiens, ist zu 
Wien 1643 geboren und starb zu Wels 18. April 1690. 


Wappenfiguren der Anna von Bretagne (1476—1514), 
das »Hermelinschwänzchen«, umgeben von der Corde- 
liere, darunter das Sinnbild des Ordens vom Stachel¬ 
schwein (porc-dpic, gegründet 1391) in seiner späteren 
Gestalt unter Ludwig XII. (1462—1515). Auf dem Bogen 
findet sich ein wahrscheinlich italienisches Schmiede¬ 
zeichen. Die Sehne ist abgängig. 



Nach dieser Zusammenstellung der emblematischen 
Darstellungen ist das Alter der Armrust nicht früher 
als 1499 anzunehmen. Sie dürfte 1502 als Geschenk 
an Erzherzog Philipp I. von Oesterreich gekommen 
sein, der in diesem Jahre der Gast Ludwigs XII. zu 
Blois gewesen war. 


2. Jagdgewehr von ähnlicher Ausstattung wie das 
vorherbeschriebene und nicht minder meisterhafter 
Composition und Ausführung. Der reich geschnitzte 
Schaft ist aus Eschenfladerholz, die graziös gezeich¬ 
neten Reliefs an den Eisentheilen stehen auf Gold¬ 
grund. Auf dem Laufe erblickt man das Bildniss des 
Markgrafen Ludwig Wilhelm I. von Baden, nach 
einem Gemälde von Philipp Heinrich Müller von 1693. 
Auf dem Daumenplättchen erscheint das Brustbild des 
zur Zeit noch römischen Königs Josef I. nach einer 
Medaille von 1702 wiedergegeben, welche Philipp Chri¬ 
stoph von Becker auf die Eroberung Landaus fertigte. 

Dabei befinden sich die zur Garnitur gehörenden 
Jagdpistolen 2, a und b von gleicher Ausstattung 

Die Garnitur ist aller Wahrscheinlichkeit ein Ge¬ 
schenk der Königin Amalie Wilhelmine, Gemahlin 
Josefs I., an den genannten Feldherrn 1702. 

Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden, der Sieger 
von Szalankemen 1691, wurde zu Paris 1655 geboren 
und starb zu Rastadt den 4. Jänner 1707. 

Viele Einzelheiten in den Compositionen ver¬ 
einigen sich dahin, dass die unvergleichlich schöne 
Garnitur ein Werk des berühmten Eisenschneiders 
und Medailleurs Philipp Christoph von Becker ist. 
Derselbe ist 1676 zu Coblenz geboren und starb zu 
Wien 8. Mai 1743. * 2 ) 


Tafel XL. 

1. Jagdarmrust des Königs Ludwig XII. von 
Frankreich. Der Bogen wie sämmtliche Metalltheile 
sind vergoldet, ersterer gravirt, letztere geschnitten. 
Die Säule von Holz ist in Elfenbein eingelegt. Unter¬ 
halb des Bogens finden sich gemalt die Wappen von , 
Frankreich und Mailand. Die Nuss ist freischwebend. 
Unterhalb derselben erblickt man in einem Herz die 

*) Boeheim, Wendelin. Ueber einige Jagdwaffen und Jagd¬ 
gewehre. Jahrbuch der kunsthist. Sammlungen, Bd. V. 

2 ) Boeheim 1 . c. 


1. a. Armrustwinde, sogenannte englische Winde, 
zur Armrust 1 gehörig. Dieselbe bildet einen Flaschen¬ 
zug und besitzt einen Haken zum Anhängen an den 
Gürtel. Alle Metalltheile sind schön geschnitten und 
vergoldet, das Spannseil ist original. 

2. Jagdarmrust des Kaisers Maximilian I. Der 
Bogen ist von Eisen und vergoldet und ist auf selbem 
in Lapidarlettern eingravirt, der Wahlspruch des Kaisers 
als Mitglied des Ordens der Mässigkeit »Halt Mas« 
zweimal zu lesen. Die Sehne ist original. Die Säule 
von Holz ist mit feinem Lack überzogen, auf welchem 
in Gold und Silber gemalt Sprüche aus den Psalmen, 
wie »Da pacem Domine in diebus nostris« etc. zu 
lesen sind. Die Nuss ist freischwebend, der Abzug ist 
durch einen kleinen Hebel zu sperren. Italienisch, 
um 1510. 

3. Jagdarmrust mit Stahlbogen, sogenannter 
Pürschstahel des römischen Königs, späteren Kaisers 
Maximilian II. Auf der oberen Fläche des Bogens sind 
in Schwarzätzung und gewandter Zeichnung die Wap¬ 
pen von 13 habsburgischen Ländern, auf der Unter¬ 
fläche aber originelle Turnierscenen dargestellt. Die 
Säule ist mit Elfenbein belegt, welches theils in Relief 
geschnitzt, theils gravirt ist. Unter den Darstellungen 
finden sich Göttergestalten und Allegorien vortrefflicher 
Composition. Unterhalb am Schuh erblickt man den 
deutschen Königsadler mit dem österreichisch-burgun- 
dischen Wappen. Die Nuss läuft im Faden, der Abzug 
besitzt einen sinnreichen, aber complicirten Stech¬ 
mechanismus. Die Sehne ist spätere Beigabe. Deutsch, 
um 1560. 


3, a. Deutsche Armrustwinde, zur Armrust 3 ge¬ 
hörig. Alle Theile sind von Eisen. Auf der oberen 
Fläche des Gehäuses ist in Eisen geschnitten das 
österreichisch-burgundische Wappen, von Engeln ge¬ 
halten, nebst der Jahrzahl 1563 ersichtlich. Deutsche 
Arbeit. 










22 


4, 4 a - Ein sogenanntes Waidblatt nebst zwei 
Aufbruch-, sechs Zerwirkmessern und einer Gabel von 
einem Jagdbesteck, welches vollständig in der Waffen¬ 
sammlung vorhanden ist. Die Griffe sind von Elfenbein 
mit vertieften Feldern, in welchen geschnitzte Reliefs 
von ungemeiner Feinheit und trefflicher Erfindung 
eingefügt sind. Diese Mikrosculpturen sind mit Plätt¬ 
chen von Bernstein belegt, so dass dieselben in gelber 
Färbung durchscheinen. In diesen Reliefs sind Helden 
und allegorische Scenen dargestellt. Deutsch, um 1640. 

5. Säule einer deutschen Jagdarmrust, an wel¬ 
cher nur der Bogen abgängig ist. Dieselbe ist von 
Birnholz und mit Elfenbein eingelegt, in welchem 
lebendig gezeichnete Jagdscenen dargestellt sind. Der 
Stechmechanismus, ähnlich wie bei 3, ist vorhanden, 
die Nuss läuft im Faden. Um 1550. 


3. Waidblatt (Waidpraxe, Parmesser), von einem 
Jagdbesteck, enthaltend Waidblatt, Aufbruch- und Zer- 
wirkmesser in breiter, lederner Besteckscheide. Der 
Griff ist aus vergoldeter Bronze. Oberhalb ist ein 
liegender Löwe, freiplastisch gebildet, dargestellt. Die 
übrigen Metallflächen sind mit seichter Gravüre aus¬ 
gestattet. An beiden Seiten des Metallgriffes sind scul- 
pirte Elfenbeinplättchen eingesetzt. Auf jedem ist eine 
Dame im Costüm der 2. Hälfte des XV. Jahrhunderts, 
eine Lilie in der Rechten haltend, unter einem gothi- 
schen Bilderstuhldache stehend, dargestellt. Knapp 
unter dem Stuhldache sind zwei aus Wolken ragende 
Hände ersichtlich, welche eine Lilienkrone über die 
Gestalt halten. Einzelne Theile sind fein gearbeitet. 
Die Klinge ist an den Griff nicht symmetrisch, sondern 
seitlich eingesetzt und bildet, obwohl schon am Ende 
abgekappt, einen Uebergang in die spätere Waidblatt¬ 
form (siehe Nr. 5). Sie trägt die Marke ^). Französisch 
oder Burgundisch, um 1480. 


Tafel XLI. 

1. Schweindegen. Knauf und Parirstangen sind 
von Eisen und vergoldet; auf letzteren finden sich 
noch Spuren einer eingravirten Lapidarinschrift. Das 
Griffholz ist mit rothem Seidenstoffe überzogen und 
mit grüner Seidenschnur netzartig überstrickt. Die 
85*7 lange Klinge ist stangenartig gebildet und besitzt 
an zwei Seiten Blutrinnen, welche vergoldet und mit 
gravirten Inschriften, ein Mariengebet enthaltend, ausge¬ 
stattet sind. Wenige Centimeter von der Spitze ver¬ 
breitet sich die Klinge und endet blattförmig. 

Diese seltene Jagdwaffe, auf welche sich auch der 
Text im »Theuerdank« 19 bezieht, stammt vermuthlich 
aus dem Besitze des Kaisers Maximilian I., doch bringt 
auch Carrd in seiner »Panoplie« 1795 ein gleiches Exem¬ 
plar in Abbildung. Der Degen ist italienisch und ist 
nicht älter als von 1500, wie wir noch im »Triumph« 
von den »newen sweindegen« lesen. 

2. Waidmesser des Herzogs Carl des Kühnen von 
Burgund (1395—1467). Die breite Klinge mit interes¬ 
santer burgundischer Klingenschmiedmarke 


endet spitzig. An beiden Enden des hölzernen Heftes 
ist am Silberbeschlag in translucidem Email das voll¬ 
ständig burgundische Wappen: 1 und 4 Neuburgund, 
2, gespalten, Altburgund mit Brabant, 3, gespalten, Alt¬ 
burgund mit Limburg, im Herzschilde Flandern, ferner 
das Feuereisen des Vliessordens ersichtlich. Auf der 
die Beschläge verbindenden Spange liest man den 
Sinnspruch dieses Ordens: »autre n’aura«. Zu diesem 
gehört auch ein zweites ganz gleich gestaltetes Exem¬ 
plar, welches noch vorhanden ist. Um 1450. 


4. Jagdschwert des Kaisers Maximilian I. Seine 
allgemeine Form und Ausstattung ist ganz jene des 
Lehenschwertes dieses Monarchen, welches nach altem 
Herkommen den erzherzoglichen österreichischen In¬ 
signien beigezählt in der k. k. Schatzkammer be¬ 
wahrt wird, und die Ausführung lässt die Hand des¬ 
selben Meisters erkennen, der dort als »MAISTER 
M • S .VON • H« bezeichnet wird. Der Knauf ist von 
Messing und mit Gravirungen ausgestattet, die theils 
Ornamente, theils gothische Minuskelinschriften, das 
sogenannte »Stossgebet*, enthalten. Der untere Theil 
besitzt musivische Einlagen aus Holz und Elfenbein. 
An beiden Seiten sind Perlmutterplättchen eingefügt, 
auf welchen die heiligen Frauen Barbara und Katharina 
in Relief geschnitzt erscheinen. Die Parirstangen von 
blankem Eisen sind gedreht gestaltet und enden mit 
Drachenköpfen. Die prachtvolle einschneidige, 85 Cen¬ 
timeter lange Klinge ist mit Rautenschliff versehen. 
Der obere Theil ist in röthlichem Schimmer gebläut 
und sind auf diesem Grunde in Goldschmelz die Gestalten 
der heiligen Maria und des heiligen Sebastian mit den 
auf selbe bezüglichen Anrufungen in Lapidarlettern 
dargestellt. 

Nicht minder kunstvoll ausgestattet ist die lederne 
Scheide, 4, a, welche mit aus freier Hand gepressten 
und geschnittenen spätgothischen Ornamenten reich 
geziert ist, zwischen welchen ein Schriftband mit einer 
Anrufung Mariens in gothischen Minuskeln ersichtlich 
ist. Von den an der Scheide befindlichen Besteck¬ 
scheiden enthält die obere einen Genickfänger, die untere 
ein Zerwirkmesser und einen Pfriem (Messerschärfer). Die 
Griffe derselben sind ähnlich dem des Schwertes und 
enthalten gleichfalls kleine Reliefplättchen in Perlmutter, 
darstellend St. Johannes mit den heiligen Frauen. Die 

Klinge des Genickfängers trägt das Zeichen 1 jene 
des Zerwirkmessers M, eine Scheere. Deutsche Ar- 










23 


beit, um 1490, die Klingen sind wahrscheinlich Mai- ; 
ländisch. 

5. Waidblatt. Der Griff ist von weissem Band¬ 
achat. Das Beschläge ist aus vergoldetem Silber mit 
reizenden feinen Verzierungen in translucidem Email. 
Die breite Klinge zeigt die volle Ausbildung dieses 
Jagdgeräthes am Ende des XVI. Jahrhunderts. Deutsch, 
um 1590. 

6. 6 a. Waidmesser. Der keilförmig gebildete Griff 
ist mit musivischen, theils schachbrettförmigen, theils 
blumig gestalteten Einlagen in gefärbtem Holz und 
Elfenbein geziert. Dazwischen befinden sich Beschläge 
aus gestanztem dünnen Messingblech. Die Klinge 
ist messerförmig, verbreitert sich gegen das Ende und 
schliesst in Spitze ab. Die Waffensammlung besitzt 
ausser diesem noch ein gleich gestaltetes Exemplar, 
welche beide in der Scheide 6, a verwahrt werden. 
Diese Scheide ist an der Vorderseite mit gepressten 
und geschnittenen, romanisirenden Ornamenten geziert, 
innerhalb welchen sich ein Wappen erkennen lässt, 
welches nach seiner Form dem Anfänge des XIV. Jahr¬ 
hunderts, etwa den Jahren um 1310 angehört. 

7. Schweinschwert oder Anlaufschwert. Die 
sämmtlichen Metalltheile des Griffes sind aus blankem 
Eisen, der Knauf endet schnabelförmig. Der Griff be¬ 
sitzt feine schachbrettförmige Einlagen aus Elfenbein 
und Holz. Die abgebogenen Parirstangen wie der 
Faustschutzbügel sind mit geriffelten Knäufen geziert. 
Die Klinge ist bis auf drei Viertel ihrer Länge stangen¬ 
artig gebildet und besitzt zwei Blutrinnen, von da ab 
wird sie breiter, zweischneidig und endet in scharfer 
Spitze. Am Ansätze dieses breiteren Theiles sind zwei 
hornartig gebildete Knebel angeschraubt, welche ent¬ 
fernt werden können, um das Schwert auch in einer 
Scheide verwahren zu können. Diese waren dazu be¬ 
stimmt, um das Eindringen der Klinge über das be¬ 
stimmte Mass zu verhindern. Deutsch, um 1510. 


Tafel XLIL 

1. Büchse mit Radschloss. Der gezogene Lauf 
ist mit geätzten Verzierungen ausgestattet, welche noch 

Spuren von Vergoldungen erkennen lassen. Der Lauf- 

H 

schmied signirt wie nebenstehend: H H. Der Schaft 

H 

ist reich mit Elfenbein eingelegt, mit welchen Scenen 
mythologisch-religiösen Inhaltes und Jagden darge¬ 
stellt sind; so an der Anschlagseite des Kolbens das 
Urtheil Salomons, an der Aussenseite Adam und Eva, 
am Schuber Actaeon. Auf dem Kolbenschuh findet 
sich ein Wappen mit den Buchstaben G • V • H • U • S 
eingravirt, wahrscheinlich die Zeichen eines der Familie 
von Schallenburg. Das Costüm der Figuren weist auf 


Sachsen zur Zeit des schmalkaldischen Krieges, lässt 
aber auch niederländischen Einfluss erkennen. Um 1546. 

2. Jagdbüchse mit Radschloss. Der glatte Lauf 
ist aussen mattgrau gehalten und mit zarten Schling¬ 
ornamenten in eingeschlagener Gold- und Silbertausia 
ausgestattet. Der Schaft ist in allen Theilen mit im 
Relief geschnittenen Elfenbeinplatten belegt. Die figu- 
ralen Reliefdarstellungen gehören sämmtlich dem Be¬ 
reiche der Mythologie an. An der Aussenseite entlang 
erblicken wir die Göttergestalten des Olymps, zuweilen 
in ganz eigenartiger Auffassung. An der hier sichtbaren 
Anschlagseite ist vom Kolben bis zur Mündung reichend 
in neun Scenen die Geschichte des Perseus dargestellt. 
Auf der Unterseite ist der Schaft mit trefflich erfundenen 
Ornamenten in der Art des Cornelis Floris geziert. 
Der Gesammtstil ist auch der ausgeprägt niederlän¬ 
dische. Zunächst des Kolbenschuhes findet sich der 
erzherzogliche Wappenschild mit Böhmen und Alt- 
Ungarn, belegt mit dem spanisch - österreichischen 
Wappen und Habsburg und Tirol im Herzschilde, wie 
er in der königlichen Chur Böhmen geführt wurde. 
Das Wappen ist von einem Löwen und einem Drachen 
getragen. Aus dieser heraldischen Zusammenstellung 
ist anzunehmen, dass die Büchse um 1580 als Ge¬ 
schenk des Kaisers Rudolf II. an Erzherzog Ferdinand 
von Tirol gelangt ist. ! ) 

3. Büchse mit Radschloss. Der gezogene Lauf 
ist sehr einfach gehalten und gebläut. Das Schloss ist 
geätzt und auf der Platte ein Gefecht dargestellt, in 
welchem polnische Speerreiter deutsche Arkebusiere in 
die Flucht schlagen. Der Schaft ist mit den feinsten 
und zierlichsten Arabesken von Elfenbein und Hirsch¬ 
horn geziert, welche alle Flächen in gleicher Dichte 
füllen. In den Arabesken finden sich figurale Gestalten 
in barocker, der Caricatur sich nähernder Zeichnung 
eingestreut. 

Die Technik ist eine ganz eigentümliche und 
seltene. Der Grundstoff ist nämlich nicht, wie man ver¬ 
muten könnte, schwarzgebeiztes Holz, sondern eine 
schwarzgefärbte Asphaltmasse, welche im erwärmten 
Zustande aufgetragen wurde und in welcher man die 
Einlagepartikel einpresste. 

Auf dem Kolbenschuh, der mit Elfenbein belegt 
ist, erblickt man das eingravirte polnisch-schwedische 
Königswappen und in einer Ecke das Künstlermono¬ 
gramm f'L F Der Stil ist niederländisch in der Art des 
Francis Floris. 

Das Auftreten dieses Wappens legt die Annahme 
nahe, dass das Gewehr als Geschenk des Königs Sig¬ 
mund III. von Polen an ein Mitglied des kaiserlichen 
Hauses gelangt ist. 


*) Boeheim, Wendelin. Ueber einige Jagdwaffen und Jagd- 
geräthe. Jahrbuch der kunsthist. Sammlungen, Bd. IV. 











24 


Das oben ersichtliche Monogramm führte Hans 
Lange in Gotha, der am Hofe des Herzogs Johann 
Friedrich des Mittleren lebte. Der Herzog sendete ihn 
1561 auf zwei Jahre nach Antwerpen, um bei Francis 
Floris zu lernen. Nach der Aechtung seines Gönners 
begab sich Lange mit seinem Genossen Peter Rudel- 
staedt nach Krakau.') 


Tafel XLIII. 

1. Büchse mit Radschloss. Der untere Theil des 
gezogenen Laufes, sowie die Schlossplatte, sind mit 
sehr feinen und zierlichen Schlingornamenten in Silber- 
tausia geziert. Der Lauf hat die Marke des aufsteigen¬ 
den Löwen eingeschlagen. 

& 

Auf der Schlossplatte finden wir das Monogramm 
G • F des Giovanni Francino in Brescia. Der Schaft 
ist mit ungemein feinen und zierlichen Einlagen in 
Elfenbein ausgestattet, letztere enthalten zwischen Ara¬ 
besken mit wenig Blattwerk figurale Gestalten einge¬ 
streut, von welchen einige durch Schönheit und Grazie 
hervorragen und eine Meisterhand verrathen. Die 
Sujets gehören zumeist der freien Phantasie an und 
streifen in ihrem Stile an die Compositionen des Enea 
Vico. Der Meister ist völlig unbekannt. 

2. Büchse mit Radschloss, dabei eine Pulver¬ 
flasche 2, a. Der gezogene Lauf wie das Schloss sind 
in zierlichen Arabesken mit figuralen Beigaben in 
Relief auf Goldgrund geziert. Der leider unbekannte 
Meister, von welchem noch andere prächtige Arbeiten 
in der Waffensammlung vorhanden sind, zählt zu den 
tüchtigsten in der Eisenschneidekunst. Der Schaft ist 
durchaus mit Silberplatten belegt, welche mit fein ge¬ 
zeichneten Arabesken in translucidem Email von glü¬ 
hender Farbe geziert sind. Unter den Ornamenten 
finden sich auch figurale Motive: Victoria, Trophäen, 
Früchte, Jagdthiere u. dgl. Auf dem Vorderschafte 
ausserhalb zeigt sich das Monogramm D • A • F des 
berühmten Augsburger Goldschmiedes und Emailleurs 
David Attemstetter. 

Auf der Pulverflasche 2 a erblickt man in Email 
auf Silbergrund auf der einen Seite Diana, auf der 
anderen Actaeon. 

Der Decor, eine Specialität Attemstetter’s, macht 
eine ungemein reiche coloristische Wirkung. 

Einige Wahrnehmungen, wie besonders das Auf¬ 
treten der Victoria Dacica auf der Anschlagfläche des 
Kolbens deuten dahin, dass das unvergleichlich schöne 


Gewehr aus dem Besitze des Kaisers Rudolf II. und etwa 
aus dem Jahre 1610 stammt. 

David Attemstetter, eigentlich Altenstetter, ist 
zwischen 1547 und 1555 zu Colmar geboren, kam 1570 
nach Augsburg und starb daselbst 1617. Bekannt ist 
seine Mitarbeit an dem berühmten Pommer’schen Kunst¬ 
schrein, jetzt im königlichen Kunstgewerbemuseum 
in Berlin. Die kunsthistorischen Sammlungen bewahren 
ein weiteres schönes Werk seiner Hand: eine Stand¬ 
uhr. *) 

3. Pürschbüchse mit Radschloss, dabei eine 
Pulverflasche 3, a des Erzherzogs Leopold V. von 
Tirol. Der gezogene Lauf ist gebläut, die Schlossplatte 
in Kupferstichmanier gravirt. Der Schaft aus schwarz 
gebeiztem Holze ist dicht mit eingelegtem Silber theils 
in Arabesken, theils figuralen Decors geziert. Die zahl¬ 
reichen Darstellungen enthalten zumeist Jagdscenen, 
aber auch religiöse Sujets, wie den Propheten Daniel 
aus den Apokryphen, unter den profanen eine lustige 
musicirende Gesellschaft. Auf der Anschlagseite erblickt 
man die Wappen des Erzherzogs mit der Inschrift: 
»Leopoldus ■ Deo • Gr • Archi • Aus • Du • Bur • Comes 
Tirolis 1628.« Auf der oberen Seite ein unbekanntes 
Wappen mit den Chiffren H • S • G • H und zunächst 
des Kolbenschuhes den kaiserlichen Doppeladler. 

Noch reicher ist die Pulverflasche 3, a ausgestattet. 
In den Einlagen zeigt sich in der Mitte das Bildniss 
des Prinzen mit der obigen Umschrift. Dasselbe umgibt 
ein Feld mit den Wappen desselben und eine bildliche 
Darstellung des 144. Psalmes, Vers 1, ferner der Wahl¬ 
spruch des Erzherzogs: »Pietas ad omnia utilis.« 2 ) 


Tafel XLIV. 

1. Luntengewehr. Der Lauf, sowie das einfache 
Luntenschloss und der mittelst eines Abzughebels zu 
dirigirenden Luntenhahn sind aus grau getöntem Eisen; 
die feinen Laubornamente darauf sind mit freier Hand 
gepunzt und vergoldet, einige Stellen sind in seichter 
Goldtausia geziert. Der Schaft mit italienischem Kolben 
ist mit abgegriffenem, schwarzem Sammt überzogen, 
der an den Kanten mit gleichfärbigen Seidenbörtchen 
besetzt ist. 

Die alten Inventare bezeichnen das Gewehr: »alt¬ 
fränkisch«. Diese Angabe ist ungenau, denn dasselbe 
ist gewiss italienisch, wahrscheinlich mailändisch, vom 
Anfänge des XVI. Jahrhunderts. 

2. Büchse mit Radschloss. Der kantige gezogene 
Lauf und das Radschloss sind blank gehalten, ersterer 
hat die Laufschmiedmarke P • S, letzteres den Büchsen¬ 
macherstempel M • T eingestempelt. Der Schaft aus 
Birnholz ist reich in Elfenbein eingelegt und sind da¬ 
mit Scenen aus der römischen Geschichte und Alle- 


l ) Boeheim 1 . c. 


‘) Boeheim 1 . c. 
2 ) Boeheim 1 . c. 







2 5 


gorien dargestellt. Auf dem Schuber finden sich die 
allegorischen Gestalten der Lüsternheit lind der Lecker- 
haftigkeit mit den Beischriften »LIBIDO« und »GVLA«, 
Die Figuren sind gewandt gezeichnet, doch in der 
Bewegung und den Costümen etwas übertrieben. Un¬ 
terhalb des Kolbens, an der Anschlagseite, zeigt sich 
eine undeutliche lateinische Inschrift und der Name 
GEORG!VS * KrEXCVSIT, ferner OMMQLTZPACHE 
(Onolzbach, heute Ansbach), und die ersichtlich un¬ 
richtige Jahrzahl 1507. Die Anfertigung dieser Büchse 
fällt in das Ende des XVL Jahrhunderts, etwa um 1570 
bis 1580. 

3. Jagdbüchsc mit Radschloss. Der gezogene 
Lauf mit der eingeschlagenen Marke S * F, sowie das 
Radschloss sind gebläut Letzteres besitzt einen Stech¬ 
mechanismus mit Schnuranzug, Der Schaft ist reich in 
Elfenbein eingelegt und enthält Kampfscenen, mytholo¬ 
gische Gestalten und Allegorien, meist Coplen nach 
italienischen Meistern. So erkennt man in einer liegenden 
nackten Frauen gestalt eine freie Nachahmung der Venus 
von Tizian (jetzt in der kgl, Gemäldegalerie in Dresden). 
Auf dem Schuber ist eine humoristische Scene darge¬ 
stellt : ein Jäger, der von Hasen am Rost gebraten 
wird. Diesen humorvollen Gedanken finden wir bereits 
in einem Stiche des Israhel van Meckenem (Bartsch 271) 
behandelt. In einem gleich grossen Stiche bringt die¬ 
selbe auch Virgil Solis mit nur ganz geringen Abän¬ 
derungen. Von diesem Stiche, welcher die folgenden 
Begleit verse trägt: 

>Vns basen ist ein schancz gerathen, 

Das wir jetz hund vnnd jeger braten 

Die vns fiengeo, schunden vnd äsen 

Die zal wir jetzt auch solcher masen« 
ist die vorliegende Darstellung eine vollkommen treue 
Copie. ■) Zunächst der Schwanzschraube zeigt sich die 
Schäftermarke H * P und die Jahrzahl 1563, Auf dem 
Kolbenschuh das vollständige habsburgische Wappen 
eines Erzherzogs und in der heraldischen Zusammen¬ 
stellung der steierischen Linie. Dieser Umstand und 
das Fehlen des Vliessordens mit Rücksicht auf die 
Jahrzahl lässt unzweifelhaft erkennen, dass die Büchse 
aus dem Besitze des Erzherzogs Carl von Steiermark 
stammt. 


Tafel XLV. 

1. Türkische Sturmhaube des Grossveziers Meh- 
med Sokolowitsch. Sogenannter »Schischak* im deut¬ 
schen »Zischagge*. Dieselbe besteht aus gegossenem 
Eisen und ist mit Verzierungen und türkischen In¬ 
schriften in Goldtausia ausgestattet. Das Scheitelstück 
läuft in geschweifter Linie gegen die Spitze zu, Ge¬ 
sichtsschirm mit schiebbarem Naseneisen, Nackenschirm 
und Backenstücke, letztere mit anhängenden rothen 

*) Ein feiner ausgeführter Naebstich von der Gegenseite ist 
von einem unbekannten Meister. 


und gelben seidenen Bändern zeigen die typischen 
Formen. Die Inschriften enthalten lediglich Koran- 
verse, zumeist aus der 2., der 21. und der 6S. Sure 
desselben. 

Meh med Sokolo witsch, von christlichen Eltern ge¬ 
boren und als Knabe von den Türken gefangen, siegte 
als Beglerbeg von Griechenland 1559 über Bajasid, 
eroberte Szigeth und gelangte durch Tapferkeit und 
Klugheit zur höchsten Reichswürde. Er wurde 1579 
von einem Derwische ermordet. Der Gegenstand ist 
bereits im alten Inventar vom Schlosse Ambras von 
1583 genau beschrieben. 

2. Arabischer Rundschild von Eisen, geschwärzt 
und mit orientalischen Ornamenten und arabischen 
Inschriften geziert, welche gravirt und vergoldet sind. 
Die letzteren enthalten lediglich Koranverse. Dieser 
in seiner Ausführung vortreffliche Schild wurde in den 
älteren Inventuren ohne Bezeichnung eines Besitzers 
beschrieben. Erst im Inventare von 1788 erscheint 
er im Vereine mit einem orientalischen Brust- und 
Rückenpanzer, allerdings von ganz gleicher Auszie¬ 
rung, und dem Torghud Reis, Könige von Kairewan, 
zugeschrieben. Beweisgründe für diese Attribution 
sind nicht angegeben; es bleibt dieselbe also Immerhin 
zweifelhaft. Auf der Sturmhaube liest man: »Vollendet 
durch die Arbeit des Waffenschmiedes Ali.« 

Torghud Reis war anfänglich Seeräuber und wurde 
1540 von Gianettino Doria gefangen. Später eroberte er 
die afrikanischen Ufer Staaten Gerbi und Tripolis, be¬ 
lagerte mit den Türken Malta und starb an den dort- 
selbst erhaltenen Wunden 1565, 

3. Türkischer Säbel. Der Grift' ist mit Achat be¬ 
legt, die Parirstangen, aus vergoldetem Silber, sind reich 
gravirt. Die Klinge ist ohne Zeichen. Die Scheide ist 
mit rothgeblumtem türkischen Damast überzogen und 
besitzt ein Beschläge aus vergoldetem Silberblech, 
welches mit getriebenen Ornamenten verziert ist. An 
den Parirstangen findet sich die kaiserliche Punze des 
Sultans Muhammed III. Nach der Tradition stammt 
der Säbel aus dem Besitze des Grossveziers Kara 
Mustapha, ist aber wohl ein Th eil jener Siegesbeute, 
welche dem Kaiser Leopold I. nach dem Entsätze von 
Wien 1683 zu Füssen gelegt wurde. 

4. Ungarischer Säbel. Der Griff und die Schelde 
besitzen vergoldete Silberbeschläge im orientalisirenden 
Stile mit Türkisen und Korallen besetzt. Auf der ara¬ 
bischen Klinge sind Koranverse geätzt. Die langen 
Parirstangen weisen auf die erste Hälfte des XVI. Jahr¬ 
hunderts. 

5» Ungarischer Säbel. Der Griff ist mit schönem 
weissen Bandachat belegt. Sowohl die Parirstangen 
als die Beschläge der Lederscheide sind aus vergoldetem 
Silber, welches mit getriebenen Arabesken im orientali¬ 
schen Stile geziert ist. Die Ornamente sind theils roth, 




4 









26 


theils grün gefärbt. Die arabische Klinge ist mit Ver¬ 
zierungen in aufgeschlagener Goldtausia ausgestattet, 
zwischen welchen die Inschrift »Mä scha’lläh« (Alles 
nach Gottes Willen) zu lesen ist. XVI. Jahrhundert. 
Ende. 

6. Polnische Karabela. Der Griff ist mit schwarzem 
Bein belegt, die Parirstange ebenso wie die Beschläge 
der Scheide aus schwarzem Maroquinleder sind von 
Silber und in feinen orientalisirenden Dessins getrieben. 
Die werthvolle Klinge ist ohne Zeichen. 

Der Säbel stammt, nebst anderen Waffen von speci- 
fisch polnischen Formen, aus der Zeit der Bewerbung 
des Erzherzogs Ferdinand von Tirol um den polni¬ 
schen Thron, 1572. 

7. Arabischer Dolch. Sowohl der Griff von ge¬ 
schwärztem Eisen, als die krumme geflammte und 
eingeschliffene Klinge sind mit feinen orientalischen 
Linienornamenten in seichter Goldtausia geziert. Die 
arabischen Inschriften auf letzterer enthalten Koran- 
verse. Die Beschläge der Lederscheide sind in gleicher 
Technik wie der Griff verziert. XVI. Jahrhundert. 

8 und 8, a. Dolch. Der Griff besteht aus Elfenbein, 
welches theils in Gold eingelegt, theils in punktirter 
Technik verziert und mit kleinen Rubinen und Türkisen 
besetzt ist. Die Wirkung dieser Ziertechnik ist eine ausge¬ 
zeichnete. Die abwärts gekrümmten Parirstangen laufen 
in Drachenköpfen aus. Die schwere Klinge ist am 
Grat durchbrochen gearbeitet. Die Scheide, aus ver¬ 
goldetem Silber mit orientalisirenden Ornamenten in 
Treibarbeit ausgestattet, ist weit einfacher gehalten. Die 
Waffe, wiewohl von orientalischer Form, ist aus einer 
westeuropäischen, wahrscheinlich venetianischen Werk¬ 
stätte stammend. XVI. Jahrhundert. 

9. Kleiner Dolch mit türkischer Klinge. Der Griff 
und die Scheide sind aus vergoldetem Silber und dicht 
mit orientalischen Granaten besetzt. Die gerade ein¬ 
geschliffene Klinge von etwas älterem Datum ist mit 
türkischen Ornamenten und Inschriften in seichter 
Goldtausia geziert. Die Montirung ist nicht orientalisch. 

10. Dolch mit krummer Klinge von orientalischer 
Form. Der Griff, sowie die Scheide sind aus vergol¬ 
detem Silber und theils getrieben, theils ciselirt. Die 
Ornamente auf rauhem Grunde sind türkischen Mustern 
nachgebildet. Auf dem flachen, schweren Knaufe er¬ 
blickt man ein von einem Drachen gehaltenes, unbe¬ 
kanntes Wappen mit den Buchstaben K • I darin und 
oberhalb die Jahreszahl 1543. Die abwärts gekrümmten 
Parirstangen laufen in Drachenköpfen aus. Auch dieser 
Dolch stammt aus einer italienischen Werkstätte. 


Tafel XLVI. 


1. Harnisch für den alten deutschen Fusskampf 
des Claude de Vaudrey. Derselbe nimmt sowohl 
durch seine Form, wie auch vom historischen Ge¬ 
sichtspunkte durch seinen Eigenthümer und seinen 


Meister ein hohes Interesse in Anspruch. Für diesen 
Harnisch, welcher nach seiner Bestimmung zum ritter¬ 
lichen Zweikampfe, mit unterschiedlichsten Stich-, Hieb¬ 
und Schlagwaffen diente, ist der riesige Helm, um den 
Kopf des Trägers vor Hieben des Gegners möglichst zu 
schützen, der Kampfschurz zum Schutze der Lenden¬ 
partie, endlich die volle Deckung der Oberschenkel 
charakteristisch. Derselbe ist blank gehalten und ohne 
alle Verzierung. Auf dem Oberarmzeuge erblicken wir 
die nebenstehende Marke. 



Sie gehört den Brüdern Gabrielle und Francesco Me- 
rate in Mailand und wurde von denselben vor ihrer 
Berufung 1495 als Leiter der kaiserlichen Plattnerei 
in Arbois in Burgund geführt. Der Harnisch selbst 
trägt den Typus der Mailänder Harnische der zweiten 
Hälfte des XV. Jahrhunderts an sich. Der Harnisch 
datirt von ca. 1480. 

Nach den alten Inventaren ist dieser Harnisch 
derselbe, in welchen gekleidet der Rath und Kämmerer 
des Herzogs Carl des Kühnen von Burgund, Claude 
de Vaudrey, in einem gelegentlich des Reichstages zu 
Worms 1495 abgehaltenen Turniere mit dem Kaiser 
Maximilian I. im Fusskampfe sich gemessen hatte und 
von diesem besiegt wurde. 

Claude de Vaudrey, von altem burgundischen 
Adel und verdienter Staatsmann am Hofe Carls des 
Kühnen, wurde um 1450 geboren und starb 1515.') 


2. Harnisch für den alten deutschen Fusskampf 
des Königs, späteren Kaisers Maximilian II. Derselbe 
ist blank und mit breiten, theils auch getriebenen, ge¬ 
ätzten und vergoldeten Strichen und Verzierungen aus¬ 
gestattet. Er zählt gewiss zu den spätesten seiner 
Gattung, denn als der Harnisch gefertigt wurde, war 
der deutsche Fusskampf in alter strenger Form längst 
nicht mehr üblich, nur sehr hochgestellte Persönlich¬ 
keiten hielten es ihrer Würde angemessen, noch ein 
»Kampfzeug« zu besitzen. Verschiedene Einzelheiten, 
wie die an sich fachwidrigen Stosskrägen, das auf¬ 
tretende mi-parti an den Oberschenkeln (Diechlingen) 
weisen auf eine drei Jahrzehnte frühere Zeit. Auf dem 
Kampfschurz findet sich die Jahrzahl 1550. 

Die Zuschreibung an Maximilian II. ist aus dem 
Musterbuche eines unbekannten Augsburger Harnisch¬ 
ätzers * 2 ) festgestellt, in welchem der Harnisch genau 
abgebildet und sein Besteller, ebenso wie der Meister 
genannt erscheint. 

Nicht nur die bestimmte Angabe in dem genannten 
Musterbuche, sondern auch die an mehreren 
Stellen des Harnisches sichtbaren Marken % 
belehren uns, dass wir an selbem ein Werk * 
des berühmten Plattners Matthäus Frauenpreis und 


*) Leitner, Quirin. Freidal. 1882. 

2 ) Königl. öffentl. Bibliothek zu Stuttgart. Mil. 24. 








27 


%vahrscheinlich noch des Aelteren vor uns haben, der 
1549 gestorben ist. Das Musterbuch gibt auch 1549 
als Fertigungsjahr an, die Ausstattung und Vergoldung 
dürfte erst ein Jahr nach dem Ableben des Meisters 
vollendet worden sein. J ) Wir weisen hier auch auf 
Tafel XXI1. 


Tafel XLVII. 

1. Rennzeug zum sogenannten Scharfrennen des 
Königs Philipp L von Castilien, dabei eine geblen¬ 
dete Rossstirne und zwei Dilgen* Derselbe ist blank, 
gekehlt und mit Schwarzätzung im Stile italienischer 
Frührenaissance geziert* Die Ränder des Rennhutes 
sind mit Messingstreifen besetzt. Auf der Stirne des 
Rennhutes, wie auf den beiden Dilgen, welch letz¬ 
tere zum Schutze der Oberschenkel dienten, ist die 
verhaute Tracht der Landsknechte mit schräglaufenden 
Schlitzen dargestellt* Auf der Brust findet sich der 
Spruch aus Lucas IV. 30. »Jhesus ‘ autem ■ transiens . 
per m(e)dium * iI(!)orum 1 ibat. 2 ) Denselben Vers findet 
man nicht nur auf mehreren Waffenstücken der Waffen¬ 
sammlung, welche diesem Könige angehörten, sondern 
auch auf Goldmünzen desselben. Italienisch gegen 
1500, Die zugehörige Renntartsehe ist abgängig* 

2, Rennzeug zum Scharf rennen des Erzherzogs 
Ferdinand von Tirol. Derselbe ist mit breiten, gekehlten 
geätzten und vergoldeten Strichen und solchen Füllorna¬ 
menten versehen. Dabei die gl eich verzierten, aber nicht 
gekehlten Dilgen. Auf dem die untere Gesichtspartie 
deckenden aufgeschraubten Barte findet sich das 
vollständige Wappen des Erzherzogs geätzt» In dem 
Inventar von i$g& des Nachlasses des Erzherzogs 
Ferdinand von Tirol wird dieser zu den spätesten 
zählende Rennzeug dem Herzoge August von Sachsen 
zugeschrieben. Das ist nur insoferne richtig, als der¬ 
selbe im Aufträge dieses Herrschers aller Wahrschein¬ 
lichkeit nach von dem Plattner Sigmund Rockenberger 
in Wittenberg 1558 geschlagen, und dem Erzherzoge 
Ferdinand zum Geschenk gemacht wurde. Dieser Prinz 
hatte schon im Jahre 1556 zu Dresden mit dem Her¬ 
zoge gerannt und hatte diesem zum Andenken an diesen 
Waffengang einen Harnisch gesendet. Der hier er¬ 
sichtliche Rennzeug war somit ein Gegengeschenk. In 
dem Dankschreiben des Erzherzogs vom 26. April 1559 
wird der Rennzeug als »rein, sauber, fieissig und wohl¬ 
gemacht« bezeichnet* Die zugehörige Renntartsche ist 
abgängig. 3 ) 

*) Roeheim, Wendelin. Augsburger Waffenschmiede. Jahr¬ 
buch L c* 

9 Jesus aber, hindurchgehend mitten zwischen ihnen, wan- 
delte von dannen«, hier auf die Ohnmacht der Feinde gedeutet. 

3 ) Gurlitt, Cornelius, Deutsche Turniere, Rüstungen und 
Plattner* Dresden iBSg. — Handschriftliche Nachrichten des 
Directors des königl historischen Museums zu Dresden, M, v. 
Ehrenthal, für welche der Verfasser hier seinen verbindlichsten 
Dank ausspricht. 


Tafel XLVIII, 

1* Italienischer Stechzeug für das alte welsche 
Gestech des Gasparo Fracasso. Derselbe ist blank ge¬ 
halten* Arm zeug wie Helmfenster sind mit vielen fein 
gravirten und vergoldeten Emblemen und Symbolen 
geziert. Darunter finden sich Thaten des Hercules, 
Kampfscenen, ferner zwei einen Baumstamm entzwei¬ 
reissende Hände, weiters drei ineinander geschlungene 
G als Monogramm, endlich wiederholt die Inschrift: 
»Signore Frachasso«* Die blanke, imverzierte Brust 
war einst mit Stoff, wahrscheinlich Brocat, überzogen* 
Das linke Armzeug fehlt. Sowohl auf dem Helme, als 
auch auf der Brust erblickt man das eingeschlagene 
Zeichen der Missaglia von Mailand, wie auf Tafel I, 1, 



auf ersterer überdies dasselbe eingeätzt und vergoldet. 

Der Stechzeug datirt nach 1450, vielleicht um 
1470, es könnte daher nur mehr von der Hand An¬ 
tonios Missaglia sein* 

In dem ältesten Inventar der Waffen von Ambras 
von 1583 wird der Stechzeug als »so eines herezogen 
von Mailandt gewest«, bezeichnet Das ist unrichtig, 
er gehörte, wie die Signatur und die Sinnbilder klar 
erwiesen, Gasparo Fracasso, dem Gesandten Ludovico 
Moros am Hofe des Kaisers Maximilian L, der um 1510 
gestorben ist. Der Stechzeug scheint durch Kauf an 
den Kaiser gelangt zu sein, denn 1502 werden 72 Gulden 
zu Innsbruck für einen, vermuthlich den vorbepchrie- 
benen Harnisch angeboten.*) 

2* Deutscher Stechzeug, dem Kaiser Maximilian I. 
zugeschrieben* Derselbe ist blank, theils gekehlt und 
geriffelt und an den Rändern der Armzeuge und den 
Folgen des Rückens mit zierlichen, durchbrochenen Ver¬ 
zierungen im spätgothischen Stile berandet. Am Vorder- 
rande des Helmes wie auf dem Rüst haken findet sich 
gehauenes Ornament, Der Stechhelm besitzt ein Helm- 
fenster, dessen Thürehen mit durchbrochenem Mass- 
werk ausgestattet ist, eine Vorrichtung, die sonst nur 
bei italienischen Stechzeugen üblich war. 

Dass dieser etwa um das Jahr 1500 geschlagene 
Stechzeug dem Kaiser Maximilian L gehörte, beruht 
lediglich auf Tradition* Dieselbe wird in ihrer Glaub¬ 
würdigkeit dadurch wesentlich unterstützt, dass der 
Zeug thatsächlich aus der Harnischkammer des Kaisers 
stammt, welche sich bis zum Tode desselben in der 
Burg zu Wiener-Neustadt befand, und dass derselbe 
unter allen von dorther gekommenen Stechzeugen, 
welche noch bis heute in der Waffensammlung bewahrt 
werden, die reichste Ausstattung besitzt* 2 } 

] ) Boeheim, Wendelin. Mailänder Waffenschmiede etc. Jahr¬ 
buch Bd. IX. 

-) Leitner, Quirin. FreidaL 






28 


Tafel XLIX. 

1. Topf heim von Elsen mit Verstärkung der linken 
(Hieb-) Seite. Aus mehreren Stücken zusammengesetzt, 
fehlen ihm völlig die kreuzförmigen Löcher zum Be¬ 
festigen der KnebeUfür die Brust- und die Schwertkette. 
Die Aussenseite ist mit Mennig überstrichen. Die 
sichtbaren Merkmale überzeugen für die Bestimmung 
dieses Helmes zum Turnier. Derselbe gehört seinem 
Alter nach etwa der Mitte des XIV. Jahrhunderts an. 
Das auf dem Helme angebrachte Zimier aus Leder, 
vergoldet und versilbert, entspricht zwar in seiner 
heraldischen Form der bekannten Familie des unbe¬ 
kannten Eigentümers, ist aber mindestens ein halbes 
Jahrhundert jünger. 

Helm und Zimier stammen aus der Kirche des 
Domes zu Seckau in Steiermark, wo selbe oberhalb eines 
Grabschildes angeordnet waren, der einem Angehörigen 
der in der Nähe Seckaus ansässigen steirischen Familie 
Prancker von Franck errichtet wurde und sicher von 
einem älteren Grabschilde eines dieser Familie stammte. 
In der Literatur ist der Gegenstand als der ^Prancker 
Helm* bekannt. 1 ) 

2. Helm von einem Harnisch für den deutschen 
Fusskampf. Derselbe ist blank und nur an dem weit 
ausgebauchten, vielmals gelochten Visir seicht gekehlt. 
Der Kamm, sehr dach gebildet, zeigt Löcher für ein 
aufzusetzendes Zimier, Die Befestigung mit dem Har¬ 
nische erfolgte durch Anschrauben an die Brustplatte. 
Deutsch, Ende des XV. Jahrhunderts. 

3. Helm für das Kolbenturnier zu Ross. Derselbe 
besteht aus einem Gerippe von Gitter- und Bandeisen, 
welches mit gesottenem Leder überzogen wurde. Dieser 
Ueberzug erhielt einen Anstrich mit Gyps und war, 
wie noch deutliche Spuren erkennen lassen, bemalt. 
Oberhalb ist eine Platte von Eisenblech aufgesetzt, auf 
welcher die Hülse für das Zimier sitzt Der vordere 
Theil des Helmes ist offen und mit einem Gitter aus 
sich durchdringenden Lang- und Querstäben geschützt. 
Der Umfang des kugelförmigen Helmes hat solche 
Dimensionen, dass der Kopf des Trägers, von den 
Kolbenschlägen geschützt, sich frei bewegen konnte. 
Deutsch, Mitte des XV. Jahrhunderts. 


*) F. G. v. M. Der Pranckher Helm aus Stift Seckau, Als 
Manuscript gedruckt. Graz 1878. 


Tafel L. 

r. Bruststück von einem Rennzeuge für das soge¬ 
nannte * geschiftTartschenrennen* aus blankem Eisen. 
Es war dies eine Gattung des Turniers, bei welchem 
der gelungene Stoss des Gegners mit der Rennstange 
die Wirkung hatte, dass eine an der Brust des Ge¬ 
troffenen befestigte Tartsche in mehrere segment¬ 
förmige Stücke sich theilte, die, von starker Federkraft 
getrieben, über den Kopf des Trägers hinwegflogen. 
Der Mechanismus ist nicht mehr vollständig, functionirt 
aber noch theihveise; die zugehörige »gesehift tartsche« 
ist abgängig,>) Um 1480. 

2. Kleiner Krönig zum alten deutschen Gestech. 
XVI Jahrhundert. 

3. Turnierspiesseisen. XV. Jahrhundert, Ende. 

4. Schwerer Krönig zum alten deutschen Gestech. 
XV. Jahrhundert, Ende. 

5. 6, 7. Renneisen zu den verschiedenen Arten 
dieser Turniergattung. Nr. 7 ist in Schwarzätzung ge¬ 
ziert XV. Jahrhundert, Ende und XVI. Jahrhundert, 
Anfang. 

8. Geblendete Rossstirne von blankem Eisen zum 
deutschen Gestech. Die Blendung des Turnierhengstes 
erfolgte aus der Ursache, dass das Thier beim Zu¬ 
sammentreffen nicht nach der Seite ausweiche und 
die Sicherheit des Stosses beeinträchtige. Auf dem 
scheibenförmigen Stirnschildchen ist der einköphge 
römische Adler mit den Wappen von Altungarn, Neu- 
Oesterreich, Burgund und Böhmen in Schwarzätzung 
dargestellt, wodurch sich die Zuschreibung des Gegen¬ 
standes in das einstige Eigenthum des römischen 
Königs Ferdinand L rechtfertigt. Um 1530. 

9. Stechkissen aus roher Leinwand und mit 
Stroh gefüllt Derlei Kissen wurden an die Brust der 
Turnierhengste zu dem Zwecke befestigt, damit sich die 
geblendeten Thiere bei erfolgendem Anpralle nicht 
verwundeten. 2 ) XV. Jahrhundert, Ende. Der Gegenstand 
ist Unicum. 


i) Haefner, J, von. Hans Burgkmair’s Turnierbuch, Frankfurt 
am Main, 1853. Tafel 11. Leitner, Quirin von. Freidal. 1SS0—1882, 
Tafel V und folgende. 

T Leitner, Freidal L c, Tafel X und viele folgende. 






REGISTER 


I. Allgemeines. 

Albrecht V., Herzog von Baiern, XXIII, 3. 
Albrecht VII., Erzherzog, XXXIV, 2. 
Amalia Wilhelmine, Königin, XXXIX, 2. 
August, Herzog von Sachsen, XLVII, 2. 
Bajasid, Sohn Solimans II., XLV, 1. 
Barbarigo Agostino, Befehlshaber, XXXI, 1. 
Bemelberg Conrad von, XIV, 2. 

Bourbon Charles de, Connetable, X, 1. 
Bretagne Anna von, Königin, XL, 1. 
Busbecq Augier de, Diplomat, X. 

Carl V., Kaiser, IV, 2. XVIII, 1. XIX. XX, 
1. XXXI, 2. 

Carl, Erzherzog, XXIII,2. XXVI, 1. XXXIV, 
1. XLIV, 3. 

Carl der Kühne, Herzog von Burgund, 
XLI, 2. XLVI, 1. 

Carl Leopold V., Herzog von Lothringen, 
XXXIX, 1. 

Coloman, Bischof, König von Ungarn, 
VII, 2. 

Conzi, Ingram von, VI, 2. 

Ernst, Erzherzog, XXV, 1. 

Farnese, Alessandro, Herzog von Parma, 
XXIX. 

Ferdinand I., Kaiser, XVII, XVIII, 3. L, 8. 
Ferdinand, Erzherzog, Graf von Tirol, X, 

1. XV, 1. XXI, 2. XXII, 1, 2. XXIV, 1, 

2. XXVII, 1, 2. XXIX. XLII, 2. XLV, 6. 
XLVII, 2. 

Fracasso Gasparo, Gesandter. XLVIIJ, 1. 
Friedrich der Siegreiche, Pfalzgraf, II, 1. 
Fürstenberg, Friedrich III., Graf von, XII, 2. 
Gicgor XIII , Papst, XXVII, 2. 
Hohenembs, Hannibal von, XXIX. 

Johann Friedrich der Grossmüthige, Kur¬ 
fürst von Sachsen, XII, 1. 

Johann Friedrich der Mittlere, Herzog v. 

Sachsen, XLII, 3. 

Josef I , töm. König, XXXIX, 2. 

Juan Don, d’Austria, XXX, 1. XXXI, 2. 
Julius II., Papst, XI, 1. 

Lang Matthäus, Erzbischof, XI, 7. 

Leopold V., Erzhg , XXXVIII, 3, XLIII, 3. 
Ludwig XII., König von Frankreich, XL, 1. 
Ludwig II., König von Ungarn, IV, 1. 
Ludwig Wilhelm I., Markgraf von Baden, 
XXXIX, 2. 

Mathias, Kaiser, XXXVII, 1. XXXVIII, 1. 
Mathias Corvinus, König v. Ungarn, VII, 3. 
Maximilian I., Kaiser, III, 1. V. VI, 6. 
VII, 1, 3. VIII, 2. X, 2. XI, 1. XLVIII, 
1, 2. XL, 2. XLI, 1, 4. 

Maximilian II., Kaiser, XV, 2. XXI, 1. 
XXIII, 3. XXV, 2. XXVI, 2. XLVI, 2. 
XL, 3. 

Moro Ludovico, Herzog von Mailand, 
XLYIII, 1. 

Napoleon III., Kaiser, XX, 3. 

Philipp der Grossmüthige, Landgraf von 
Hessen, XIII, 1. 


Philipp I, König von Castilien, III, 2. 
XLVII, 1. XL, 1. 

Philipp II, König von Spanien, XV, 1. 
XXXIV, 2. 

Pius V., Papst, XXVII, 1. 

Prancker von Pranck, Familie, XLIX, 1. 
Radzivil Niclas Christof, Herzog von Olyka, 
XXXV, 2. 

Rogendorf Wilhelm, Freiherr, XIII, 2. 
Rudolf II., Kaiser, XIX. XXXIII. XXXV, 1. 

XLII, 2. XLIII, 2. 

Ruprecht, Pfalzgraf bei Rhein, XVI. 
Schellcnberg Ulrich von, XI, 4. 

Sebastian, König von Portugal, XXV, 1. 
Sigismund, Erzherzog, II, 2. VII, 1, 3. 
Sigismund III., König von Polen, XLII, 3. 
Skanderbeg Georg, Fürst von Albanien, 
VI, 4. 

Sokolowitsch Mehmed, Grossvezier, XLV, 1. 
Sonnenberg Andreas, Giaf von, IX, 1. 
Sophia (Euphemia), Königin von Böhmen, 
VIII, 3. 

Sporeno Francesco, Bischof, XXVII, 2. 
Thuri Georg von, XXVIII, 1. 

Urbino Francesco Maria, Herzog von, 
XIV, i. 

Vaudrey Claude de, Kämmerer, XLVI, 1. 
\V T enzel, röm. König, VIII, 3. 

Wilhelm V., Herzog von Baiern, XXXIII. 
Wilhelm, Herzog von Mantua, XXVI, 2. 
Wladislaw II., König. XXXVIII, 1. 
Zollern, Eitel Friedrich Graf von, IX, 1. 
Zrinyi, Niclas Graf, XVIII, 2. 

II. Meister. 

Aguire Hortuno de, jun., Klingenschmied, 
XXXVIII, 2, 3. 

Ali, Waffenschmied, XLV. 

Altenstetter David, Emailleur, XLIII, 2. 
Ayala Thomas de, Klingenschmied, XXVIII, 
3. XXX, 3. 

Becker Philipp von, Graveur, XXXIX, 2. 
Beham Bartholomäus, Maler, XIV, 2. 
Berain Jean, sen., Zeichner, XXXIX, 1. 
Berns Meves, Klingenschmied, XXVIII, 4. 
Bongarde Armand, Graveur, XXXIX, 1. 
Bras Peter, Klingenschmied, XXIV, 3. 
Burgkmair Hans, sen., Maler, III, 1. 
Caradosso, genannt Foppa, Bildhauer, Gold¬ 
schmied, XXII, 1. 

Cellini Benvenuto, Goldschmied, XX, 1. 
Colman Desiderius, Plattner, XV, 1. 

» Coloman, Plattner. IX, 2. XIII, 2. 
» Lorenz, Plattner, III, 1. IX, 2. 
Colt, Oberst, Constructeur, XXXII, 2, 3. 
CominazzoLazar., Laufschmied, XXXVI, 7. 
Cordier d’Aubeville Philippe, Büchsen¬ 
macher, XXXVI, 6. 

Cranach Lucas, Maler, XII, 1. 

Dente Marco, genannt da Ravenna, Kupfer¬ 
stecher, XXVI, 2. 


Dorisy Petrus, Maler, XIV, 2. 

Dürer Albrecht, Maler, VIII, 1. 

Floris Cornelis, Maler, XLII, 2. 

> Francis, Maler, XLII, 3. 

Formicano Pietro, Klingenschmied, XXX,2. 
Francino Giovanni, Büchsenmach.,XLIII, 1. 
Frauenpreis Matthäus, Plattner, XXI, 1. 
XLVI, 2. 

Gerung Mathias, Aetzmaler, XII, 1. 

Ghisi Giovanni Battista, genannt Bertano 
und Mantuano, Maler, XXXI, 1. 

Giulio Romano, Maler. XIX. 

Glockenton Albert, Aetzmaler, XIV, 2. 
Grünewalt Hans, Plattner, II, 2. 

K. Georgius, Graveur, XLIV, 2. 

Klein Wilhelm, Klingenschmied, XXX, 4. 
Lange Hans, Maler, XLII, 3. 

Lochner Conrad, Plattner, XV, 2. 

Marc - Anton (Raimondi), Kupferstecher, 
XXVI, 2. 

Martinez Juan, Klingenschmied, XXX, 2. 
Meckenem Israhel v., Maler, IX, 1. XLIV, 3. 
Merate Francesco, Plattner, XLVI, 1. 

» Gabiielle, Plattner, XLVI, 1. 

M . S von H, Waffenschmied, XLI, 4. 
Mielich Hans, Maler, XXIII, 3. 
MissagliaAntonio, Plattner, II, 1. XLVIII, 1. 
* Petrolo, Plattner, II, 1. 

> Tomaso, Plattner, II, 1. 

Müller Philipp Heinrich, Maler, XXXIX, 2. 
Muhammed al Annsari, Klingenschmied, 
XXVIII, 1. 

Negroli Francesco, Plattner, XIV, 1. 

» Giacomo, Plattner, XIV, 1. 

» Philipp, Plattner, XIV, 1. 

Neron Damianus de, Tausiator, XX, 2. 
Payr Hans, Plattner, IV, 2. 

Peffenhauser Anton, Plattner, XXV, 1, 2. 
Perckhammer Hans, Aetzmaler, XXI, 2. 
Piccinino Antonio, Klingenschmied, XX, 1. 
XXII, 1. 

Piccinino Lucio, Tausiator, XXII, 1. XXVI, 
2. XXIX. XXX, 1. 

Rockenberger Sigmund, Plattner, XLVII, 2. 
Rota Martino, Kupferstecher, XXXV, 1. 
Sadeler Aegydius, Kupferstecher, XXXV, 1. 
Sanzio Raphael, Maler, XXVI. 2. 

Schwarz Christof, Maler, XXXIII. 

Scroo Francis, Plattner, III, 2. 

Scrabaglio Giovanni Battista, Tausiator, 
XXII, 2. XXIII, 1. XXIV, 1, 2, 2 a. 
Seusenhofer Hans, Plattner, XVII. XXI, 2. 
» Conrad, Plattner, IV, 2. 

» Jörg, Plattner, XVII. XVIII, 3. 
XXI, 2. 

Sitbenbürger Valentin, Plattner, XIV, 2. 
Solis Virgil, Kupferstecher, XLIV, 3. 
Topff Caspar, Plattner, XXXIV, 1. 
Welgerer Franz, Säckler, XXI, 2. 

Werder Felix, Büchsenmacher, XXXVI, 6. 
Wolf von Landshut, Plattner, XII, 2. 
Worms Wilhelm von, Plattner, XIV, 2. 












KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 

WAFFENSAMMLUNG. 







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HJJJ. 


SAAL XX 


Ansicht des Saales XXVII der Waffensammlung. 


I. 


Lhotographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 






































































KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES 


WAFFENSAMMLUNG. 



i. Reiterharnisch des Erzherzogs Sigismund des Münzreichen von Tirol, von c. 1470. 
2. Feldharnisch Friedrichs des Siegreichen, Pfalzgrafen am Rhein, von c. 1450. 


II. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 

















KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 

WAFFENSAMMLUNG. 



i. Reiterharnisch des Königs Maximilian I., von c. 1490. 

2. Prunkharnisch, angeblich des Königs Philipp I. von Castilien, von c. 1506. 


III. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 























KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES 


WAFFENSAMMLUNG. 



i. Prunkharnisch des Königs Ludwig II. von Ungarn, von c. 1515. 

2. Harnisch des Erzherzogs Carl, späteren Kaisers Carl V. Unvollendet geblieben. 


IV. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 





















KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 



Schwerer Rossharnisch des Kaisers Maximilian I., von c. 1508. 











* 





KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 


WAFFE NS AM MLUNG. 


1 . 



. Normanischer Helm, 12. Jahrhundert. — 2. und 3. Hundsgugeln, 14. Jahrhundert. — 4. Helm des Georg Castriota, 
Fürsten von Albanien, genannt Skanderbeg, 15. Jahrhundert. — 5. Deutsche Schallern, 15. Jahrhundert. — 

6. Geschlossener Helm, um 1500. 


VI. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 









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KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 

WAFFEN SAMMLUNG. 



i. und i, a. Schwert des Königs Maximilian I. sammt Scheide, von c. 1450. — 2. Kurzes Schwert mit alter Klinge, 
von c. 1505. — 3. Schwert mit älterer, den Namen des Königs Mathias Corvinus von Ungarn tragender Klinge. — 

4. Reiterschwert mit älterer, dem XIV. Jahrhundert angehöriger Klinge. 


VII. 


Photographie und Lichtdruck von J. Lö\vy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hof photograph, Wien. 






















KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 


WAFFENSAMMLUNG. 


1. 


2 . 



3 . 



i. Ungarische Tartsche von blankem Eisen, von c. 1490. — 2. Ungarische Tartsche von Holz und bemalt, von c. 
1490. — Sattel aus dem Besitze des römischen Königs Wenzel I., von c. 1380. 


VIII. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 
















































KUNST HISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES 


WAFFENSAMMLÜNG. 



t, Prunkharnisch des Grafen Eitel Friedrich von Zollern, von c, 1303. 
2. Turnierharnisch des Grafen Andreas von Sonnenberg, von c, 1508, 


IX, 


Photographin tmd Lichtdruck von J* Löwy, Wien. 


Verlag von j. Löwy, k. u. k. Hofpholograph, Wien, 






























KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES 


WAFFENSAMMLUNG. 



I. und 


r, a. Helm und Rundschild des Connetable Charles von Bourbon, von c. 1520. — 2. Schild aus der Schale 
einer Riesenschildkröte und bemalt, von c. 1450. — 3. Ungarische Tartsche von Holz, von c. 1490. 


X. 


Photographie und Lichtdruck von J> Löwy, Wien, 


Verlag von J, Löwy, k, ei, k. Hofphotograph, Wien, 











KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 


WAFFENSAMMLUNG. 



L und i, a* Geweihtes Schwert sammt Scheide und Gehänge mit den Insignien des Papstes Julius IL, von 1510* — 
2, Reiterschwert um 1500. — 3. Schwert, italienisch, um 1550. — 4., 4, a, und 4, b, Schwert sammt Scheide und 
Besteck des kais. Feldobersten Ulrich von Schellenberg, von e. 1520, — 5* Venetianisches Schwert mit sägeförmiger 
Klinge, von c. 1520. — 6, Streitbeil, italienisch, um 1550, — 7. Streitkolben des Matthäus Lang, Erzbischofs von 

Salzburg, italienisch, um 1500» 


XL 


Photographie und Lichtdruck von j. Lßwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u, k, Hofphotograph, Wien. 







































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KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES 


WAFFENSAMMLUNG. 



i. Feldharnisch des Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen, von c. 1530. 
2. Feldharnisch des Grafen Friedrich III. von Fürstenberg, von 1531. 


XII. 


Photographie und Lichtdruck von J. LÖwy* Wien. 


Verlag von ]. LGwy, k* n. k, Hofpbotograph, Wien. 













KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 

WAFFEN SAMMLUNG. 



i, Feldharniseh des Landgrafen Philipp des Grossmiithigen von Hessen, von 1534, 
2. Prunkharnisch des Freiherrn Wilhelm von Rogendorf, von c* 1522, 


XIII. 


Photographie und Lichtdruck von J. Ldwy, Wien, 


Verlag von J. Löwy, k t u> k. Hofphotograpb, Wien 













KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES 


WAFFENSAMMLUNG. 



i. Sturmhaube und Brigantine des Francesco Maria, Herzogs von Urbino, von 1532. 
2. Landsknechtharnisch des Conrad von Bemelberg, von c. 1532. 


XIV. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph. Wien 















KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES 


WAFFENSAMMLUNG. 



i. Feldharnisch des Königs Philipp II. von Spanien, von c. 1543. 
2. Feldharnisch des Königs Maximilian II., von c. 1562. 


XV. 


Photographie und Lichtdruck von J* LSwy, Wien. 


Vertag von J* L6w>, k, u* k, Hofphotograph t Wien, 






































KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 


4 



Rossharnisch des Ruprecht Pfalzgrafen bei Rhein, von c. 1502 

















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KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 






Leichter Rossharnisch des Königs Ferdinand I., von 1547. 




































KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 

WAFFENSAMMLUNG. 



Prunkschild, dem Kaiser Carl V. zugeschrieben, italienisch, um 1550. 


XIX 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien, 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 















I 



KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 

WAFFENSAMMLUNG. 



i. Prunkdegen, dem Kaiser Carl V. zugeschrieben, von c. i 55 °- — r > a - Ortbandbeschläge zu selbem 
2. Degen, von c. 1560. — 3. Courtelas, von c. 1565. — 3, a. Scheide zu selbem. 


XX. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, N\ien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofpbotograph, Wien. 

















KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES 


WAFFENSAMMLUNG. 





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1 




i* Feldharnisch, von c. 1547. 

2, Feldharnisch des Erzherzogs Ferdinand von Tirol, von 1547, 


XXL 


Ffaotognphie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Vertag von ]h Lflwy, u, k + Hofphotograph ( Wien, 















KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES 


WAFFENSAMMLUNG. 



i. Prunkharnisch mit Rundschild des Erzherzogs Ferdinand von Tirol, von c. 1552. 
2. Prunkharnisch mit Rundschild des Erzherzogs Ferdinand von Tirol, von 1560. 


XXII. 


Photographie und Lichtdruck von J. L6wy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 












KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 


WAFFENSAMMLUNG. 



1. und i, a. Sturmhaube und Rundschild des Erzherzogs Ferdinand von Tirol, von c. 1565. 

2. Rossstirne, deutsch, um 1560. — 3. Prunkschild von blankem Eisen, deutsch, um 1560. 


XXIII. 


Photographie und Lichtdruck von J, Löwy, Wien, 


Verlag von JE Löwy, k. u, k, Hofphotograph, Wien. 

















KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 


WAFFENSAMMLUNG. 



i., 2 . und 2, a. Degen und Schwert sammt Scheide und Gehänge des Erzherzogs Ferdinand von Tirol, von 1560* 


3. Degen, von c* 1570* — 4. und 4, a. Schwert und Dolch mit Mailändischen Klingen, um 1570* 


XXIV. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy,. k* u. k. Hofphotogiraph, Wien. 

























KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 

WAFFENSAMMLUNG. , 



I. Turnierharnisch, dem Erzherzoge Ernst zugeschrieben, von 1571. 

2. Turnierharnisch, dem Kaiser Maximilian II. zugeschrieben, von c. 1570. 


XXV. 


Photographie und Lichtdruck von J> Lßwy, Wien, 


Verlag von j. L6wy p k, u. k, Hof photograph, Wien, 














KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES 


WAFFENSAMMLUNG. 




2 . 


i. Sturmhaube und Rundschild des Erzherzogs Carl von Steiermark, italienisch, von c. 1575. 

2. Sturmhaube und Rundschild, von c. 1560. 


XXVI. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 





KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 

WAFFENSAMMLUNG. 



i. und i, a. Geweihtes Schwert mit Scheide und Gehänge des Papstes Pius V., von 1568. 

2. und 2, a. Geweihtes Schwert mit Scheide und Gehänge des Papstes Gregor XIII., von 1582. 


XXVII. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 


































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KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 


WAFFENSAMMLUNG. 



i. Ungarisches Schwert des Georg von Thuri, von c. 1560. — 2. Prunkdegen, von c. 1590. 
3. Spanischer Degen, von c. 1600. — 4. Deutsches Rappier, von 1613. 


XXVIII. 


Photographie und Lichtdruck von J. Ltfwy, Wien» 


Vertag von J, Löwy, k, u. k. Hofphotograph, Wien, 












KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES 


WAFFENSAMMLUNG. 



Vorder- und Rückseite eines Prunkharnisches des Alessandro Farnese, Herzog von Parma, von c. 1570. 


XXIX. 


Photographie und Lichtdruck von Löwy, Wien. 


Verlag von J, k. u, k, Hoiptaotograph, Wien, 













KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 

WAFFENSAMMLUNG. 



I, Prunkdegen und 
2. Degen, von c. 1580. - 


Gehänge des Don Juan d’Austria, von c. 1570, 

- 3. Rappier, von c. 1620. — 4. Degen, von c. 1630. 


XXX. 


Photographie und Lichtdruck von j. Ldwy, Wien. 


Verlag von J. Lövry, k. u. k, Hofphotograph, Wien. 



































KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 

WAFFENSAMMLUNG. 



i. Prunkharnisch des venetianischen Unteradmirals Agostino Barbarigo, von c. 1560. 
2. Prunkharnisch des Don Juan d’Austria, von c. 1575 * 


XXXI. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 















KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 


WAFFENSAMMLUNG. 



i. Spiess mit Schiessvorrichtung und Springklinge, Augsburger Arbeit, um 1570. — 2. Faustrohr mit Hinterlade- 
Mechanismus, um c. 1590. — 3. Faustrohr mit Hinterlade-Mechanismus, um c. 1590. — 4. und 4, a. Ein Paar Faust 
rohre, Brescianer Arbeit, um c. 1660. — 5. und 5, a. Ein Paar Faustrohre mit Radschloss, um 1590. — 6. Arkebusier 
rohr, niederländisch, um 1590. — 7. Partisane mit Schiessvorrichtung, deutsch, um 1570. 


XXX11. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 












































KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES 


WAFFENSAMMLUNG. 



Prunkharnisch des Kaisers Rudolf II., von c. 1590. 


XXXIII. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograpb, Wien, 






















KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES 


WAFFE NSAMMLUNG. 



i. Prunkharnisch, deutsch, 1582. 

2. Turnierharnisch des Erzherzogs Albrecht VII., um 1580. 


XXXIV. 


Photographie und Lichtdruck von J, Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 











KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES 


WAFFENSAMMLUNG. 



i. Harnisch des Kaisers Rudolf II., deutsch, um 1570. 

2. Prunkharnisch des Niclas von Radzivil, Herzogs von Olyka, um 1575. 


XXXV. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 



















KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 

WAFFENSAMMLUNG. 



i. Raufdegen. — i, a. Parirdolch, beide Brescianer Arbeit, um 1590. — 2. Italienisches Rappier, um 1630. — 

3. Dolch mit Scheide, italienisch, um 1610. — 4 und 5. Zwei Schwertgriffe mit zugehörigen Ortbändern, deutsch, um 
1610. — 6. Kleine Reiterflinte, schweizerisch, 1652. — 7. Kleine Reiterflinte, Brescianer Arbeit, um 1660. 


XXXVI. 


Photographie und Lichtdruck von j. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 
































KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES 

WAFFENSAMMLUNG. 



i. Prunkharnisch, dem Kaiser Mathias zugeschrieben, deutsch, um 1590. 
2. Trabantenharnisch, Nürnberger Arbeit, 1616. 


XXXVII. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 




















KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 


WAFFENSAMMLUNG 



i. und i, a. Tributschwert der Stadt Hradisch, von 1608. — 2. Prunkdegen, um 1650. — 3. Degen des Erzherzogs 
Leopold V. von Tirol, um 1630. — 4. Degen, um 1650. — 5. Kleiner. Stecher, um 1650. — 6. Kleiner Hofdegen, 

deutsch, 1661. — 7. Kleiner Hofdegen, französisch, 1649. 


XXXVIII. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 




























KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 


WAFFENSAMMLUNG. 



i, i, a und x, b. Jagdflinte und Pistolen des Herzogs Carl Leopold V. von Lothringen, um 1678. 
2, 2, a und 2, b. Jagdflinte und Pistolen des Markgrafen Ludwig Wilhelm I. von Baden, um 1702. 


XXXIX. 


. Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 










KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 


WAFFENSAMMLUNG. 


2 . 



i und i, a. Jagdarmrust des Königs Ludwig XII. von Frankreich, sammt Winde, um 1499. — 2. Jagdarmrust des 
Kaisers Maximilian I., um 1510. — 3 und 3, a. Pürschstahel des römischen Königs Maximilian II. sammt Winde, um 
I5 6 o. — 4 und 4, a. Waidblatt mit Jagdmessern und Gabel von einem Jagdbesteck, deutsch, um 1640. — 

5. Säule einer Armrust, um 1550. 


XL. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 
























KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 


WAFFENSAMMLUNG. 



i. Schweindegen, um 1500. — 2. Waidmesser des Herzogs Carl des Kühnen, um 1450. — 3. Waidblatt, französisch, 
um 1480. — 4 und 4, a. Jagdschwert des Kaisers Maximilian I. sammt Scheide und Besteckmessern, deutsch, um 1490. 
5. Waidblatt, um 1590. — 6 und 6, a. Waidmesser sammt Scheide, deutsch, um 1310.— 7. Schweinschwert, 

deutsch, um 1510. 


XLI. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 

































KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 







. Büchse mit Radschloss, von c. 1546. — 2. Jagdbüchse mit Radschloss, von c. 1580. — 3. Büchse mit Radschloss, von c. 1565. 

















KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES, 



* Büchse mit Radschloss, tim 1620, — 2 und 2, a. Büchse mit Radschloss und Pulverflasche, deutsch, um 1610. — 3 und 3, a. Pürschbüchse mit 

Radschloss und Pulverflasche des Erzherzogs Leopold V. von Tirol, deutsch, 1628. 





























KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 



. Luntengewehr, italienisch, um 1510. — 2. Büchse mit Radschloss, deutsch, um 1570. — 3. Jagdbüchse mit Radschloss des 

Erzherzogs Carl von Steiermark, deutsch, 1563. 




















KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 

WAFFENSAMMLUNG. 



i. Sturmhaube des Grossveziers Mehmed Sokolowitsch, türkisch, um 156°. 2 ■ Arabischer Rundschild, um 1560- 

3. Türkischer Säbel mit Scheide, um 1680. — 4. Ungarischer Säbel mit Scheide, um 1530. — 5. Ungarischer Säbel 
mit Scheide, um 1580. — 6. Polnische Karabela mit Scheide, um 1570. — 7 - Arabischer Dolch mit Scheide, 

16. Jahrhundert. — 8 und 8, a. Dolch mit Scheide, orientalisirend, 16. Jahrhundert. — 9. Kleiner Dolch mit Scheide 
und türkischer Klinge, 17. Jahrhundert. — 10. Dolch mit Scheide, orientalisirend, 1543. 


XLV. 


Photographie und Lichtdruck von J* Low/, Wien. 


Verlag von J. Lowy, k. u. k* Hofphoiograph, \\ ietu 





KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN 


KAISERHAUSES. 


WAFFENSAMMLUNG. 



i. Harnisch für den deutschen Fusskampf des Claude de Vaudrey, mailändisch, um 1480. 

2. Harnisch für den deutschen Fusskampf des Königs Maximilian II., Augsburger Arbeit, 1550. 


XLVI. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien, 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Holphotograph, Wien. 












KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 



Rennzeug mit Rossstirne und Dilgen des Königs Philipp I. von Castilien, italienisch, um 1500. 
2. Rennzeug mit Dilgen des Erzherzogs Ferdinand von Tirol, deutsch, 1558. 


















KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES 


WAFFENSAMMLUNG. 



i. Italienischer Stechzeug des Gasparo Fracasso, mailändisch, um 1470. 

2. Deutscher Stechzeug, dem Kaiser Maximilian I. zugeschrieben, deutsch, um 1500. 


XLVIII. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Holphotograph, Wien. 










I 





































KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES. 

WAFFENSAMMLUNG. 



Topfhelm mit Zimier eines Angehörigen der Familie Pranck, deutsch, um 1350. — 2. Helm von einem Harnisch 
für den deutschen Fusskampf, deutsch, um 1490. — 3. Helm für das Kolbenturnier zu Ross, deutsch, um 1450. 


XLIX. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien. 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 






KUNSTHISTORISCHE SAMMLUNGEN DES ALLERHÖCHSTEN KAISERHAUSES 


WAFFENSAMMLUNG. 



i. Bruststück von einem Rennzeuge für das »geschift Tartschenrennen«, deutsch, um 1480. — 2. Kleiner Krönig, 
16. Jahrhundert. — 3. Turnierspiesseisen, um 1490. — 4. Schwerer Krönig, um 1480. — 5 und 6. Renneisen, um 1490. 

_ 7. Renneisen, um 1500. — 8. Geblendete Rossslirne von einer Ausrüstung des Königs Ferdinand I., um 1530. — 

9. Stechkissen, um 1480. 


L. 


Photographie und Lichtdruck von J. Löwy, Wien- 


Verlag von J. Löwy, k. u. k. Hofphotograph, Wien. 








































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